Hacker-Vorwurf Deutsche-Welle-Reporter in Weißrussland freigelassen

Die in Weißrussland festgehaltenen Journalisten sind größtenteils wieder frei. Auch ein Mitarbeiter der Deutschen Welle wurde wieder entlassen.
Update: 10.08.2018 - 16:55 Uhr Kommentieren
Den Festgenommenen wurde vorgeworfen, die Computersysteme einer staatlichen Nachrichtenagentur gehackt und illegal kostenpflichtige Meldungen genutzt zu haben. Unter ihnen auch ein Reporter der Deutschen Welle. Quelle: dpa
Deutsche Welle

Den Festgenommenen wurde vorgeworfen, die Computersysteme einer staatlichen Nachrichtenagentur gehackt und illegal kostenpflichtige Meldungen genutzt zu haben. Unter ihnen auch ein Reporter der Deutschen Welle.

(Foto: dpa)

MinskDie Behörden im autoritär geführten Weißrussland haben alle festgenommenen Journalisten Berichten zufolge wieder freigelassen. Auch ein Reporter der Deutschen Welle (DW) wurde am Freitagnachmittag in Minsk nach einer Befragung durch Ermittler entlassen, wie die unabhängige Agentur Belapan meldete.

Der Mann sagte, er könne sich nicht über Druck durch die Ermittler beklagen. Auch die Chefredakteurin von Belapan, Irina Lewschina, wurde nach einer gut zweistündigen Vernehmung freigelassen.

Die Staatsanwaltschaft in Minsk hatte am Donnerstag mitgeteilt, nach Untersuchungen und anderen Aktionen im Rahmen des „Kriminalfalles“ hätten die Ermittler entschieden, die Festgenommenen freizulassen.

Nach weißrussischen Angaben wurden am Dienstag und Mittwoch mehrere Journalisten festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, die Computersysteme der staatlichen Nachrichtenagentur Belta gehackt und illegal kostenpflichtige Meldungen genutzt zu haben. Im Zuge der Ermittlungen waren am Dienstag Redaktionen unabhängiger Medien durchsucht worden. Der DW-Mitarbeiter Paulyuk Bykowski hatte nach Angaben seines Senders dazu als Medienexperte beim Sender Euroradio Stellung genommen. Daraufhin wurde er am Mittwoch festgenommen.

Nach den Informationen der Deutschen Welle durchsuchten die Ermittler auch die Wohnung Bykowskis und beschlagnahmten seiner Frau Volha zufolge Computer, Tablets, Telefone, Sticks, Discs und Bankkarten. Der Sender forderte beim weißrussischen Botschafter in Berlin die unverzügliche Freilassung.

  • rtr
  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Hacker-Vorwurf: Deutsche-Welle-Reporter in Weißrussland freigelassen"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%