Griechisches Sparpaket Europa wartet auf den Durchbruch

Nach wochenlangen Verhandlungen ist die griechische Sparliste beinahe fertig. Heute wollen die Parteien letzte Korrekturen vornehmen. Neue Finanzhilfen sind damit greifbar nahe - und auch die EZB kommt Athen entgegen.
Update: 08.02.2012 - 06:42 Uhr 39 Kommentare
Heute wollen sich die griechischen Parteien einigen. Quelle: dapd

Heute wollen sich die griechischen Parteien einigen.

(Foto: dapd)

Brüssel/AthenIn Griechenland gehen die Verhandlungen über das neue harte Sparpaket auf die Zielgerade. Ministerpräsident Lucas Papademos will sich heute in Athen mit den Chefs der drei Regierungsparteien treffen, um das Paket zu billigen. Die neuen Sparanstrengungen sollen Forderungen der internationalen Geldgeber erfüllen.

Das ist Voraussetzung für das neue 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket zugunsten des pleitebedrohten Landes. Ursprünglich war das Treffen für Dienstagabend geplant. Nach Angaben einer Sprecherin von Papademos' Büro mussten aber noch „Feinheiten“ des Sparprogramms mit den Kontrolleuren der „Troika“ aus EU, EZB und IWF abgestimmt werden.

Informationen des staatlichen Rundfunks zufolge soll es etwa 15 Seiten haben. Auf der Streichliste stehen neben Einschnitten im privaten Sektor auch Kürzungen der Ausgaben für Medikamente, für Rüstung sowie Kappung von Zuschüssen für Städte und Gemeinden. Papademos, ein parteiloser Finanzexperte, ist auf eine breite innenpolitische Unterstützung angewiesen.

In den monatelangen Verhandlungen im griechischen Schuldendrama sind derweil echte Fortschritte erzielt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält es für möglich, dass die Verhandlungen über neue Sparanstrengungen Athens bis Donnerstagabend abgeschlossen sind.

Es sei denkbar, dass ein Bericht der internationalen Finanzkontrolleure - Voraussetzung für weitere 130 Milliarden Euro - bis dahin fertig sei. Ohne neue Hilfen wäre Griechenland bis Ende März pleite. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigte sich am Dienstag zuversichtlich. „Ich glaube, dass wir einer Einigung sehr nahe sind“, sagte er in Brüssel.

Am Abend sprach sich Merkel erneut gegen einen Euro-Austritt Griechenlands aus. „Ich will, dass Griechenland den Euro behält. Ich werde mich nicht daran beteiligen, Griechenland aus dem Euro raus zu drängen. Das hätte unabsehbare Folgen“, sagte Merkel vor Studenten bei einer Veranstaltung in Berlin. Griechenland habe wesentlich größere Chancen, als es heute wahrnehme.

Letzte Pinselstriche setzen
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39 Kommentare zu "Griechisches Sparpaket: Europa wartet auf den Durchbruch"

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  • Erkenntnistheoretisch völlig daneben

    Die Mediative oder die Finanzmärkte arbeiten seit Januar unabhängig von einander weil kontraindiziert, aber nicht die Mediative und die Politeia. Wir benötigen bis zur Sondersitzung ein Akronym: PIN-IN

  • Papademos wollte sich noch am Dienstagabend erneut mit der „Troika“ aus EU, IWF und EZB treffen. Dabei sollten die „letzten Pinselstriche“ gesetzt werden, hieß es.(Zitat)
    Wenn man bedenkt wie viele Pinsel da nun in EU,IWF und EZB so zum Einsatz gelangen! Man sollte die Anzahl einmal überdenken und versuchen diese zu reduzieren.
    „Das ist Voraussetzung für das neue 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket zugunsten des pleitebedrohten Landes.“ .(Zitat)
    Nein - gemeint ist jetzt nicht die Pinselanzahl sondern beschränkt sich nur auf die „letzten Pinselstriche“, letztere nicht die letzten sein werden, denn es wird mit den Milliarden so lustig weitergehen– denn, wenn Fr. Merkel sagte
    „ vor Studenten bei einer Veranstaltung in Berlin. Griechenland habe wesentlich größere Chancen, als es heute wahrnehme. „.(Zitat)
    Bedeutet das doch die direkte Einladung, wesentlich mehr -d.h. Kredite zu verlangen–, um seine Chancen wahrzunehmen. Ja, ja -. alles ist eben eine Pinselphilosophie.

