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Griechischer Austritt Was deutsche Unternehmen zu befürchten haben

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Unternehmen haben mit Athen die Geduld verloren

Rund 4,2 Milliarden Euro hat der Bonner Konzern seit 2008 für seinen Anteil von heute 40 Prozent am größten griechischen Telekomanbieter auf den Tisch gelegt. Der Großteil davon ist inzwischen abgeschrieben, rund eine Milliarde Euro allein 2011. Derzeit stehen noch rund 700 Millionen Euro in den Büchern. Die meisten Risiken hat die Telekom also verbucht und ist sicher, auch den Rest wegstecken zu können. Man habe alle Krisenszenarien durchgespielt und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass OTE nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone auch ohne Hilfen der deutschen Mutter überlebensfähig sei.

Für Hochtief kommt die Griechen-Krise dagegen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn der Baukonzern will sich von seinen Minderheitsbeteiligungen an Flughäfen trennen. Teil des Pakets ist der Airport Athen, an dem das Essener Unternehmen rund 40 Prozent hält.

Rechtzeitig verabschiedet hat sich Thyssen-Krupp. Bis 2011 waren die an Griechenland gelieferten U-Boote noch nicht bezahlt, zudem hielt der Ruhrkonzern eine Beteiligung an der Werft Hellenic Shipyards (HSY). Die offenen Rechnungen sind inzwischen - auch dank Vermittlung durch die Bundesregierung - beglichen, HSY ist an die arabische Werften-Gruppe Abu Dhabi Mar verkauft.

Insgesamt dürften sich die Folgen für die deutsche Wirtschaft in Grenzen halten, falls Griechenland die Euro-Zone verlässt. So lieferten hiesige Exporteure 2011 nur Waren für 5,1 Milliarden Euro auf den Peloponnes - 0,5 Prozent der Gesamtausfuhren. Trotzdem haben viele Unternehmer längst die Geduld mit Athen verloren: "Griechenland rast sehenden Auges auf den Staatsbankrott zu und ist derzeit nicht regierungsfähig", schreibt der Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer", Lutz Goebel, in einem Brief an alle Abgeordneten des Bundestages, der dem Handelsblatt vorliegt. "Damit ist die Geschäftsgrundlage jeder weiteren Stützungsmaßnahme entfallen."

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