Handelsstreit Donald Trump verhängt neue Strafzölle gegen China

Der US-Präsident hat Sonderzölle im Wert von 200 Milliarden Dollar auf Importe aus China verkündet. Peking will die laufenden Gespräche nun erstmal unterbrechen.
Update: 18.09.2018 - 07:26 Uhr 1 Kommentar
Der US-Präsident hat weitere Zollmaßnahmen gegen China verkündet. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident hat weitere Zollmaßnahmen gegen China verkündet.

(Foto: AP)

WashingtonDonald Trump hat neue Strafzölle gegen China angekündigt. Am Montagabend (Ortszeit) teilte das Weiße Haus mit, dass neue Zölle im Wert von 200 Milliarden Dollar auf chinesische Importe eingeführt werden. Zunächst sollen die Zölle bei zehn Prozent liegen, bis Ende des Jahres könnten sie auf 25 Prozent angehoben werden.

Die neuen Maßnahmen sollen am 24. September in Kraft treten, kündigte die US-Regierung in Washington. Damit haben die USA den Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf eine bisher neue Eskalationsstufe getrieben.

Falls China nun – wie bereits im Vorfeld angekündigt – mit Gegenmaßnahmen gegen die US-Landwirtschaft oder andere Industriezweige antwortet, würde die US-Regierung eine weitere dritte Phase einläuten, sagte Trump laut der Mitteilung. Dann würden noch weitere 267 Milliarden Warenimporte aus China mit Extrazöllen belegt.

Die Tür für Gespräche bleibe jedoch weiterhin offen. Einige Produktgruppen, darunter Smart Watches von Apple, Bluetooth-Artikel sowie Hochstühle und Autositze für Kinder sollen ausgenommen werden, hieß es weiter.

„Wenn andere Länder keinen fairen Handel treiben, werden sie mit Zöllen belegt“, twitterte Trump am Montag. Negativeffekte für die USA seien bisher kaum messbar.

China hatte bereits vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts gewarnt. Geng Shuang, eine Sprecherin des Pekinger Handelsministeriums, bekräftigte am Montag, dass die Volksrepublik mit „Gegenmaßnahmen“ reagieren werde, sollten die USA weitere Strafzölle gegen China verhängen. Man werde sich „entschlossen verteidigen“, hieß es.

Nach Trumps Ankündigung wird Peking in der kommenden Woche wahrscheinlich auch keine Handelsdelegation nach Washington schicken. Die Zeitung „South China Morning Post“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf chinesische Regierungskreise, eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen.

Als Vorbedingung für weitere Gespräche habe die Führung in Peking allerdings ein Signal „hinreichenden Entgegenkommens“ gemacht. Daher würden die bisherigen Pläne auf den Prüfstand gestellt, kommende Woche eine Delegation unter Leitung von Vize-Regierungschef Liu He zu neuen Verhandlungen in die USA zu entsenden.

Ein Peking-naher Berater von Liu sagte dem Handelsblatt, dass nur ein Durchbruch im Handelsstreit nur noch durch US-Präsident Trump und den chinesischen Staatspräsidenten Xi erzielt werden könne. „Trump möchte selbst den Deal machen“, sagt er.

An den Börsen des Landes hatte sich bereits weitere Verunsicherung breitgemacht. Der Shanghai Composite beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2651 Punkten. Damit rutschte die chinesische Leitbörse auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Auch die New Yorker Wall Street hatte kurz vor Börsenschluss mit Blick auf eine Ankündigung Trumps mit sinkenden Kursen reagiert.

Die zweigleisige China-Strategie der Trump-Regierung – neue Strafzölle auf der einen Seite, die Bereitschaft, eine Lösung in Handelsgesprächen zu suchen, auf der anderen Seite – deutet an, dass das Weiße Haus in zwei Lager geteilt ist. Trump will Peking auf der einen Seite zeigen, dass er bereit ist, den Druck zu erhöhen, um die Oberhand in dem Handelsstreit zu behalten.

Mit Material von dpa

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1 Kommentar zu "Handelsstreit: Donald Trump verhängt neue Strafzölle gegen China"

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  • Im Westen nichts Neues! Trump spielt weiterhin die Rolle des ugly american und übersieht, dass seine Politik die Nation schwächt. Der amerikanische Konsument kann nur weniger kaufen für sein Geld , der Dollar wird immer schwächer und das Ansehen des amerikanischen Präsidenten sinkt. Hoffentlich wird das Elend bald enden.
    In der Entwicklung der Menschheit hat es viele sich idiotisch verhaltene Häuptlinge gegeben, was ist von ihnen geblieben? Auch Trump wird nur ein winziges Zucken in der Geschichte verursachen. Den größten Entwicklungssprung der Geschichte dieses Jahrhunderts wird wohl doch bei China liegen und nicht in Amerika.

    Volker Kobelt

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