Griechischer Ministerpräsident Tsipras surft trotz Sparkurs auf Popularitäts-Welle

Während seine Minister über vorgezogene Neuwahlen diskutieren, baut Tsipras nach sieben bewegten Monaten im Amt seine Macht weiter aus. Trotz Sparkurs surft der griechische Ministerpräsident auf einer Popularitäts-Welle.
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Der griechische Ministerpräsident Alex Tsipras leitet die Geschicke Griechenlands, ohne dass ein ernstzunehmender Herausforderer in Sicht wäre. Quelle: Reuters
Alexis Tsipras

Der griechische Ministerpräsident Alex Tsipras leitet die Geschicke Griechenlands, ohne dass ein ernstzunehmender Herausforderer in Sicht wäre.

(Foto: Reuters)

AthenAlexis Tsipras hat sein Land an den Rand des Abgrunds geführt, um dann in letzter Minute noch eine Kehrtwende zurück zur Sparpolitik zu machen. Seine einzige konkrete Leistung ist das dritte Hilfspaket für Griechenland. Dies ist allerdings mit solchen Lasten verbunden, dass Teile seiner linken Syriza-Partei mit Spaltung drohen. Und trotzdem leitet der Ministerpräsident die Geschicke Griechenlands, ohne dass ein ernstzunehmender Herausforderer in Sicht wäre.

Während seine Minister öffentlich über vorgezogene Neuwahlen diskutieren, baut Tsipras nach sieben bewegten Monaten im Amt seine Macht gestützt auf seine Popularität weiter aus. Griechen lieben Kämpfernaturen. Wähler und Parteifreunde bewundern ihn dafür, dass er der Euro-Zone und dem Internationale Währungsfonds die Stirn geboten hat, auch wenn er am Ende verlor. Vor allem sehen sie den charmanten und charismatischen 41-Jährigen als den unbefleckten Führer eines Landes, das ein schlimme Korruptionsgeschichte hat und seit Jahren dicht vor dem Staatsbankrott steht.

Diese griechischen Inseln stehen zum Verkauf
Traumhaftes Griechenland
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Zu Griechenland gehören je nach Schätzungen zwischen 1.200 und 6.000 Inseln. Viele davon sind bereits in privatem Besitz, der Rest gehört noch der griechischen Regierung, die mit Verkäufen viel Geld sammeln könnte. Dutzende dieser Inseln stehen aktuell zum Verkauf, auch die von privaten Eigentümern. Experten gehen von einem Ausverkauf griechischer Inseln in den nächsten Jahren aus. Auf der Verkaufswebsite Private Islands Online sind sie aufgelistet. Hier sind die elf günstigsten Inseln.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 11: Omfori Island
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Omfori Island ist 4,5 Quadratkilometer groß – und hat genau ein Haus, abgebildet auf diesem Foto. Für 50 Millionen Euro ist die Insel zu haben. Der Käufer dürfte 20 Prozent der Insel bebauen. Kann nachgewiesen werden, dass eine weitere Bebauung eine gute Investition wären, würde die griechische Regierung laut Private Islands Online weitere Baugenehmigungen erteilen.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 10: Dulichium Island
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Dulichium Island ist die größte griechische Insel, die derzeit zum Verkauf steht – sie erstreckt sich über 5,4 Quadratkilometer. Der höchste Punkt der Insel liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel, die Insel verfügt über 4.000 Olivenbäume. Bisher ist die Insel jedoch komplett unerschlossen. Laut der Website wäre das Eiland jedoch ein guter Ort, um ein Hotel Ressort zu bauen.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 9: Nördliche Ägäische Insel
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Mit einem Schnellboot erreicht man die nördliche ägäische Insel in einer halben Stunde von Athen aus. Aufgrund dieser Nähe sollen bereits viele Interessenten auf der Matte stehen. Für 35 Millionen Euro Kaufpreis erhält man dieses Eiland mit einer Größe von 0,348 Quadratkilometern.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 8: St. Thomas
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Die Insel Thomas befindet sich in der Nähe von Korinth, mit dem Wassertaxi erreicht man sie in 20 Minuten. Auch von Athen ist die 1,21 Quadratkilometer große Insel nur 45 Minuten entfernt. Ansonsten ist auch dieses Eiland komplett unerschlossen. Warren Buffett hat sie gerade für 15 Millionen Euro erworben.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 7: Nafsika
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Für 6,9 Millionen Euro wurde die Insel Nafsika kürzlich bereits verkauft. Das unentwickelte Eiland verfügt über drei natürliche Häfen und vielen Aussichtspunkten mit einem 360-Grad-Blick. Es ist fünf Quadratkilometer groß.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 6: Kardiotissa
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Die Insel Kardiotissa liegt inmitten der ägäischen See. Sie wird angepriesen als perfekter Ort für eine Segel- oder Tauchschule. Mit einem Schnellboot ist man in zehn Minuten auf den Inseln Folegandros oder Sikinos, die beide wiederum über eine tägliche Fähre nach Piräus verfügen.

