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Handelskonflikt Südkorea will Wirtschaft unabhängiger von Japan machen

Eine Milliardeninvestition soll im Handelsstreit Vorteile bringen. Der Konflikt zwischen Südkorea und Japan wirkt auch auf deutsche Unternehmen.
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Südkorea will Wirtschaft unabhängiger von Japan machen Quelle: dpa
Handelsstreit zwischen Südkorea und Japan

Zum Boykott japanischer Produkte ruft ein Schild in einem Supermarkt in Seoul auf.

(Foto: dpa)

Seoul, Berlin Präsident Moon Jae In will die Abhängigkeit der südkoreanischen Wirtschaft von japanischen Vorprodukten verringern. Er bezeichnete den Handelskonflikt mit Japan am Montag als Weckruf. Die Regierung wird südkoreanische Unternehmen bei Übernahmen im Ausland finanziell unterstützten, mit Steuererleichterungen ausländische Investitionen anlocken und durch eine Absenkung von Arbeits- und Umweltvorschriften die Produktion örtlicher Unternehmen unterstützen, wie das Handelsministerium ankündigte.

Seoul kündigte an, innerhalb von sieben Jahren 7,8 Billionen Won (5,8 Milliarden Euro) auszugeben, um Technologien für industrielle Materialien und Bauteile zu entwickeln und die eigene Abhängigkeit zu verringern. Das Land beabsichtigt, die Versorgung mit 100 wichtigen Materialien und Komponenten für Halbleiter, Displaybildschirmen, Autos und andere bedeutende Exportprodukte zu festigen. In diesen Bereichen sind südkoreanische Unternehmen bislang von japanischen Zwischenprodukten abhängig.

Moon rief zudem Nordkorea zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit auf: „Den Vorteil, den die japanische Wirtschaft gegenüber uns hat, ist die Größe der Wirtschaft und des Binnenmarktes. Wenn der Süden und Norden durch wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Friedenswirtschaft schaffen könnten, könnten wir mit einem Ruck zu Japans Überlegenheit aufschließen.“

Der sich zuspitzende Streit zwischen Japan und Südkorea bereitet der deutschen Wirtschaft wachsende Sorgen. „Dieser Konflikt kommt zur Unzeit, für unsere Unternehmen drohen Kosten in Milliardenhöhe“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Streit komme hinzu zu den ohnehin schon bestehenden Handelskonflikten und der Abkühlung der Weltkonjunktur. „Das ist kein kleiner Konflikt, denn wir haben es mit sehr großen und globalisierten Volkswirtschaften zu tun.“

Die Regierung in Tokio entschied am Freitag, Südkorea als erstem Land überhaupt Handelsprivilegien zu entziehen. „Das bedroht das Wachstum in Korea“, sagte Treier. „Wir rechnen damit, dass unsere Exporte in das Land in diesem Jahr sinken werden.“ Bislang war der DIHK von Stagnation ausgegangen. Seoul drohte umgehend Gegenmaßnahmen an, auch Bokottaufrufe gegen japanische Unternehmen folgten. Japan belegte 2018 in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner Platz 15 mit einem Volumen von 44 Milliarden Euro, Südkorea folgt auf Platz 20 mit mehr als 29 Milliarden Euro.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich seit Oktober 2018 verschlechtert. Damals entschied das oberste Gericht Südkoreas, dass japanische Firmen Entschädigung an Südkoreaner zahlen müssen, die während der Besetzung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945 Zwangsarbeit leisten mussten. Japan reagierte empört.

Mehr: Der Streit um die Entschädigung von koreanischen Zwangsarbeitern eskaliert. Die Lage wird sich wohl verschlechtern, bevor sie besser wird.

  • ap
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