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Guntram Wolff im Interview Bruegel-Chef: „Viele Firmen werden stärker diversifizieren“

Der Ökonom erwartet, dass Unternehmen sich künftig weniger abhängig von einzelnen Regionen machen werden – auch wenn das höhere Kosten bedeutet.
15.04.2020 - 04:10 Uhr Kommentieren
Der Ökonom geht davon aus, dass es nach der Krise weniger Geschäftsreisen geben wird als davor. Quelle: Corbis News/Getty Images
Guntram Wolff

Der Ökonom geht davon aus, dass es nach der Krise weniger Geschäftsreisen geben wird als davor.

(Foto: Corbis News/Getty Images)

Die Pandemie wird nicht das Ende der Globalisierung einleiten, glaubt der Chef des Brüsseler Forschungsinstituts Bruegel, Guntram Wolff. Viel hänge nun aber davon ab, ob die Abschottungstendenzen in der Politik die Oberhand gewännen.

Herr Wolff, erwarten Sie, dass die Pandemie die globalen Wertschöpfungsketten infrage stellen wird?
Bei medizinischen Gütern werden wir sicherlich ein Umdenken sehen. Die Politik wird die Hersteller drängen, kritische Produkte in Europa zu produzieren und größere Vorräte anzulegen, um im Notfall schnell reagieren zu können. In anderen Sektoren dürften die Regierungen die Entscheidungen hingegen den Unternehmen überlassen. Ich glaube nicht, dass wir eine Deglobalisierung auf breiter Ebene sehen werden.

Warum nicht?
Wir haben immer wieder Seuchen gesehen, die Pest-Pandemie im 14. Jahrhundert etwa oder die Spanische Grippe, und die Globalisierung ist danach weiter vorangeschritten. Aber das Coronavirus dürfte durchaus eine Delle hinterlassen.

Werden sich viele Firmen unabhängiger machen von einzelnen Ländern wie China?
Viele Unternehmen werden versuchen, stärker zu diversifizieren. Wer wegen des Produktionsstopps in einzelnen Regionen wie der Provinz Hubei Lieferprobleme bekommen hat, dürfte sich auch nach alternativen Zulieferern in anderen Erdteilen umsehen. Auch wenn es höheren Aufwand und Kosten bedeutet, Verträge mit zwei Lieferanten zu managen als mit einem. Ich gehe auch davon aus, dass es nach der Krise weniger kurze Geschäftsreisen geben wird als vorher – viele Manager erleben jetzt die Vorteile von Videokonferenzen.

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    Der Freihandel war schon vor der Pandemie in die Defensive geraten, der Zollkonflikt zwischen den USA und China hat auch viele europäische Unternehmen getroffen.
    Viel wird jetzt davon abhängen, ob die Institutionen des Freihandels wie die WTO durchhalten oder ob die Abschottungstendenzen weiter zunehmen. Dann würden auch viele Unternehmen ihre Produktion zurückverlagern.

    Auch die EU setzt verstärkt auf technologische Souveränität.
    Es gibt die Diskussion, in kritischen Infrastrukturen wie dem Cloudcomputing unabhängiger von den USA oder China zu werden, um politisch größeren Handlungsspielraum zu haben. Diese Diskussion ist jetzt erweitert worden um den Gesundheitsbereich.

    Mehr: Die Coronakrise verändert die globalen Wertschöpfungsketten. Statt Nähe und Effizienz sind jetzt Abstand und Sicherheit das Gebot der Stunde.

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