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Handelsstreit Annäherung an China: USA verschieben einige Strafzölle um drei Monate

Die US-Regierung wird die jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen später einführen. Eine erste Zahl zeigt das Volumen.
Update: 13.08.2019 - 17:10 Uhr Kommentieren
Handelsgespräche mit China ohne klares Ergebnis zu Ende gegangen. Nun kommen die USA Peking ein kleines Stück entgegen. Quelle: dpa
Containerschiff in Qingdao

Handelsgespräche mit China ohne klares Ergebnis zu Ende gegangen. Nun kommen die USA Peking ein kleines Stück entgegen.

(Foto: dpa)

Washington Die US-Regierung wird die Einführung der jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen verschieben. Der ursprünglich für September geplante Zollsatz in Höhe von zehn Prozent soll für Mobiltelefone, Laptops, Monitore, bestimmtes Spielzeug und manche Schuhe und Kleidungsstücke erst ab 15. Dezember gelten, wie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer diesen Dienstag erklärte. Damit wird das Weihnachtsgeschäft in den USA wohl noch kaum von den Zöllen betroffen sein.

Das chinesische Handelsministerium bestätigte die Gespräche. Ranghohe Unterhändler hätten telefonisch mit Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin telefoniert. Sie hätten vor, in zwei Wochen wieder miteinander zu reden.

Das Volumen der verschobenen Strafzölle ist noch unklar. Es könnte sich aber um einen großen Teil des insgesamt 300 Milliarden Dollar großen Pakets handeln: Allein die Zölle auf Smartphones machen mehr als 40 Milliarden Dollar an Wert aus. Eine genaue Aufstellung der ausgenommenen Produkte – und damit eine entsprechende Zahl – soll in Kürze veröffentlicht werden, hieß es in der Erklärung des US-Handelsbeauftragten.

Zudem würden bestimmte für die Gesundheit oder die nationale Sicherheit wichtige Produkte permanent ausgeschlossen, hieß es weiter. Zunächst blieb daher unklar, welcher Teil der Importe von den Strafzöllen verschont bleiben würde.

US-Präsident Donald Trump hatte die Strafzölle von zehn Prozent auf Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar Anfang August angekündigt. Er hat sich auch schon zu den Entwicklungen geäußert. Er wirft China vor, es halte sich nicht an die Vereinbarung, mehr Produkte von US-Farmern zu importieren.

Die Bundesregierung begrüßt die Entscheidung aus Washington. Alles, was zur Entspannung des Handelsstreits zwischen den USA und China beitrage, sei gut, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Dies könne allerdings nur ein erster Schritt sein. Für Deutschland sei entscheidend, ob Trump auf die angedrohten Strafzölle auf Autoimporte aus der Europäischen Union (EU) verzichte. Zudem sehe man die geplanten US-Sanktionen wegen der geplanten Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland mit großer Sorge.

Der Schritt der USA erfolgt ausgerechnet am Tag der Präsentation der US-Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten legten um 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Damit bleibt die Inflation hartnäckig niedrig.

Zuvor waren Handelsgespräche mit China ohne klares Ergebnis zu Ende gegangen. Die bereits bestehenden Strafzölle von 25 Prozent auf Importe im Wert von rund 250 Milliarden Dollar bleiben davon unberührt. Mit der Einführung der neuen Strafzölle sollten fast alle Importe aus China erfasst werden.

Die USA und China wollten bislang im September erneut Gespräche zu einem Handelsabkommen führen. Das chinesische Handelsministerium teilte nun auf seiner Internetseite mit, der chinesische Vizepremierminister Liu He habe an diesem Dienstag mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin telefoniert. Demnach wollen China und die USA bereits in zwei Wochen telefonische Handelsgespräche führen.

Die Entspannungssignale verhelfen in Deutschland dem Dax zu einem Gewinnsprung von fast 300 Punkten innerhalb einer halben Stunde. Auch an der Wall Street gab die Nachricht den US-Indizes Auftrieb: Der Dow Jones legt innerhalb kürzester Zeit 400 Punkte zu.

Die vorige Gesprächsrunde zwischen den USA und China im Juli war ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Trumps Regierung verhängte daraufhin die neuen Strafzölle.

Mit Agenturmaterial.

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