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Hackerangriff Gefälschte Pressemitteilung: Litauen soll USA um Atomwaffen gebeten haben

Die litauische Regierung widerspricht einer Pressemitteilung, die über die staatlichen Kanäle verbreitet wurde. Die Behörden vermuten eine Cyberattacke.
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In den drei baltischen Staaten sind seit Jahren Nato-Truppen stationiert. Quelle: AP
US-Jet übe Vilnius

In den drei baltischen Staaten sind seit Jahren Nato-Truppen stationiert.

(Foto: AP)

Vilnius In Litauen ist eine gefälschte Pressemitteilung mit dem angeblichen Wunsch nach US-Atomwaffen verbreitet worden. Demnach soll Staatspräsident Gitanas Nauseda die USA ersucht haben, eine Militärbasis in Litauen zu errichten und Atomwaffen in den Baltenstaat zu verlagern.

Das Außenamt in Vilnius teilte am Freitag mit, unbekannte Hacker hätten eine entsprechende E-Mail versandt, deren Absender angeblich die Abteilung für Kommunikation und Kulturdiplomatie des Ministeriums gewesen sei. „Dies ist wahrscheinlich ein komplexer Cyber-Informationsangriff. Die zuständigen Behörden untersuchen derzeit den Vorfall“, hieß es in der gefälschten Mitteilung.

Zu den Empfängern gehörten nach Angaben einer Ministeriumssprecherin mehrere Medien, Institutionen von Nato-Mitgliedstaaten und diplomatische Vertretungen. Das Außenamt habe das staatliche Zentrum für Cybersicherheit eingeschaltet, sagte sie der Agentur BNS. Ein Sprecher des litauischen Militärs brachte die Cyber-Attacke mit der Stationierung von neuen Einheiten der US-Armee in Verbindung, die zu Wochenbeginn im Zuge einer regulären Truppenrotation in Litauen eingetroffen waren.

Nach der Annexion der Krim hatte die Nato im Zuge der wachsenden Spannungen mit Russland jeweils rund 1000 Soldaten in die drei baltischen Staaten und nach Polen verlegt. Die Bataillone, sogenannte Battle Groups, dienen als eine Art Stolperdraht im Falle eines russischen Angriffs in der Region. Deutschland führt den 1200 Soldaten starken Nato-Verband in Litauen.

Gemeinsam mit anderen Nato-Partnern schützt die deutsche Luftwaffe von den Militärstützpunkten Ämari (Estand) und Siauliai (Litauen) den Luftraum über den baltischen Staaten. Die Luftabwehr gilt als eine der Schwachstellen in der Verteidigung der Baltenstaaten.

Die drei baltischen Staaten fühlen sich von Russland bedroht und wünschen sich noch mehr Unterstützung von der Nato. Präsident Nauseda bekräftigte diese Forderung in der vergangenen Woche beim Antrittsbesuch der neuen Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Die CDU-Politikerin erklärte bei ihrem Besuch, die Nato werde als Konsequenz aus dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags über eine mögliche Ausweitung des Militäreinsatzes im Baltikum beraten.

Tallinn, Riga und Vilnius bemühen sich neben dem Erwerb von Luftabwehrsystemen für kurze Reichweiten auch um die permanente Stationierung von Flugabwehrsystemen in der Region. Litauen will von den USA sechs Militärhubschrauber vom Typ UH-60M Black Hawk im Wert von etwa 300 Millionen Euro kaufen. Dies habe die Führung des nationalen Verteidigungssystems des baltischen EU- und Nato-Landes beschlossen, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius am Freitag mit.

Mehr: 37.000 Soldaten sollen im kommenden Jahr an der militärischen Großübung „Defender 2020“ zur Verlegung von Truppen nach Polen und ins Baltikum teilnehmen.

  • dpa
  • rot
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