Quelle: Privateislandsonline.com

„Tsipras ist im Moment der populärste Politiker. Er ist jung und unverbraucht. Und er war nie in einen Skandal verwickelt“, sagt Ilias Tiganis, ein Kioskbesitzer im Athener Zentrum. „Die Menschen vergessen nicht, dass frühere Regierungen und Oppositionsparteien das Land in die jetzige Lage gebracht haben." Und auch der Politikwissenschaftler Thomas Gerakis sagt: „Die Syriza-Wähler glauben, dass Tsipras in der Euro-Zone ehrenvoll gekämpft und rausgeholt hat, was möglich war.“ Die Wähler machten für den Sparkurs eher die übrige Euro-Zone verantwortlich als Tsipras. Er selbst sagt, mehr sei nicht drin gewesen: „Ich habe ein reines Gewissen.“

Wie beliebt genau Tsipras ist, bleibt unklar. In einer Umfrage vom 24. Juli schätzten mehr 61 Prozent der Befragten ihn positiv ein. Die Syriza-Partei hätten demnach knapp 34 Prozent gewählt. Sie wäre damit mit Abstand stärkste Kraft geworden, hätte aber wieder einen Koalitionspartner gebraucht. Jüngere Befragungen nach Einigung auf das Hilfspaket gibt es nicht. Die Urlaubszeit macht repräsentative Umfragen kaum möglich.

Klar scheint aber, dass die Unterstützung für Tsipras bröckeln wird. "Der wirkliche Test für seine Regierung wird in einigen Monaten kommen, wenn die Menschen die Folgen der Auflagen der Geldgeber spüren", sagt Wahlforscher Gerakis. Dazu gehören etwa Steuererhöhungen. Zudem werden zumindest Teile der Kapitalverkehrskontrollen noch einige Zeit in Kraft bleiben. Diese treffen vor allem die Unternehmen, was deren Entwicklung behindert und die Arbeitslosigkeit treiben könnte. Diese liegt immer noch bei 25 Prozent.

Tsipras braucht eine Mehrheit im Parlament für die einzelnen Reformschritte. Während die Opposition ihn beim Hilfspaket insgesamt noch gestützt hat, gilt dies für die nächsten Gesetzesvorhaben als wenig wahrscheinlich. Einige Minister haben daher bereits eine Vertrauensabstimmung im Parlament gefordert. Sollte Tsipras diese wegen der Abweichler in seiner Syriza-Partei verlieren, wäre der Weg zu Neuwahlen frei.

Und je schneller diese kommen, umso besser könnte es für Tsipras auf der jetzigen Welle seiner Popularität sein. Zumal Konkurrenz nicht in Sicht ist. Die sozialistische Pasok-Partei, unter der das erste Hilfspaket 2010 ausgehandelt wurde, hat gerade noch 13 Abgeordnete. Und die konservative Nea Dimokratia hat nur einen kommissarischen Vorsitzenden. Der frühere Ministerpräsident Antonis Samaras war nach der von Tsipras ausgerufenen Volksabstimmung, bei der sich eine große Mehrheit gegen ein Rettungspaket gewandt hatte, zurückgetreten.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Griechischer Ministerpräsident: Tsipras surft trotz Sparkurs auf Popularitäts-Welle"

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    Der griechische Premier Alexis Tsipras steht vor dem Rücktritt. Er will nach FOCUS-Online-Informationen noch heute Abend sein Amt abgeben. Neuwahlen in Griechenland werden für den 13. oder 20. September erwartet. Dabei hatten die Finanzminister der Euro-Gruppe Ende letzter Woche den Weg für das dritte Griechenland-Hilfsprogramm geebnet und die erste Tranche in Höhe von 26 Milliarden Euro freigegeben.

    Ich verspreche, dass ich alle Reformvorhaben in der Luft zerreißen werde.
    Reformen - weiche von mir, Satan!

  • Auch wenn ich kein Geld an Griechenland geben möchte, glaube ich nicht daran, dass wir darum je umherkommen werden. http://bit.ly/1I1Pnn9

  • Die Popularität von Tsipras ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass er jetzt der einzige ist, der das alte Klientelsystem weiterführen kann. Die alten Parteien haben die Klientel mit den Memoranden "verraten". Er hat nur reinen Familienklientelismus betrieben während dieser 6 Monate im Regierungsamt. Ein ruecksichtsloser Machtbesessener.

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