Strafzölle gegen USA verhängt

Als Reaktion auf die von US-Präsidenten Trump angekündigten Strafzölle hat China weitere Strafen gegen die USA umgesetzt.

(Foto: dpa)

Handelsstreit Peking kontert Trump und verhängt Strafzölle auf 106 US-Waren

Peking hat umgehend auf die von den USA angekündigten Schutzzölle reagiert. Gerade Zölle auf Sojabohnen könnten Trump empfindlich treffen.
Update: 04.04.2018 - 10:53 Uhr 16 Kommentare

Im Handelsstreit mit den USA schlägt China mit gleicher Münze zurück. Das Finanzministerium in Peking kündigte am Mittwoch neue Zölle auf 106 US-Produkte im Gesamtvolumen von 50 Milliarden Dollar an.

So sollen zusätzliche 25 Prozent etwa auf Sojabohnen, Autos sowie Produkte der Chemie- und Flugzeugindustrie erhoben werden. Auch Whisky, Zigarren, Mais, Rindfleisch und Orangensaft sind demnach betroffen. Wann genau die neuen Zölle in Kraft treten, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden, hieß es im staatlichen Fernsehen. Der finanzielle Rahmen ist genauso hoch wie bei den neuen US-Zollplänen.

Peking reagierte damit auf eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der neue Strafzölle auf Produkte aus China erheben will. Das Ministerium kritisierte den Schritt der USA als Verstoß gegen internationale Handelsregeln und gab an, mit seiner Reaktion die „legitimen Rechte und Interessen“ Chinas zu schützen.

Vor allem Zölle auf Sojabohnen könnten Trump empfindlich treffen. Bundesstaaten wie Indiana und Ohio, wo Sojabohnen hergestellt werden, hatten während der US-Wahlen für den Republikaner gestimmt.

China ist der weltweit größte Importeur von Sojabohnen und der größte Käufer von Raps aus den USA. Allein im vergangenen Jahr stammten 32,9 Millionen Tonnen, also mehr als Drittel, der von China importierten Sojabohnen aus den USA, der Umsatz lag bei rund 14 Milliarden Dollar. Zhang Xiaoping, der chinesische Vertreter des US Sojabohnen-Verbandes sagte dem Handelsblatt, dass nach seinen Berechnungen ein 30-prozentige Zölle auf US-Sojabohnen den Import um 70 Prozent senken würde.

Die Käufe der asiatischen Nation sind auf Rekordhöhe gestiegen, da die Ausweitung der Massentierhaltung und ein Mangel an proteinreichen Futtergetreide den Konsum von Sojaschrot steigern.

Die USA wollen ihrerseits auf 1300 Produkte Strafzölle von 25 Prozent erheben. Der Fokus liegt dabei auf Hightech-Produkten. Ein Algorithmus rechnete aus, welche Tarife maximalen Schaden für die chinesische Wirtschaft und minimalen Schaden für die amerikanische bringen würde. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sollen jedes Jahr Importe im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar mit empfindlichen Abgaben belegt werden.

Die Liste, die das Büro des Handelsbeauftragten vorlegte, reicht von Chemiegütern bis hin zu Fernsehern, Fahrzeugen und Elektronik-Komponenten. Der Wert der Produkte spiegle den Schaden wider, der durch die „unzumutbare Politik des Technologietransfers“ entstanden sei, hieß es zur Begründung.

Die USA werfen China Dumpingpreise und andere unfaire Handelspraktiken sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist dies zurück. Der Streit schürte Sorgen vor einem globalen Handelskrieg und belastet die Finanzmärkte. Einige Beobachter fürchten, dass sich eine Spirale aus immer neuen wechselseitigen Strafmaßnahmen ergeben könnte.

China hatte daraufhin am Vormittag umgehend Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. „China plant, das relevante US-Vorgehen unverzüglich vor die WTO-Schlichtungsstelle zu bringen, und ist bereit, Gegenmaßnahmen für US-Produkte mit der gleichen Intensität und Tragweite zu ergreifen, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden“, hatte das chinesische Handelsministerium am Mittwoch angekündigt.

Erst am Montag hatte China ebenfalls auf die jüngsten Eskalationen im Handelsstreit reagiert und 128 US-Produkte mit Importzöllen belegt.

Wert von 50 Milliarden Dollar – USA provozieren China mit neuen Strafzöllen

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16 Kommentare zu "Handelsstreit: Peking kontert Trump und verhängt Strafzölle auf 106 US-Waren"

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  • Trump will die amerikanische industrie stärken. Dabei hat er vergessen, dass die amerikanische Industrie kontinuierlich an Bedeutung verloren hat. Der dominate Sektor der USA ist der Dienstleistungsektor mit fast 79 % des BIP, und das schon eine Vielzahl von Jahren. Die Indsutrie ist mit mit 20 % Anteil am BIP vertreten. In der Bundesrepublik Deutschland liegt dieser Anteil um 10 % höher, also ist die industrielle Seite um 50 % höher am BIP in Deutschland vertreten als in den USA.

