Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Großbritannien

Rechtspopulist Nigel Farage zieht sich ganz aus der Ukip-Partei zurück.

(Foto: AFP)

Großbritannien Brexit-Befürworter Farage verlässt die Partei Ukip

Der Ex-Chef der EU-feindlichen britischen Ukip gibt sein Parteibuch ab. Als Grund nannte der Rechtspopulist die Akzeptanz von rechtsgerichteten Extremisten in der Partei.
Kommentieren

LondonDer britische Rechtspopulist Nigel Farage verlässt nach 25 Jahren die europafeindliche Partei Ukip, welche unter Farage eine wichtige Rolle in der Kampagne für einen Ausstieg des Landes aus der EU spielte.

Er begründete den Schritt mit Unzufriedenheit über die Richtung, die Ukip in den vergangenen Monaten eingeschlagen habe. Die Partei sei aufgrund der „Fixierung“ mit der anti-muslimischen Politik seines Führers Gerard Batten nicht wiederzuerkennen, schrieb Farage in einem Gastbeitrag im „Daily Telegraph“. Ukip öffne sich immer stärker extremistischen und rassistischen Kräften.

In dem „Daily Telegraph“-Artikel zeigte Farage sich vor allem bestürzt über Battens Entscheidung, Tommy Robinson, Gründer der rechtsextremen English Defence League, zum Berater zu ernennen. Im vergangenen Monat hatte Farage Batten bereits zum Rücktritt aufgerufen.

Er verurteile zudem Battens Ukip-Unterstützung einer Brexit-Demonstration am Sonntag in London, die von Robinson und seinen Mitarbeitern organisiert wurde und laut Farage möglicherweise „zu Gewalt und brutalem Verhalten“ anrege.

„Mein Herz wird schwer, wenn ich darüber nachdenke, dass sie als Vertreter eben jener Sache angesehen werden, für die ich mich so viele Jahre meines Lebens eingesetzt habe“, schrieb Farage, dessen Kolumne regelmäßig in der Zeitung zu lesen ist „Die Vorstellung, dass Tommy Robinson im Mittelpunkt der Brexit-Debatte steht, ist zu schrecklich, um darüber nachzudenken.“

„Und so verlasse ich heute, nach all meiner jahrelangen Hingabe an die Partei, schweren Herzens Ukip. Es gibt viel Platz für eine Brexit-Partei in der britischen Politik, Ukip wird diesen Platz aber nicht ausfüllen“, schrieb Farage weiter.

Farage, einst Mitglied der konservativen Tory-Partei, hatte die „UK Independence Party“ 1993 zusammen mit Gleichgesinnten aus Protest gegen den Vertrag von Maastricht gegründet. Ihr Ziel: Großbritannien aus dem Staatenbündnis herauszulösen.

Bei der Europawahl im Juni 2004 erzielte die Ukip 16,8 Prozent der Wählerstimmen und zwölf Sitze im Europäischen Parlament. Im Inland lockte Ukip – seit 2006 unter der Führung des streitbaren Farage – immer mehr Wähler von den etablierten Parteien weg. Bei den Wahlen 2015 erreichte die Ukip 12,6 Prozent der Stimmen. Das Parteiprogramm war zwischenzeitlich erweitert worden – um Forderungen nach einem strengeren Einwanderungsgesetz, einer Reform des Schulsystems und einer Stärkung des Militärs. Den Vorwurf des Rassismus – der Ukip wegen der Forderung nach strengeren Einwanderungsgesetzen immer wieder gemacht wird – wies Farage jedoch zurück.

Seit dem Brexit-Votum der Briten und dem Rücktritt Farages als Parteichef ist Ukip aber immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versunken. Bei den Kommunalwahlen im Mai verlor die Partei einen Großteil ihrer Sitze in kommunalen Gremien an die Konservativen von Premierministerin Theresa May.

Seit seinem Rücktritt als Parteichef hat Farage sowohl in Großbritannien als auch in den USA als politischer Experte Karriere gemacht. Vor allem unter Konservativen in den USA gilt er noch immer als Star und ist als „Mr. Brexit“ bekannt. Bei Auftritten provoziert er oft mit aufstachelnder Rhetorik.

Unter anderem war Farage auf der rechtsextremen US-Website Infowars zu sehen, die Verschwörungstheorien propagiert. Während eines Infowars-Auftrittes Anfang des Jahres sagte Farage dem Gastgeber Alex Jones, die Linken Parteien Europas hätten sich „mit dem radikalen Islam verbündet“ und „wollen den Nationalstaat abschaffen“.

Mit Material von AP

Brexit 2019
Startseite

Mehr zu: Großbritannien - Brexit-Befürworter Farage verlässt die Partei Ukip

0 Kommentare zu "Großbritannien: Brexit-Befürworter Farage verlässt die Partei Ukip"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote