Handelspartner Saudi-Arabien Gutes Geschäft zu jedem Preis?

Saudi-Arabien ist ein geschätzter Handelspartner europäischer Länder und den USA. Doch nun zwingt der Konflikt zwischen Teheran und Riad die Partner dazu, ihre Haltung zu überdenken. Unsere Korrespondenten berichten.
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Umstrittener Geschäftspartner: Der saudische König Salman riskiert, dass westliche Länder auf Abstand zu seinem Regime gehen. Quelle: AFP
Der saudische König Salman

Umstrittener Geschäftspartner: Der saudische König Salman riskiert, dass westliche Länder auf Abstand zu seinem Regime gehen.

(Foto: AFP)

Die saudische Regierung hat die Spannungen im Nahen Osten verschärft, als das Land einen prominenten schiitischen Geistlichen und 46 weitere Menschen in Saudi-Arabien hinrichtete. Eine Menschenmenge stürmte daraufhin die saudische Botschaft in Teheran, woraufhin Riad und verbündete Länder die diplomatischen Beziehungen zu Iran abbrachen.

Angesichts dieser Eskalation im Nahen Osten wird gefordert, dass die USA und andere westliche Länder auf Distanz zur saudischen Regierung gehen und ihre Wirtschaftsbeziehungen zurückfahren. Doch viele Regierungen zögern – Saudi-Arabien ist wegen der hohen Ölvorkommen ein wichtiger Partner.

Die Allianz zwischen den USA und Saudi Arabien ist allen öffentlichen Versicherungen zum Trotz keine Freundschaft. Sie ist eine geopolitische Zweckbeziehung - begründet auf gemeinsamen Interessen, nicht auf gemeinsamen Werten. Öl gegen Sicherheit lautet die Geschäftsgrundlage. So war es im Kalten Krieg, und so ist es weiterhin. Doch das Fundament wird mürbe.

Die Zeichen der Entfremdung sind unschwer zu erkennen. Die neue, aktionistische Außenpolitik Riads missfällt den Amerikanern ebenso, wie sich die Saudis an Versuchen Washingtons stören, sich aus den Verwicklungen im Nahen Osten zu lösen. Die US-Regierung hält die saudische Bombenkampagne im Jemen für fehlgeleitet, die Saudis verärgert die Passivität der USA im syrischen Bürgerkrieg. US-Präsident Barack Obama begreift den internationalen Atom-Deal mit Iran als Baustein für eine neue, stabilere Ordnung im Nahen Osten, das saudische Königshaus befürchtet eine Machtverschiebung zu Gunsten Teherans.

Natürlich garantieren die Amerikaner weiterhin die Sicherheit der Saudis, in den vergangenen Jahren haben sie Waffenlieferungen in Höhe von mehr als 90 Milliarden Dollar bewilligt. Doch Schnittmengen der Interessen schwinden, das gilt auch im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Amerikaner wissen genau, dass die Saudis jene radikale Islamauslegung in die Welt tragen, auf deren Grundlage Terrorgruppen wie al-Qaida und der Islamische Staat entstanden sind. All diese Gegensätze, all diese Konfliktpunkte lassen sich durch wechselseitige Freundschaftsbekundungen nicht aus der Welt schaffen. Washington und Raid driften auseinander.

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