    Mail davon abgesehen: Mich würde mal interessieren, wie man in Seattle denkt. wenn China die in Betracht gezogenen Maßnahmen für Flugzeuge umsetzen würde.

    Noch eine Anmerkung: Trump hat auch erkennen lassen, dass Indien ein nächster Kandidat für gleichartige Maßnahmen wie gegen China sein könnte. Der Gröpaz hat wohl noch nicht begriffen, dass Asien sich zu einem Dreh- und Angelpunkt für den Welthandel entwickeln wird und bereits heute eine große Bedeutung erlangt hat.


  • Die USA haben das Recht aus dem Welthandel auszusteigen.

    Für den Rest der Weltgemeinschaft bedeutet dies jedoch, rechtzeitig vorzubeugen, damit sie nicht im Abwärtsstrudel der USA mitgerissen werden.

    Dies betrifft unmittelbar die derzeitige Welt-Leitwährung US-$, die bei weniger Handel der USA, zwangsläufig weiter abstürzen wird.

    War 1 Gramm Gold vor 70 Jahren noch für 1 US-$ zu haben, müssen dafür heute 40 US-$ bezahlt werden.

    Nach "America First" werden dies jedoch 400 US-$ sein.

    Die Bundesregierung wäre gut beraten, ihre Goldvorräte, die sie noch immer zur Hälfte in den USA lagert, schnellstens nach Deutschland zurück zu holen, bevor diese von Trump mit einem Not-Dekret beschlagnahmt werden.

    Die Weltgemeinschaft dagegen wäre gut beraten, eine neue Welt-Leitwährung aus dem Durchschnitt aller derzeit wichtigen Währungen zu schaffen, damit Trump nicht die Notenpresse anwirft, um so US-$-Verluste abfedern zu können.

  • Wie sieht es denn damit aus, Herr Gans:

    Der Import von Autos aus den USA wird in der EU mit 10% Zoll belegt. Umgekehrt, von der EU nach den USA, sind es derzeit noch 2,5%.
    Falls Trump jetzt ebenfalls die Zölle (ohne WTO) auf 10% erhöhen würde, wären das dann "Strafzölle", während die 10% der EU Zölle sind?

  • @Caruso
    Zölle sind mit den Handelspartner vereinbart oder mit der WTO abgesprochen.
    Zum Beispiel Zölle gegen Dumping wegen billig Stahl aus China sind erlaubt worden von der WTO.

    Strafzölle werden einseitig von einen Land erhoben, um die eigene Industrie generell vor Wettbewerb (auch wenn dieser korrekt handelt zb ohne Dumping) zu schützen. Diese sind nicht erlaubt und man kann sich bei der WTO beschweren. Blöd nur dass die USA Gründungsmitglied der WTO ist und diese Regeln früher mitgestaltet hatte.

  • Was soll eigentlich der Unterschied zwischen Zöllen und sog. "Strafzöllen" sein???
    Ich vermute, wenn der, der sie erhebt, unserer Presse sympathisch ist (etwa die EU), heißt es Zölle, im anderen Fall eben Strafzölle.

    Trump hat mit seiner Politik des Protektionismus den Weg der Vernunft eingeschlagen. Die Globalisierung ist weitgehend das Geschäft einiger weniger, das von der Allgemeinheit bezahlt wird.
    In dem Land produzieren, wo es am billigsten ist und dann dort verkaufen, wo es am teuersten ist: Sowas ist auf Dauer nicht hinnehmbar.

  • Schade, dass die Zölle auf europäisches Aluminum doch nicht von Herrn Trump erhoben wurde. Der Umwelt hätte es geholfen.
    Wie überhaupt Strafzölle super gut für die Umwelt sind. Wann hat das ewige Herumgegurke von Waren quer durch die Welt (verbunden mit der Verseuchung der Meere und der Luft) endlich ein Ende?
    Ich bin für noch viel mehr Strafzölle. Auch Europa sollte Strafzölle zahlen für den Export von Gütern nach beispielsweise Afrika. Mit dem Export von beispielsweise Landwirtschaftsprodukten nach Afrika wird nur die afrikanische Wirtschaft und Entwicklung negativ beeinträchtigt. Der Welthandel und Wohlstand für alle - dass ich nicht lache. Damit wird die Schere zwischen Arm und Reich nur noch größer. Der Welthandel gehört durch Zölle massiv eingeschränkt. Die Zölle sollten in der Höhe erhoben werden, dass sich der Import von ausländischen Gütern nicht mehr lohnt. Am Wachstum wird die Welt nicht genesen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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  • "Einige Beobachter fürchten, dass sich eine Spirale aus immer neuen wechselseitigen Strafmaßnahmen ergeben könnte."

    Die ist doch offensichtlich schon in vollem Gange.

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