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Handelsstreit mit China US-Präsident Trump denkt bereits über noch höhere Zölle nach

Die US-Regierung will im Handelsstreit mit China nachlegen. Dabei ist das Wachstum von Chinas Industrie einer Umfrage zufolge bereits auf ein Achtmonatstief gefallen.
Update: 01.08.2018 - 10:52 Uhr 1 Kommentar

Insider berichtet – „Trump will 25-Prozent-Zoll auf chinesische Importe“

Washington Die Sorgen über eine Eskalation im Handelskonflikt mit den USA trüben die Aussichten für Chinas Industrie. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will offenbar Zölle von 25 Prozent auf chinesische Importgüter im Wert von 200 Milliarden Dollar vorschlagen, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungsberater berichtet.

„Wenn man sich für Strafzölle entscheidet, um China zu stören, muss man sich eher für einen Wert von 25 Prozent entscheiden, statt von zehn“, zitiert die Zeitung den China-Experten Derek Scissors, der die Regierung in Washington in Handelsfragen berät. Eine offizielle Ankündigung könnte bereits an diesem Mittwoch erfolgen.

Mit dem Schritt solle der Druck auf die Regierung in Peking erhöht werden, Zugeständnisse zu machen. Eine Reaktion der chinesischen Regierung lag zunächst nicht vor. Eine Sprecherin des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme ab.

Die US-Regierung hatte ursprünglich von einem Zollsatz von zehn Prozent auf die Güter im Volumen von 200 Milliarden Dollar gesprochen. Dabei geht es um Lebensmittel, Chemieprodukte oder Verbraucherprodukte von Hundefutter über Möbel bis hin zu Autoreifen, Baseball-Handschuhen und Kosmetik.

Die Zölle sollen aber erst nach einer Kommentierungsfrist in ein paar Wochen greifen. Sollte dieser Satz nun mehr als verdoppelt werden, würde das den Handelsstreit zwischen den beiden weltweit führenden Volkswirtschaften weiter anheizen.

Die chinesische Führung signalisiert bereits eine mögliche konjunkturelle Ankurbelung der zweitgrößten Volkswirtschaft, um die Auswirkungen für ihre Exportwirtschaft aufzufangen.

Denn die Sorgen über einen handfesten Handelsstret zwischen den beiden größten Wirtschaftsnationen verschlechtern bereits spürbar den Exportmarkt für China, wie der neue Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ für das herstellende Gewerbe zeigt. Der wichtige konjunkturelle Frühindikator fiel im Juli von 51,0 Punkten im Vormonat auf 50,8, teilte das Blatt am Mittwoch mit. Es ist der niedrigste Stand seit November 2017.

Vor allem die neuen Aufträge für Ausfuhren fielen so schnell wie seit 25 Monaten nicht mehr. Liegt der Index, der sich auf private und mittelständische Firmen konzentriert, über 50 Punkten, ist von einer Expansion auszugehen, liegt er darunter, weist er auf eine Verschlechterung des Exportmarkts. Chinesische Firmen bauten bereits unter dem Strich Stellen ab. Auch der bereits am Dienstag veröffentliche offizielle Einkaufsmanagerindex signalisiert ein schwächeres Wachstum.

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Nach einer Sitzung des Politbüros am Dienstag versicherte Chinas Führung aber, mit einer „proaktiven Haushaltspolitik und vorsichtigen Geldpolitik“ die Wirtschaft auf einem „gesunden und stabilen Kurs“ halten zu wollen. Die Erklärung, die am Mittwoch in den Staatsmedien verbreitet wurde, deutet nach Ansicht von Beobachtern auf mögliche Konjunkturmaßnahmen hin.

Eine Lösung im Handelskonflikt zwischen der größten und der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist nicht in Sicht. Bisher laufen keine formellen Verhandlungen zwischen den USA und China. Doch berichtete Bloomberg unter Hinweis auf anonyme Quellen, dass Vertreter von US-Finanzminister Steven Mnuchin und Chinas Vizepremier Liu He informelle Gespräche darüber führten, wie der Verhandlungsprozess wieder aufgenommen werden könnte.

Macht Donald Trump Trump seine Drohungen wahr und erlässt wie geplant Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar, wäre die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen. Im Juli sind bereits Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten. Als nächstes sollen 25-prozentige Zölle auf weitere Einfuhren im Wert von 16 Milliarden US-Dollar folgen.

Zudem hatte der US-Präsident gedroht, womöglich alle chinesischen Importe im Wert von 500 Milliarden Dollar (2017) mit Strafzöllen überziehen zu wollen. China will mit Gegenmaßnahmen in ähnlichem Umfang antworten. Es wird befürchtet, dass diese dann über eigene Strafzölle hinausgehen dürften, da Chinas Importe aus den USA nur 130 Milliarden Dollar (2017) ausmachen. Trump stößt sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Regierung in Peking zudem unfaire Handelspraktiken vor.

Investoren und Wirtschaftsforscher befürchten, dass ein Handelskrieg zwischen den USA und China das weltweite Wachstum drosselt. US-Handelsvereinigungen haben Trump wegen seiner Zollpläne kritisiert. Erin Ennis, Vizepräsidentin für den US-chinesischen Wirtschaftsrat sagte, bereits zehn Prozent Zoll seien problematisch, aber 25 Prozent wäre deutlich schlimmer. „Die Kostensteigerungen werden an die Verbraucher weitergeleitet, und deswegen trifft es alle Amerikaner.“

  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Handelsstreit mit China: US-Präsident Trump denkt bereits über noch höhere Zölle nach"

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  • "Trump denkt" ist ein wirklich schönes Oxymoron.

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