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Große Nationalversammlung Türkisches Parlament verabschiedet neues Anti-Terror-Gesetz

Das türkische Parlament hat ein neues Anti-Terror-Gesetz verabschiedet. Es erhält auch Regelungen des ausgelaufenen Ausnahmezustands aufrecht.
25.07.2018 - 17:46 Uhr Kommentieren
Der türkische Präsident hatte den Ausnahmezustand nach dem Putschversuch im Juli 2016 ausgerufen. Quelle: dpa
Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident hatte den Ausnahmezustand nach dem Putschversuch im Juli 2016 ausgerufen.

(Foto: dpa)

Istanbul Eine Woche nach Ablauf des Ausnahmezustands bekommen die türkischen Behörden mit einem neuen Anti-Terror-Gesetz weitreichende Befugnisse. Die Mehrheit der Abgeordneten im türkischen Parlament stimmte am Mittwoch für den umstrittenen Gesetzesentwurf der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, wie die Große Nationalversammlung via Twitter mitteilte. Die Regelung gilt für drei Jahre. Der Ausnahmezustand war am 19. Juli regulär ausgelaufen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Notstand nach dem Putschversuch vom Juli 2016 ausgerufen und sieben Mal verlängern lassen. Zehntausende Menschen wurden inhaftiert, rund 130.000 Staatsbedienstete verloren ihre Arbeit. Menschenrechtler und Opposition hatten gewarnt, dass mit der neuen Regelung der Ausnahmezustand unter anderem Namen fortgeführt werde.

Laut dem Gesetzentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und der nach Angabe von Parlamentariern ohne inhaltliche Änderungen angenommen wurde, sollen zum Beispiel die Gouverneure zumindest Teile ihrer Machtfülle aus dem Notstand behalten.

Sie sind befugt, solchen Menschen den Zugang zu bestimmten Orten zu verwehren, bei denen der Verdacht besteht, „die öffentliche Ordnung oder Sicherheit“ zu stören. Außerdem sollen sie weiter die Versammlungsfreiheit einschränken dürfen. Verdächtige können zwischen 48 Stunden und 12 Tagen in Polizeigewahrsam gehalten werden – mehr als vor Beginn des Ausnahmezustands.

Außerdem regelt das Gesetz weitere Entlassungen aus dem Staatsdienst. Die Pässe der wegen Terrorverdachts Entlassenen werden annulliert - wie auch im Ausnahmezustand.

  • dpa
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