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Großbritannien Reaktionen zur Johnson-Wahl: „Er wird großartig sein!“

Applaus aus den USA, verhaltene Glückwünsche aus Frankreich, kühle Gratulation aus Brüssel: Die Reaktionen auf die Wahl des Brexit-Hardliners Johnson sind gespalten wie selten.
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Boris Johnson neuer Premierminister – internationale Reaktionen Quelle: AP
Boris Johnson

Die Reaktionen auf Boris Johnsons Wahl zum Tory-Vorsitzenden sind gemischt.

(Foto: AP)

London So eindeutig wie seine Wahl an der Zahl der Stimmen ausgefallen ist, so gespalten sind die Stimmen zur Wahl von Boris Johnson. Während die einen ihm zur Wahl als Chef der britischen Konservativen teils überschwänglich gratulieren, mahnen andere bereits vor den möglichen Konsequenzen für den Brexit-Prozess – oder geben sich in ihren Reaktionen betont kühl.

Einer, der nicht gerade für seine zurückhaltende Art bekannt ist und dem durchaus Parallelen mit dem designierten britischen Premier nachgesagt werden, sparte denn auch nicht mit großen Worten: US-Präsident Donald Trump gratulierte dem Brexit-Hardliner: „Glückwunsch an Boris Johnson, dass er neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs geworden ist“, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. „Er wird großartig sein!“, fügte er hinzu.

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ließ dem künftigen britischen Premierminister Glückwünsche zu seinem Abstimmungserfolg ausrichten lassen, seine Worte allerdings klingen sachlich kühl: „Der Präsident will mit dem nächsten Premierminister so gut wie möglich zusammenarbeiten“, ließ er eine Sprecherin am Dienstag in Brüssel mitteilen.

Seine designierte Amtsnachfolgerin Ursula von der Leyen und der französische Staatschef Emmanuel Macron gratulierten Johnson ebenfalls. „Zunächst Glückwünsche an Boris Johnson, als Premierminister nominiert zu sein“, sagte von der Leyen am Dienstag vor einem Treffen mit Macron in Paris. „Ich freue mich darauf, eine gute Arbeitsbeziehung mit ihm (Johnson) zu haben.“ Macron dankte der bisherigen britischen Premierministerin Theresa May und sagte: „Ich beglückwünsche herzlich Boris Johnson.“

Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier machte unterdessen erneut klar, dass die EU die von Johnson geforderte Neuverhandlung des Austrittsabkommens ablehnt. Er schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Wir freuen uns darauf, mit Boris Johnson nach seiner Amtsübernahme konstruktiv zusammenzuarbeiten, um die Ratifizierung des Austrittsabkommens zu erleichtern und um einen geregelten Brexit zu gewährleisten.“

Möglich sind nach Barniers Worten lediglich Änderungen an der politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen.

Auch Noch-Premierministerin Theresa May gratulierte ihrem Nachfolger: „Wir müssen jetzt zusammenarbeiten, um einen Brexit zu vollziehen, der für das gesamte Vereinigte Königreich funktioniert und Jeremy Corbyn von der Regierung fernhält“, schrieb sie unmittelbar nach Johnsons Wahl am Dienstag auf Twitter.

„Sie haben meine volle Unterstützung von den Hinterbänken“, fügte sie hinzu. May hatte im Mai ihren Rücktritt angekündigt, nachdem es ihr nicht gelungen war, eine Mehrheit für den mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag zu bekommen.

Großbritanniens Oppositionschef Jeremy Corbyn forderte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses Neuwahlen. Johnson sei von weniger als 100.000 Parteimitgliedern der Konservativen unterstützt worden und habe nicht das Land hinter sich gebracht, schrieb der Labour-Politiker am Dienstag auf Twitter. Ein EU-Austritt ohne Abkommen, den Johnson nicht ausschließt, bringe Jobverluste und steigende Preise. „Die Bevölkerung unseres Landes sollte in einer Parlamentswahl entscheiden, wer Premierminister wird“, forderte er.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan machte Johnson eine klare Ansage: „Ich werde nie damit aufhören, meine Meinung gegen die katastrophale Bedrohung des Brexits zu sagen“, sagte der Labour-Politiker am Dienstag in London.

In anderen Bereichen – beispielsweise bei der Polizei oder im öffentlichen Verkehr – sollte man jedoch die Differenzen beilegen.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: An diesem Mittwoch wird Boris Johnson zum neuen britischen Premierminister ernannt. Das ist die To-do-Liste des May-Nachfolgers.

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