Großbritannien Polizei findet Nowitschok-Behälter, mit dem zwei Briten in Kontakt kamen

Im englischen Amesbury kommen zwei Briten mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt. Nun weiß die Polizei, worin sich die Substanz befand.
Update: 13.07.2018 - 20:10 Uhr Kommentieren
Ermittler vor dem Haus des Nowitschok-Opfers Charlie Rowley. Quelle: AFP
Amesbury

Ermittler vor dem Haus des Nowitschok-Opfers Charlie Rowley.

(Foto: AFP)

Amesbury, LondonDie britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den ein Mann und eine Frau mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Scotland Yard teilte am Freitag mit, es handele sich um eine kleine Flasche, die im Haus des Mannes in Amesbury gefunden worden war.

Tests hätten ergeben, dass es sich beim Inhalt der Flasche um das Nervengift Nowitschok gehandelt hat. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus des Mannes gelangte.

Das britische Pärchen war Ende Juni mit Vergiftungserscheinungen in Amesbury gefunden worden. Die Polizei ist schon vor einigen Tagen davon ausgegangen, dass die Briten einen Behälter mit dem Nervengift berührt haben müssen. Die Dosis des Kampfstoffes sei sehr hoch gewesen. Untersucht wird, ob es Verbindungen zum Fall Skripal gibt.

Nun soll nach Angaben der Polizei festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

Unweit von Amesbury, in Salisbury, waren der russische Ex-Spion Sergej und seine Tochter im März infolge eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen. Großbritannien macht Russland für den Vorfall verantwortlich. Die Regierung in Moskau bestreitet eine Verwicklung in den Fall.

Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Die nationale Gesundheitsbehörde in England hatte die Bevölkerung in Amesbury und dem nahen Salisbury erst vor wenigen Tagen aufgefordert, keine unbekannten Gegenstände vom Boden aufzuheben. Auch am Freitag gab die Polizei keine Entwarnung, „Wir können nicht garantieren, dass nicht noch mehr von der Substanz übrig geblieben ist“, sagte ein Polizeisprecher.

Die 44 Jahre alte Frau, die Opfer des zweiten Anschlags mit Nowitschok geworden war, starb am Sonntag, der Mann liegt im Krankenhaus. Polizisten hätten kurz mit dem vergifteten Briten sprechen können, teilte Scotland Yard Mitte dieser Woche mit.

Der 45-Jährige ist seit Dienstag wieder bei Bewusstsein. Am Mittwoch teilten die Ärzte mit, er sei nicht mehr in kritischem Zustand und habe sich über Nacht weiter erholt.

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  • dpa
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