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Großdemonstrationen Zehntausende protestieren weltweit gegen Rassismus

Trotz Corona-Einschränkungen gehen weltweit Menschen auf die Straßen um gegen Polizeibrutalität und Rassismus zu demonstrieren. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Proteste.
06.06.2020 - 17:37 Uhr Kommentieren

Zehntausende demonstrieren gegen Gewalt und Rassismus

Berlin, Brisbane, Washington, Paris Zehntausende Menschen haben weltweit an den bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd gedacht und gegen Rassismus demonstriert. Allein im Hamburger Innenstadtgebiet kamen nach Angaben der Polizei etwa 14.000 Menschen zusammen.

In Berlin strömten Tausende auf den Alexanderplatz. Die Polizei sperrte nach eigenen Angaben umliegende Straßen für den Verkehr, um den Versammlungsort zu vergrößern. So sollte es den Teilnehmern angesichts der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ermöglicht werden, sich nicht zu nahe zu kommen.

„Es ist gut, dass von vielen auf ausreichend Abstand und das Tragen von Mundschutz geachtet wird“, schrieb die Polizei auf Twitter. Auch aus anderen deutschen Städten wurden große Versammlungen gemeldet, etwa Köln und München, wo angesichts zahlreicher Teilnehmer ebenfalls Straßen für den Verkehr gesperrt wurden.

In London zogen ebenfalls Tausende zum Parliament Square in der Nähe des britischen Parlaments und skandierten „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden, keine rassistische Polizei“. In Brisbane schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer der größten von mehreren angemeldeten Demonstrationen in der australischen Metropole auf 10.000.

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    Solidarität mit Demonstranten in USA

    Auch hier hielten viele Schilder mit dem Namen der Bürgerrechtsbewegung „Black Lives Matter“ in die Höhe als Zeichen der Solidarität mit den Demonstranten in den USA, die seit Floyds Tötung am 25. Mai tagtäglich gegen Polizeibrutalität und Rassismus protestieren. Zahlreiche Teilnehmer forderten auch ein Ende von Polizeigewalt gegen die Ureinwohner Australiens. Ähnliche Demonstrationen gab es in Sydney, Melbourne, Adelaide und anderen australischen Städten.

    Auch in Tokio und Seoul gab es Demonstrationen. In Thailand riefen Aktivisten wegen der Corona-Einschränkungen in Bangkok dazu auf, online Videos und Fotos hochzuladen, auf denen schwarz gekleidete Menschen ihre Faust in die Höhe recken und auf Schildern erklären, warum sie „vereint hinter Black Lives Matter stehen“

    Trotz der Verbote versammelten sich am Samstag zahlreiche Menschen im Zentrum von Paris - unter anderem in der Nähe der US-Botschaft am Place de la Concorde. Am späten Nachmittag demonstrierten auch Menschen am Champ de Mars in der Nähe des Eiffelturms - auch diese Demo war von der Polizei untersagt worden. Viele trugen Schutzmasken, aber längst nicht alle.

    In Frankreich sind Versammlungen von mehr als zehn Menschen in der Öffentlichkeit wegen Corona verboten. Bereits am Dienstagabend waren Tausende auf die Straße gegangen.

    Mit der größten Demonstration wurde im Laufe des Tages in Washington gerechnet. Lokalmedien gingen davon aus, dass mehrere Zehntausend Menschen in der US-Hauptstadt zusammenkommen dürften.

    Auf dem Gelände des Weißen Hauses stiegen am frühen Morgen mehrere Hundert Militärangehörige mit Schildern und Schutzausrüstung aus Bussen, wie ein Reuters-Fotograf berichtete. Bereits am Freitag fanden in vielen US-Städten erneut Protestmärsche und Kundgebungen statt.

    Floyd war gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihn in Minneapolis minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Der Polizist ließ auch dann nicht von Floyd ab, als dieser immer wieder stöhnte, er bekomme keine Luft. Der Vorfall wurde mit einer Handykamera festgehalten. Die Bilder sorgten weltweit für Entsetzen. Am Rande mehrerer Proteste kam es in den USA zu Plünderungen und Brandstiftungen.

    Mehr: George Floyds Tod stößt in USA viele Veränderungen an.

    • dpa
    • rtr
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