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Handelsstreit China nimmt wichtige US-Exportgüter von höheren Zöllen aus – Trump erwägt vorläufigen Deal

China und die USA senden neue Entspannungssignale im Handelsstreit: Peking will auf einige Zollerhöhungen verzichten – und Trump kann sich ein vorläufiges Abkommen vorstellen.
Update: 13.09.2019 - 12:23 Uhr 1 Kommentar
Bei Soja und anderen US-Agrarprodukte will China auf Zollerhöhungen verzichten. Quelle: dpa
US-amerikanische und chinesische Flagge

Bei Soja und anderen US-Agrarprodukte will China auf Zollerhöhungen verzichten.

(Foto: dpa)

Washington China wird Soja und andere US-Agrarprodukte von seinen angekündigten Zollerhöhungen ausnehmen. Auch auf Schweinefleisch würden vorerst keine höheren Zölle erhoben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Weitere Einzelheiten meldete sie nicht.

Soja ist das wichtigste US-Exportgut nach China. Die Ankäufe stoppten jedoch, nachdem US-Präsident Donald Trump im Technologie- und Handelsstreit Zölle auf chinesische Produkte erhöht hatte. Der jetzt verkündete Schritt Chinas könnte eine Geste guten Willens sein, bevor beide Staaten ihre Handelsgespräche fortsetzen.

Zuvor hatte Trump bereits angekündigt, die nächste Zollerhöhung für chinesische Produkte zu verschieben. Trotz dieser Gesten erwarten Experten nicht, dass sich die USA und China noch in diesem Jahr auf ein Abkommen einigen können. Dazu gebe es zu viele Meinungsverschiedenheiten.

Trump könnte sich im Handelsstreit mit China auch ein vorläufiges Abkommen vorstellen. „Wenn wir den Deal machen wollen, lasst es uns machen“, sagte Trump am Donnerstag vor Reportern. Er wolle zwar lieber eine weitergreifende Vereinbarung, sagte Trump. Aber er würde einen einstweiligen Vertrag, wie es wohl von Analysten diskutiert werde, in Erwägung ziehen.

Zuvor hatten sowohl die USA als auch China versöhnlichere Töne angeschlagen. Die Führung in Peking begrüßte die Verschiebung einer Zollerhöhung durch Trump und signalisierte Bereitschaft zur Entspannung. Vor der Zollverschiebung hatte China bereits einige US-Produkte von Strafzöllen ausgenommen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem nächsten hochrangigen Treffen beider Seiten, das für Anfang Oktober in Washington angesetzt ist.

Aktienmärkte sind beunruhigt

Seit vergangenem Jahr überziehen sich die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte gegenseitig mit Zöllen. Dies bremst die globale Konjunktur.

Dem Internationalen Währungsfonds zufolge könnten die Zölle das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr um 0,8 Prozent schmälern. Auch die Aktienmärkte sind beunruhigt. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittern lassen.US-Finanzminister Steven Mnuchin rechnet nicht mit Auswirkungen auf die US-Wirtschaft in dieser Höhe.

Auslöser für den Handelskonflikt war ursprünglich die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Später forderte Trump auch strukturelle Veränderungen in China, die der Führung in Peking aber zu weit gehen. Auch sein Vorgehen gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei sowie seine Unberechenbarkeit in den Gesprächen verärgerte die chinesische Führung.

US-Präsident Trump will China mit den Strafzöllen zum Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens bewegen. Die Zölle dürften nach Ansicht von Experten mittelfristig zu Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen.

Mehr: Erst kam eine „Geste des guten Willens“ aus Peking, nun verkündet der US-Präsident eine eben solche. Im Handelskonflikt senden beide Seiten plötzlich sanftere Signale aus.

  • rtr
  • dpa
  • ap
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1 Kommentar zu "Handelsstreit: China nimmt wichtige US-Exportgüter von höheren Zöllen aus – Trump erwägt vorläufigen Deal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein vorläufiges Abkommen wird wohl nur eine Show für die Wahl sein. Was wäre denn konkret zu erreichen bei einem vorläufigen Abkommen? Dass die chinesische Mittelschicht jetzt mehr amerikanische Waren kauft? Mehr Sojabohnen? Mehr Fleisch? Oder das Öl vermehrt aus den USA? Das alles reicht nicht. Denn dafür ist die Kaufkraft in China trotz der 1,3 Mrd. Einwohner zu gering. Trump ist hier auf verlorenem Posten. Die Situation kann sicher gebessert werden, aber kaum in einem maßgeblichen Umfang.

    Bei dem staatlichen Reinregieren in ansässige Firmen oder den nachteiligen Regelungen hinsichtlich KnowHow sehe ich von China kein Interesse, etwas zu ändern. Auch hier ist kaum ein Richtungswechsel zu erwarten.

    Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass ein Neuverhandeln entweder ein großer Fake bleibt und einzig den Nationalismus in den USA bedient oder es geht gar nicht um ein Verhandeln, sondern darum, China als als aufstrebende Wirtschaftsmacht einzudampfen, solange es noch geht. Was von beidem es wird, werden wir bald sehen. Klar ist: Europa und Deutschland werden massiv darunter leiden. Allein schon durch die Einbrüche der Kaufkraft in China.