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Theresa May

In einem Interview mit dem Fernsehsender BBC hat die Premierministerin ihre Brexit-Position erneut klar gemacht.

(Foto: AP)

Großbritannien IWF warnt vor Brexit ohne Abkommen – May kämpft weiter für ihren Plan

Die britische Premierministerin hält mit aller Macht an ihrem Plan für den EU-Austritt Großbritanniens fest. Die einzige Alternative sei ein Austritt ohne Abkommen.
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Die britische Premierministerin Theresa May hat die Brexit-Hardliner in ihrer Partei vor einem ungeordneten Austritt aus der Europäischen Union gewarnt. Sie sei bereit, in der Auseinandersetzung mit ihren parteiinternen Kritikern eine „verdammt schwierige Frau“ zu sein („bloody difficult woman“). Es gebe für den EU-Austritt keine vertretbare andere Möglichkeit als das von ihr geplante Abkommen, sagte sie am Montag im BBC-Fernsehen. „Ich denke, dass die Alternative dazu wäre, keinen Deal zu haben.“

May steht unter Druck, weil die Verhandlungen mit der EU über den für Ende März 2019 geplanten Austritt stocken. Zudem steht sie wegen ihrer Brexit-Strategie in der eigenen konservativen Partei schon länger im Kreuzfeuer. Sie will eine Freihandelszone mit der EU schaffen und einen Teil der gemeinsamen Regeln beibehalten, bereitet sich aber auch auf einen „No-Deal-Brexit“ vor.

Sie werde einen „guten Deal“ mit der Europäischen Union erreichen, sagte May in dem Interview. Viele Brexit-Befürworter verlangen dagegen einen klaren Schnitt und drohen, einen von ihr ausgehandeltes Abkommen scheitern zu lassen.

An den Währungsmärkten dominiert derzeit der Optimismus, dass ein Abkommen zwischen EU und Großbritannien zustande kommen wird. Das britische Pfund legte in den vergangen Wochen etwa zwei Prozent gegenüber dem Euro zu auf 1,124 Euro.

IWF warnt vor „no deal“

Der Internationale Währungsform (IWF) hat eine Verständigung auf einen Deal dringend angemahnt wie zuletzt auch der britische Notenbankchef Mark Carney. Sollte eine Einigung nicht gelingen, dürfte die britische Wirtschaft an Fahrt verlieren, das Pfund fallen und das Staatsdefizit steigen, sagte IWF-Chef Christine Lagarde am Montag in London.

Im Fall eines Deals werde das Bruttoinlandsprodukt laut IWF-Berechnungen in diesem und im nächsten Jahr um rund 1,5 Prozent zulegen. „Ein ungeordneter Abschied würde zu einem viel schlechteren Ergebnis führen.“

Eine der größten Streitfragen ist, wie eine Trennung vom EU-Binnenmarkt ohne eine Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und der weiterhin zur EU gehörenden Republik Irland funktionieren und wie der Warenverkehr dort kontrolliert werden soll. Einem Bericht der Zeitung „The Times“ zufolge arbeitet EU-Verhandlungsführer Michel Barnier an einem neuen Kompromissvorstoß. Dabei gehe es um den Einsatz bestimmter Technik, um die Kontrollen an der Grenze zu minimieren.

May sieht sich regelmäßigen Angriffen von Kritikern ihrer Brexit-Politik ausgesetzt, vor allem vom ehemaligen Außenminister Boris Johnson. Er hatte in einer Kolumne für den „Daily Telegraph“ am Sonntag geschrieben, dass May einen „spektakulären politischen Autounfall“ herbeiführe.

  • mdo
  • Bloomberg
  • rtr
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1 Kommentar zu "Großbritannien: IWF warnt vor Brexit ohne Abkommen – May kämpft weiter für ihren Plan"

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  • Wenn Herr Barnier nun von "bestimmter Technik" an der Grenze fabuliert: das ist erstens 3 Jahre zu spät. Hätte er den Briten vor der Brexit-Wahl sagen können. Die haben aber vor der Wahl den Mund gehalten. Gut. Schön blöd, aber wer konnte glauben, die Briten sind blöder?
    Zweitens heißt "bestimmte Technik": das kostet. Wer soll für den Blödsinn aufkommen? Die Briten natürlich, wer wollte das denn? Das werden die aber nicht tun. Also schauen Sie bitte die Wahrheit an, wie sie ist.
    und Drittens würde das Überwachung heißen: Das wäre ja wie in China. Das können die Briten gerne tun, aber die EU doch bitte nicht.
    Jetzt sollen sie gefälligst den Gang in die Geschichtsbücher antreten.
    Und die EU muss sich um sich selbst kümmern. Da gibt es einiges zu tun: Jugendarbeitslosigkeit ist nicht tolerierbar. Man muss statt Landwirtschaft Bildung subventionieren, in Deutschland z.B. ein Jahr Vorschule einführen, wie in Frankreich. Spanien, Italien und Griechenland müssen ihre Jugendlichen "unter" kriegen. Das kann doch bestenfalls 18 Monate dauern, dann ist das erledigt! Das geht nur über eine europäisch geregelte Schulpflicht und ein europäischen Bildungsstandard.
    Lasst die Briten ziehen und kümmert euch um eine europäische Bankenlandschaft: Das SEPA-Verfahren ist zwar schön gemacht, aber es fehlt eine internationale Variante, und dass Nordseeöl in Dollar gehandelt wird, ist ja wohl ein Witz, der Spread zum WTI spricht Bände. Das sollte man auch mal beenden.

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