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Großbritannien Johnson legt milliardenschweren Plan für zweite Corona-Welle vor

Eine zweite Corona-Welle samt Grippesaison im Winter - ein Schreckensszenario, das Forscher für Großbritannien sehen. Mit Milliardenausgaben will Premier Johnson gegensteuern.
17.07.2020 - 13:16 Uhr Kommentieren
Der Premier wappnet die Bevölkerung für eine zweite Viruswelle, ermutigt sie gleichzeitig aber zu einer Rückkehr zum Arbeitsplatz. Quelle: dpa
Der britische Premierminister Boris Johnson

Der Premier wappnet die Bevölkerung für eine zweite Viruswelle, ermutigt sie gleichzeitig aber zu einer Rückkehr zum Arbeitsplatz.

(Foto: dpa)

London Der britische Premierminister Boris Johnson will das heimische Gesundheitssystem mit einem milliardenschweren Finanzpaket für eine mögliche zweite Coronavirus-Welle im Winter rüsten.

Gelder in Höhe von drei Milliarden Pfund (rund 3,3 Milliarden Euro) sollen dem staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) den Aufkauf von Kapazitäten in Privatkrankenhäusern ermöglichen, wie er am Freitag ankündigte.

Zudem sollen mit den Mitteln eine Reihe von provisorischen Kliniken erhalten werden, die angesichts rapide steigender Corona-Fallzahlen im Frühjahr im Schnellverfahren erbaut worden waren. Zwar wurden in den sogenannten Nightingale-Hospitals letztlich wenige Patienten behandelt, doch will die Regierung weiterhin freie Kapazitäten für den Fall haben, dass eine neue Corona-Welle mit der Grippesaison im Winter zusammenfällt.

Für Premier Johnson ist die Strategie ein Drahtseilakt: Er versucht die Bürger zu überzeugen, dass das Land für neue Ausbrüche gewappnet ist; ermuntert zugleich aber zur Rückkehr in Geschäfte, Restaurants und an Arbeitsplätze. Denn es gilt, die lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, die seit März um 25 Prozent eingebrochen ist.

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    Viele Geschäfte haben zwar wieder geöffnet, doch werden die Bürger weiterhin angehalten, nach Möglichkeit zu Hause zu arbeiten und den öffentlichen Nahverkehr nur zu nutzen, wenn es nötig ist. Das hat Unternehmen, die auf anwesende Büroangestellte angewiesen sind, ins Trudeln gebracht.

    Normalität nicht vor November

    Daher wünscht sich Johnson, dass mehr Bürger an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Doch betonte sein wissenschaftlicher Chefberater Patrick Vallance erst am Donnerstag, dass es „absolut keinen Grund“ gebe, an der Home-Office-Empfehlung zu rütteln.

    Bisher sind in Großbritannien mehr als 45 000 Menschen mit dem Corona-Virus gestorben - die höchste Todesrate in Europa und die dritthöchste weltweit nach Brasilien und den USA. In einem von Vallance in Auftrag gegebenen Report wird vor 120 000 Toten in britischen Krankenhäusern gewarnt, falls das schlimmstmögliche Szenario einer Corona-Eskalation bei gleichzeitiger Grippewelle im Winter einträte.

    Allerdings sei dies keine Vorhersage, hieß es in dem Bericht. In Großbritannien wird es nach den Worten von Premierminister Boris Johnson nicht vor November zu einer völligen Rückkehr zur Normalität kommen. Ab Oktober solle wieder Publikum in Sportstadien zugelassen werden, sagt er.

    Mehr: Begehrte Impfstoffe: Großbritannien dealt offenbar mit Sanofi und Glaxo-Smithkline

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