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Handelsstreit Die Verschiebung der US-Strafzölle gegen China ist nur eine Verschnaufpause

Der Aufschub der US-Strafzölle gegen China ist kein Entgegenkommen. Stattdessen sind die Gründe für den Aufschub wohl innenpolitischer Natur.
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Ursprünglich wollten die USA bestimmte Importe aus China mit Strafzöllen von zehn Prozent belegen. Quelle: dpa
Ein Container wird verladen

Ursprünglich wollten die USA bestimmte Importe aus China mit Strafzöllen von zehn Prozent belegen.

(Foto: dpa)

Peking Mit Blick auf die chinesische Wirtschaft war das überraschende Einlenken von US-Präsident Donald Trump diesen Dienstag nur ein kurzer Hoffnungsschimmer. Bereits Mittwoch meldete die chinesische Statistikbehörde ernüchternde Zahlen zur Industrieproduktion in der Volksrepublik. Demnach legte diese im Juli nur noch 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Der Anstieg ist der schwächste seit Februar 2002.

Dass sich der Handelsstreit zwischen China und den USA immer stärker auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt durchschlägt, zeigt sich auch an anderen Zahlen. Denn ebenfalls schwächer als erwartet wuchs der Einzelhandelsumsatz. Er legte im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent zu. Im Juni hatte der Anstieg noch bei knapp zehn Prozent gelegen.

Experten rechnen damit, dass sich die Konjunktur weiter eintrübt und die Pekinger Regierung eingreifen muss, um die Wirtschaft stärker als bislang zu stützen. So rechnen die Ökonomen der UBS damit, dass sich das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 6,1 Prozent verlangsamt, wie es in einer Mitteilung hieß.

Bereits im zweiten Quartal war die chinesische Wirtschaft nur noch um 6,2 Prozent gewachsen. Die Wachstumsrate war damit auf das niedrigste Niveau seit fast drei Jahrzehnten gefallen. „Chinas Wirtschaft benötigt mehr Unterstützung, denn der Gegenwind ist ziemlich stark“, sagte Ökonom Larry Hu vom Finanzhaus Macquarie in Hongkong. „Die Politik wird an einem bestimmten Punkt mehr tun müssen für Infrastruktur und Bau“, so Hu. Das könnte gegen Ende des Jahres der Fall sein.

Keine Zugeständnisse der USA

Die USA hatten Anfang August überraschend angekündigt, auf Importe aus China im Wert von 300 Milliarden Dollar einen Sonderzoll von zehn Prozent zu erheben. Diesen Dienstag teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten dann ebenso überraschend mit, dass die Einführung von Sonderzöllen auf Güter wie Laptops und Mobiltelefone nun verschoben werden soll.

Die Gründe dafür sind wohl innenpolitischer Natur: Die US-Regierung fürchtet den Zorn von Verbrauchern und Einzelhändlern in den USA, wenn diese Produkte ausgerechnet zur Weihnachtszeit teurer werden.
Die Anleger in Asien reagierten dennoch erleichtert auf die Zugeständnisse. Doch obwohl einige chinesische Produkte ausgenommen sind – für viele sollen weiterhin die Sonderzölle ab 1. September gelten. Und auch die anderen Zölle sind zunächst nur ausgesetzt.

Die chinesische Seite habe in dem Gespräch am Dienstag signalisiert, mehr Agrarprodukte aus den USA zu kaufen, erklärte Trump nach der Verschiebung der Strafzölle. Man selbst habe aber keine Zugeständnisse gegenüber China gemacht, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross am Mittwoch dem US-Sender CNBC.

Mit der Führung in Peking seien zwar weitere Telefonate geplant, so Ross, persönliche Gespräche seien aber derzeit nicht vorgesehen. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hatte diesen Dienstag mitgeteilt, er habe mit dem chinesischen Vizepremier Liu He gesprochen, man wolle in zwei Wochen erneut telefonieren. Das chinesische Handelsministerium bestätigte die Gespräche. Ein Treffen ist im September geplant. Ein genaues Datum gibt es aber noch nicht.

Mehr: Ren Zhengfei will Chinas größten Technologie-Konzern innerhalb von fünf Jahren neu organisieren. Damit reagiert er auf die Sanktionen aus den USA.

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