Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Handelsstreit EU bietet den USA an, Zölle auf Industrieprodukte abzuschaffen

Die EU gibt nach – und stellt laut Wirtschaftsminister Altmaier den USA in Aussicht, die Zölle auf Industrieprodukte auf null zu senken. Das soll auch der schwächelnden Konjunktur helfen.
Kommentieren
Die Europäische Union ist nach den Worten von Peter Altmaier zu drastischen Schritten bereit. Quelle: dpa
Altmaier setzt auf Deeskalation

Die Europäische Union ist nach den Worten von Peter Altmaier zu drastischen Schritten bereit.

(Foto: dpa)

Berlin, Frankfurt Die Europäer sind nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Handelsstreit mit den USA zu weitreichenden Zugeständnissen bereit. „Wir haben uns bereit erklärt, die Zölle bei den wichtigen Industrieprodukten auf null zu senken“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Damit wäre auch der Vorwurf ausgeräumt, dass amerikanische Autozölle niedriger als europäische seien.“

Europa sei im Zuge eines solchen Industriezollabkommens auch bereit, die Zölle für Pkw-Exporte nach Europa zu senken – „und zwar auf null“. Gleichzeitig würde man den US-Exporteuren entgegenkommen, indem sie ihre Erzeugnisse in vielen Fällen nicht mehr nach europäischem Recht zertifizieren müssten.

US-Präsident Donald Trump droht der EU seit Monaten und damit vor allem Deutschland, hohe Strafzölle auf den Import europäischer Autos in die USA zu erheben, wenn die Europäer nicht endlich seine Forderung nach niedrigeren Zöllen für US-Fahrzeuge erfüllten. Er hat eine Entscheidung darüber bis November verschoben.

Diese internationalen Handelsstreitigkeiten und politischen Unsicherheiten belasten die Geschäfte deutscher Exportunternehmen bereits. Der Außenhandelsverband BGA rechnet für 2019 inzwischen mit einem halb so starken Wachstum wie im vergangenen Jahr. „Wir gehen davon aus, dass das Exportvolumen in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigt“, sagte Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Deutschen Presse-Agentur. 2018 hatte es noch ein Plus von drei Prozent gegeben.

„Ein Wachstum von 1,5 Prozent ist angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen und wachsenden Konkurrenz auf dem Weltmarkt vor allem aus China eine gute Nachricht“, betonte Bingmann. „Das zeigt, dass deutsche Hersteller starke Produkte mit hervorragendem Service anbieten.“ Zunächst hatte der BGA für dieses Jahr mit einem Anstieg der Warenausfuhren von bis zu 3,0 Prozent gerechnet. Zuletzt hatten mehrere Wirtschaftsverbände ihre Prognosen gesenkt.

Firmen halten sich mit Investitionen zurück

Belastet werden die Geschäfte vor allem durch das schwächere Wachstum des wichtigen chinesischen Marktes und durch die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte. „Die Verunsicherung wächst durch die von einigen politischen Protagonisten verursachte Unruhe“, sagte Bingmann.

„Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China und den Unwägbarkeiten des Brexits sorgt der Konflikt zwischen Washington und Teheran für zusätzliche Verunsicherung.“ Die Folge: Firmen halten sich mit Investitionen zurück, bei Unternehmen gehen weniger Bestellungen ein.

Sorgen bereitet den deutschen Exportunternehmen die Zunahme von Handelshemmnissen. „Dabei geht es nicht nur um Zölle, sondern auch um sogenannte nichttarifäre Hemmnisse, zum Beispiel technische Vorschriften“, erläuterte Bingmann. Gerade Letztere hätten stark zugenommen. „Manche Länder versuchen damit, heimische Branchen vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Wir sehen das mit Schrecken, für das Tagesgeschäft ist diese Entwicklung sehr belastend.“

Positiv bewertet Bingmann die Einigung der Europäischen Union (EU) mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur auf ein Freihandelsabkommen sowie die Vereinbarung mit Vietnam. „Entscheidend ist, dass man miteinander im Gespräch bleibt.“

An die Bundesregierung appellierte der BGA-Präsident, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern: „Wir brauchen dringend ein wettbewerbsfähiges Umfeld.“ Dazu zählte Bingmann ein „zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz“ mit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit sowie eine Unternehmensteuerreform. Die Steuerbelastung deutscher Firmen sei im internationalen Vergleich besonders hoch.

Mehr: Die Industrieaufträge sind zwar stark eingebrochen, die Konjunkturprognosen sinken. Dennoch verbreiten Wirtschaftsforschungsinstitute gefährlichen Zweckoptimismus.

  • dpa
  • rtr
  • deli
Startseite

Mehr zu: Handelsstreit - EU bietet den USA an, Zölle auf Industrieprodukte abzuschaffen

0 Kommentare zu "Handelsstreit: EU bietet den USA an, Zölle auf Industrieprodukte abzuschaffen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote