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Handelskrieg Chinas Ausfuhren in die USA brechen drastisch ein

Der anhaltende Handelskonflikt mit den USA bremst Chinas Exporte. Im November sind die Ausfuhren um 1,1 Prozent unerwartet stark gefallen.
08.12.2019 Update: 08.12.2019 - 13:31 Uhr 1 Kommentar
Das Land hat zum vierten Mal in Folge weniger ins Ausland ausgeliefert. Quelle: dpa
Chinesische Exporte

Das Land hat zum vierten Mal in Folge weniger ins Ausland ausgeliefert.

(Foto: dpa)

Peking Unter dem Druck des Handelskriegs mit den USA sind Chinas Ausfuhren in die Welt im November um 1,1 Prozent unerwartet stark gefallen. Es war der vierte monatliche Rückgang in Folge. Experten hatten eigentlich einen Zuwachs erwartet. Die Exporte allein in die USA brachen im November sogar um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wie der Zoll in Peking am Sonntag mitteilte. Die Importe aus den USA gingen um 2,8 Prozent zurück.

Die beiden größten Volkswirtschaften liefern sich seit mehr als einem Jahr einen erbitterten Handelskrieg mit gegenseitigen Strafzöllen. Der Konflikt drosselt die wirtschaftliche Entwicklung in beiden Ländern und schwächt auch die Weltkonjunktur, worunter Deutschland als große Exportnation besonders zu leiden hat.

Mit den amerikanischen Strafzöllen fielen die chinesischen Ausfuhren allein in die USA seit Jahresanfang um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Importe aus den USA gingen sogar um 23,3 Prozent zurück, wie der Zoll weiter berichtete. Das bilaterale Handelsvolumen verringerte sich in dem Zeitraum um 15,2 Prozent.

Neben den US-Sonderabgaben bremst auch die schwächere globale Nachfrage die chinesischen Ausfuhren. „Die Exporte unterschreiten die Erwartungen im November, indem sie trotz der Unterstützung durch günstige Basiseffekte einen überraschenden Rückgang verzeichnen“, kommentierte David Qu von Bloomberg Analytics. „Die Schwäche ist vermutlich noch nicht vorbei.“

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    Eine Rückkehr der Zuversicht und ein Exportaufschwung hängen nach Expertenangaben vom Verlauf der Handelsgespräche ab, die nach US-Schilderungen auf Hochtouren laufen. Allerdings droht am nächsten Sonntag eine neue Runde von Zollerhöhungen der USA auf Konsumgüter aus China, die den Konflikt eskalieren lassen könnte. Ob vorher eine erste Teilvereinbarung gefunden werden kann, muss sich zeigen. Die Frist 15. Dezember hatte US-Präsident Donald Trump gesetzt.

    Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse der Handelsgespräche wird Trump auch persönlich entscheiden, ob die neue Strafzölle in Kraft treten oder ob den Gesprächen noch mehr Zeit gegeben wird. Er droht mit zusätzlichen Importgebühren von 15 Prozent auf die Einfuhr von Konsumgütern wie Laptops, Smartphones, Kleidung und Spielzeug aus China im Wert von rund 150 Milliarden US-Dollar.

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    Ohnehin sind schon Importe aus China im Wert von rund 375 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen belegt – weit mehr als die Hälfte aller Exporte Chinas in die USA, die 2018 rund 557 Milliarden US-Dollar erreichten. Im Oktober hatte Trump bereits den Abschluss einer Teilvereinbarung über die erste Phase der Verhandlungen bis Mitte November in Aussicht gestellt, doch ziehen sich die Handelsgespräche seither weiter hin.

    Durch gezielte Veröffentlichungen beider Seiten gibt es ein ständiges Hin und Her in der Bewertung der Handelsgespräche, was auch die Börsen verunsichert. China hat das Klima zum Ende der Woche etwas verbessert, indem es ankündigte, die Zölle auf einige Lieferungen von Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA auszusetzen. Allerdings fordert China in den Verhandlungen über eine Teilvereinbarung, dass nicht nur die angedrohten neuen Zölle ausgesetzt, sondern auch die bestehenden Sonderabgaben zurückgefahren werden.

    Als ein Zeichen für die weiter schwache Konjunktur in China stiegen die Importe insgesamt im November nur leicht um 0,3 Prozent. Damit legten die Einfuhren aber erstmals seit April wieder zu - zumindest leicht. Der Anstieg lag auch über den Erwartungen, da Experten mit einem erneuten Rückgang gerechnet hatten.

    Mehr: Geheime Dokumente zeigen, wie die muslimische Minderheit der Uiguren in Lagern unterdrückt wird. Sanktionen gegen China plant die Bundesregierung aber nicht.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Handelskrieg: Chinas Ausfuhren in die USA brechen drastisch ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn der Verfasser des Artikels suggerieren will, dass China gegen die USA verliert, dann liegt er damit ziemlich falsch. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Zwar sind die chinesischen Ausfuhren im November insgesamt um 1,1% gesunken und die Exporte in die USA um 23% eingebrochen, das zeigt aber nur zu deutlich, dass China den Handelsrückgang mit den USA anderweitig fast kompensiert hat. Sollte sich der Trend fortsetzen wird China zunehmend vom Handel mit den USA unabhängiger und das Druckpotential der Sanktionen geringer.
      Ob Trump so seinem Land einen Gefallen tut halte ich für fraglich, zumal sich an der momentanen Situation bis zu den USA Wahlen wahrscheinlich nichts nennenswert ändern wird.
      Dies vor dem Hintergrund, dass die Exporte der USA nach China auch rückläufig sind.
      Man sollte derartige Zahlen doch seriöser kommentieren.

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