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Großbritannien Theresa May: Raus mit Applaus

In ihrer letzten Parlamentssitzung als Premierministerin bringen die Abgeordneten May viel Respekt entgegen. Kritik an Johnson überlässt sie anderen.
24.07.2019 - 16:02 Uhr Kommentieren
Die britische Premierministerin wird am Mittwoch aus dem Amt verabschiedet. Quelle: AFP
Theresa May mit Ehemann Philip

Die britische Premierministerin wird am Mittwoch aus dem Amt verabschiedet.

(Foto: AFP)

London Noch ein Auftritt im Parlament, ein Abschied mit Applaus – und auch mit Stil. Theresa May ist am Mittwochmittag mit Standing Ovations vom britischen Unterhaus als Regierungschefin verabschiedet worden. In ihrer letzten Fragestunde als Premierministerin lobten Abgeordnete aller Parteien ihre Errungenschaften im Kampf gegen die moderne Sklaverei, ihren Einsatz für Frauen und ihr Pflichtbewusstsein. Auch ihre schärfsten Kritiker zeigten sich versöhnlich. Sie habe selbst Abgeordnete, die ihr stark auf die Nerven gegangen seien, stets höflich behandelt, sagte Brexit-Hardliner Jacob Rees-Mogg.

Mehrfach wurde May aufgefordert, sich von ihrem Nachfolger Boris Johnson zu distanzieren oder ihm Ratschläge zu geben. Doch sie vermied jegliche Kritik an dem Mann, der als Außenminister und später als Brexit-Rebell zu ihrem Sturz entscheidend beigetragen hatte. Der neue Premierminister werde ihre volle Unterstützung haben, sagte May. Sie freue sich auf eine „erstklassige konservative Regierung“ unter Johnsons Führung. Die Partei sei bei ihm in guten Händen, und er werde das Land in eine „helle Zukunft“ führen.

Allenfalls zwischen den Zeilen waren Warnungen versteckt. So betonte die zurückgetretene Premierministerin, dass unter ihrer Regierung die Neuverschuldung auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gefallen sei. Es wird erwartet, dass Johnson den Trend wieder umkehrt. Er hat große Steuersenkungen und teure Infrastrukturprojekte angekündigt.

May erwähnte auch explizit, wie stolz sie auf das Entwicklungshilfeministerium sei. Es sei ein wichtiger Teil von „Global Britain“, sagte sie. Johnson hatte sich in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, das Ministerium mit dem 14-Milliarden-Pfund-Budget abzuschaffen und wieder in das Außenministerium einzugliedern. Entwicklungshilfe solle stärker den politischen und kommerziellen Interessen Großbritanniens dienen, hatte er im Februar geschrieben.

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    Vorbild für Corbyn?

    Die neue liberaldemokratische Parteichefin Jo Swinson fragte May, ob sie einen Ratschlag für Mädchen habe, wie man mit Männern umgehen solle, die glaubten, es besser zu können, aber nicht bereit seien, die nötige Arbeit zu erledigen – eine kaum verhohlene Anspielung auf den neuen Premier Johnson. May nutzte die Gelegenheit, Swinson zu ihrer Wahl zu gratulieren und anzumerken, dass es jetzt nur noch eine Partei im Unterhaus gebe, die noch nie eine Frau an der Spitze hatte: Labour.

    In ihrem letzten Schlagabtausch mit dem Oppositionsführer legte May dem Labour-Parteichef Jeremy Corbyn nahe, ihrem Beispiel zu folgen. Sie habe akzeptiert, dass ihre Zeit um sei. Vielleicht sei nun der Moment für ihn gekommen, es ihr gleichzutun.

    Die Ära May endete im Buckingham-Palast, wo Königin Elizabeth II. sie als Premierministerin entließ. Hinterher fuhr sie direkt nach Hause in ihren Wahlkreis Maidenhead westlich von London. Die Frau, deren Name wie kein zweiter mit dem Brexit verbunden ist, wird von nun an wieder einfache Abgeordnete sein.

    Mehr: Make Britain great again – Das sind Boris Johnsons Pläne für Großbritannien.

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