  • Zitat roboker: "welche Interessen/Lobbyverbände stecken dahinter"? Wollen mal wieder Goldman, Rothschild und Co. Milliarden verdienen? " Was genau bitt'schön haben Goldman und Rothschild hier mit Griechenland zu tun ? Wenn Sie dies nicht nachvollziehbar begründen können, kann man Ihre Einlassung dann nur als eine wenig verschleierte antisemitisch-verleumderische Anspielung verstehen.

  • ab durch die mitte und wieder weiter wursteln mit den lügenbaronen von Griechenland.
    wer einmal lügt dem glaubt man nicht mehr.

  • Es ist schon erstaunlich,wie sich Reiche und Millionäre in andere Länder absetzen.Zurück bleiben Jene,die es sich nicht leisten können.Es waren große Artikel in Zeitungen,über Steuerbetrug von Millionären usw.In Schweizer Blättern kann man lesen,wie zugezogene Griechen im Immo-Markt tätig sind..Die Rechnung geht also nicht auf.Und,mal ehrlich,Ich würd auch in keinem Land bleiben,wo man heut nicht weiß,was morgen kommt.Jeder Einzelne hat schließlich das Recht,sein Domizil frei zu wählen.Mit Geld läßt sich Vieles bewältigen..Das war schon immer so.

  • Bitte überprüfen Sie beim nächsten Kommentar UNBEDINGT Ihre Rechtschreibung! Danke.

  • EinBürger hat es - wieder einmal - auf den Punkt gebracht. Schade um die Zeit, die er damit verbracht hat!!

  • "Die Regierung will zudem noch in diesem Jahr 15 000 Staatsbedienstete entlassen, bis 2015 sollen es 150 000 werden."

    Ich begreife nicht, warum der griechischen Regierung nicht
    die Suppe versalzen wird beim Abbau der aufgeblähten Verwaltung.
    Bereits im ersten Rettungspaket wurde die Entlassung von
    30.000 Beamten zugesagt. Die Behörden haben stattdessen
    Stellenbedarf angemeldet.
    Warum wird diesen Dreistigkeiten vom durch und durch
    korrupten Beamtenapparat von der EU nicht energisch Paroli geboten?

    Lösung:
    Korruption bekämpfen. Korrupte Beamte entlassen und dafür
    junge arbeitslose Akademiker einstellen und kontrollieren.
    Bürgern Anreize geben, wenn sie Korruption aufdecken.

    ... weil,
    1. über die Schiene könnten bis zu 50 % Stellen abgebaut werden
    2. ohne Abbau der Korruption wird sich ganz bestimmt in
    Griechenland nichts ändern !

  • Glückwunsch, alles nochmals auf den Punkt gebracht - schade um die Zeit!!

  • Anleger setzen auf Einigung in Athen.
    Es ist eine beschlossene Sache, dass die EU-Gelder nach Athen fließen werden. Mr Schäuble macht noch ein bisschen Theater für das Volk aber Ms Merkel von der Coca Cola Profit-Gesellschaft hat das Machtwort schon gesprochen. Und außerdem hat Frankreich kürzlich - wegen der geostrategischen Bedeutung - ein Kriegsschiff an Athen geliefert.
    Wir können es doch nicht zulassen, in Zukunft keine Millionärs-Yachten im Hafen von Athen mehr dümpeln zu sehen. Dazu muss das griechische Volk Opfer bringen, um die Millionäre zu schonen. Schließlich lieben die Deutschen die Millionärsgeschichten in der Bunten-Presse.

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