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Handelsstreit Strafzölle – Würth stoppt US-Investitionen, Altmaier bleibt gelassen

Der Bundeswirtschaftsminister ist zuversichtlich: Die US-Zölle werden die deutsche Wirtschaft kaum treffen. Schraubenhersteller Würth zieht dennoch Konsequenzen.
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Berlin, New YorkSeit Freitag gelten US-Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte in Höhe von 25 beziehungsweise zehn Prozent. Die Empörung darüber ist groß, auch in Deutschland. Doch wenn es nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geht, werden die Zölle kaum Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben.

„Ich glaube, dass die Stahlexporteure aus Deutschland qualitativ so hochwertige Stähle für spezielle Anwendungen liefern, dass die US-Abnehmer gar nicht darauf verzichten können, die deutsche Seite nicht um ihre Marktanteile fürchten muss“, sagte Altmaier der „Welt am Sonntag“. Der Schaden für die deutschen Stahlkocher werde sich daher in Grenzen halten, so der CDU-Politiker.

In der Tat: Für deutsche Hersteller wie Thyssen-Krupp, Salzgitter oder Voestalpine sind die Zölle verschmerzbar. Denn lediglich ein kleiner Teil ihrer Produktion wird nach Amerika geliefert. Entsprechend gering ist der Anteil des US-Geschäfts gemessen an den Gesamtumsätzen.

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Im Gegenzug geht Altmaier davon aus, dass die Gegenmaßnahmen der EU die USA hart treffen und auch Auswirkungen auf die Verbraucher dort haben werden. „Was da auf der Liste der EU-Maßnahmen steht, ist sehr sorgfältig ausgewählt. Zölle auf diese Waren sind keineswegs Peanuts für die Amerikaner und gehen weit über Peanutbutter hinaus“, sagte Altmaier der Zeitung.

Erdnussbutter habe einen bedeutenden Handelswert, so der Minister, „weil sie in vielen unserer Produkte, wie zum Beispiel Süßwaren, verarbeitet wird“. Zölle auf Jeans werden Altmaier zufolge zudem die US-Textilindustrie treffen und damit einen bedeutenden Handelszweig der USA. Weitere Zölle auf US-Produkte seien von der EU geplant, ergänzte Altmaier und kündigte an: „Innerhalb der nächsten zwei Wochen liegt unsere gemeinsame Reaktion vor.“

Auf die Möglichkeit, dass US-Präsident Donald Trump auf die Gegenmaßnahmen mit weiteren Strafzöllen reagieren und etwa den Export deutscher Autos verteuern könnte, reagierte Altmaier gelassen: „Wir sollten uns nicht ins Bockshorn jagen lassen. Niemand in den USA hat behauptet, dass es diesbezüglich einen Automatismus gibt.“ Im Gegenteil: Er habe „zuletzt in Washington einige Kongressmitglieder getroffen, denen sehr wohl klar ist, wie viele Jobs deutsche Unternehmen in den USA geschaffen haben. Gerade die Autobauer“, sagte Altmaier der „Welt am Sonntag“.

Trotz dieser optimistischen Einschätzungen zog der Schrauben- und Werkzeughersteller Würth nach der US-Entscheidung Konsequenzen. Das Unternehmen will erst wieder in Amerika investieren, wenn Präsident Donald Trump nicht mehr im Amt ist.

Firmenpatriarch Reinhold Würth sagte in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“, er habe persönlich für diese Entscheidung gesorgt. Das Familienunternehmen aus dem baden-württembergischen Künzelsau macht Würth zufolge mit 1,8 Milliarden Euro 14 Prozent seines Jahresumsatzes in den USA. Trotzdem wolle er aufgrund der unsicheren politischen Lage das Engagement dort nicht weiter vergrößern. „Wir warten mal ab, ob Präsident Trump wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht.“

Den Investitionsstopp in den USA sollte Würth einigermaßen verkraften können. Das Betriebsergebnis stieg im vergangenen Jahr um 26,8 Prozent auf 780 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 7,5 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber waren zuletzt vor allem das Internetgeschäft und gute Ergebnisse in Ost- und Südeuropa.

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  • dpa
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