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Handelsstreit Mexiko macht Ernst – 20 Prozent Strafzoll auf US-Schweinefleisch

Mexiko reagiert auf Trumps kürzlich in Kraft getretene Strafzölle: US-Schweinefleisch im Wert von einer Milliarde Dollar wird jetzt teurer.
Update: 05.06.2018 - 11:40 Uhr 3 Kommentare

Trumps Dominoeffekt – So schaden die Strafzölle amerikanischen Unternehmen

Mexico City, DüsseldorfIm Streit um die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium holt Mexiko zum Gegenschlag aus: Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters verhängt die Regierung einen Strafzoll in Höhe von 20 Prozent auf Importe von US-Schweinefleisch. Die Zölle sollen für Schweinebeine und -schultern in gefrorenem wie im frischen Zustand gelten.

Mexiko setzt damit die bereits angekündigte Maßnahme um – bislang war nur die Höhe des Zollsatzes noch offen. Die mexikanische Regierung hat die Einführung des Strafzolls bislang nicht bestätigt.

Der Strafzoll trifft nach Angaben von Experten etwa 90 Prozent aller Schweinefleisch-Importe Mexikos aus den USA. Im Jahr 2017 importierte Mexiko Schweinefleisch im Gesamtvolumen von 1,07 Milliarden Dollar (915 Millionen Euro).

Die Devisenmärkte haben auf die mexikanischen Strafzölle reagiert: Der Peso hat am Dienstag an Wert verloren. Im Gegenzug stieg der Kurs des Dollars um bis zu 0,7 Prozent und lag mit 20,2077 Peso so hoch wie zuletzt vor mehr als einem Jahr.

Mexiko hat damit auf die seit dem 1. Juni geltenden US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium reagiert. Anfang Juni hatte US-Präsident Donald Trump die zwei Monate lang geltende Ausnahmeregelung für das Land aufgehoben – ebenso wie für die EU und Kanada.

Heriberto Hernandez, Präsident von Mexikos führender Vereinigung von Schweinefleisch-Produzenten Oporpa, sagte Reuters, er unterstütze die Entscheidung der Regierung und erwarte keinen Anstieg der Preise durch den Strafzoll. Es gebe viele Alternativen zu US-Lieferanten, sagte Hernandez.

Damit könnte er Erzeuger in der EU meinen. Im April hatten sich die EU und Mexiko auf ein Abkommen geeinigt, wonach Agrarausfuhren aus der EU wie Geflügel, Käse, Schokolade, Teigwaren und Schweinefleisch künftig wohl zollfrei ablaufen sollen.

Victor Manuel Ochoa, CEO von Mexikos größtem Schweinefleisch-Produzenten Granjas Carroll, geht hingegen von einer Preissteigerung von 15 oder 16 Prozent aus, wie er Reuters sagte. Es sei schwierig, nach den Strafzöllen den Preis stabil zu halten.

Auch Kanada käme aufgrund des Freihandelsabkommens Nafta infrage, die US-Exporte zu ersetzen. Ebenso sieht Ochoa Brasilien als temporären Ersatzlieferanten.

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3 Kommentare zu "Handelsstreit: Mexiko macht Ernst – 20 Prozent Strafzoll auf US-Schweinefleisch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das billigste und qualitativ schlechteste Schweinefleisch kommt aus der europäischen Massentierhaltung in Süddeutschland und den Niederlanden ... da brauchts keine Subventionen. Wir haben außerdem so viel davon, dass wir das amerikanische Fleisch leicht ersetzen können ... ob die Mexikaner das wollen, ist die andere Frage.

    Unsere Schweine sind voll mit Arzneimitteln und Pestiziden, aber immerhin weitgehend gentechnikfrei. Das könnte das beste Verkaufsargument sein.

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass der Handelskrieg ein Horror für Unternehmen/Investoren ist, weil keiner mehr weiss, was morgen wo gefragt sein könnte.

    Trump ist alles zuzutrauen, wirklich alles, auch, dass er, wenn es ihm gerade passt, über Nacht, alle ausländischen Firmen enteignen wird.

  • so ein Mist, jetzt wir Europa mit billigem US-Schweinefleisch überflutet.
    Da müssen unbedingt die Schweine-Subventionen in der EU erhöht werden? Stimmts?

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