Donald Trump

Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich weiter zu.

(Foto: Reuters)

Handelsstreit Trump droht mit weiteren Schutzzöllen – China setzt auf Gegenwehr „um jeden Preis“

US-Präsident Trump lässt weitere Zölle gegen China in Höhe von 100 Milliarden Dollar prüfen. Peking reagiert auf die erneute Kampfansage prompt.
Update: 06.04.2018 - 07:54 Uhr 11 Kommentare

New YorkDonald Trump lässt im Handelsstreit mit China nicht locker. Nach versöhnlichen Worten am Mittwoch aus beiden Ländern hat der US-Präsident nun seinen Handelsbeauftragten angewiesen, weitere Zölle im Volumen von 100 Milliarden Dollar zu erwägen.

Trump begründet dies mit „Chinas unfairer Vergeltung“ gegen die vorangegangen US-Zollentscheidungen. China habe sich dazu entschlossen, US-amerikanischen Landwirten und Herstellern Schaden zuzufügen.

Deshalb habe er Handelsbeauftragten Robert Lighthizer angewiesen zu prüfen, ob zusätzliche Zölle angemessen seien. Falls dies der Fall sei, solle er die entsprechenden Produkte identifizieren, auf die die Zölle verhängt werden sollen.

Trump: „Wir müssen das mit China jetzt richtigstellen“

Lighthizer erklärte, zusätzliche Maßnahmen würden einer Bewertungsfrist von 60 Tagen unterzogen. Die Zölle würden nicht in Kraft treten, bis dieser Prozess abgeschlossen sei, betonte er. Mit den bisher verhängten Strafzöllen nehmen die USA Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien ins Visier. China seinerseits würde mit seinen Vergeltungsmaßnahmen neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders beliebt ist. Neben Sojabohnen zielt Peking auch auf andere Agrarprodukte wie Mais, Weizen und Baumwolle ab. Großfarmer in den USA äußerten sich tief besorgt.

Trump beauftragte zudem seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue damit, einen Plan zum Schutz der Landwirte zu erarbeiten. Details dazu gab er nicht.

Da die gegenseitigen Strafabgaben wohl frühestens im Juni in Kraft treten, ist noch Zeit für Verhandlungen. Der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Larry Kudlow, hatte zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Am Mittwoch sagte er auf die Frage, ob die Zölle letztlich gar nicht wirksam werden könnten: „Ja, das ist möglich. Das gehört zum Prozess.“ In einer Auseinandersetzung wie dieser würden alle Werkzeuge genutzt.

Trump zeigte sich dagegen unerbittlich. Bei einer Rede im Bundesstaat West Virginia sagte er am Donnerstag, es sei an der Zeit, China davon abzubringen, die USA „auszunutzen“.

Trumps Hauptgrund für das Auslösen eines Handelskonflikts war das hohe Defizit in der US-Handelsbilanz. Dieses stieg im Februar überraschend deutlich. Der Wert legte um 0,9 Milliarden auf 57,6 Milliarden US-Dollar (rund 46,9 Mrd Euro) zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.

So reagiert China auf die Trump-Drohung

Die chinesische Regierung will auf die neuerlichen Zoll-Androhungen durch US-Präsident Donald Trump gegebenenfalls mit Gegenmaßnahmen reagieren. Das Wirtschaftsministerium erklärte am Freitag, wenn es zu diesen US-Zöllen komme, werde es mit neuen umfassenden Schritten antworten, um die Interessen des Landes gegenüber dem protektionistischen Gebaren der USA zu schützen. China wolle keinen Handelskrieg, fürchte sich aber auch nicht davor. Die Schuld an dem aktuellen Handelsstreit gab die Regierung in Peking den USA. Man werde das weitere Vorgehen der dortigen Regierung aufmerksam verfolgen.

Schärfer ist der Ton im Handelsministerium. Man werde „um jeden Preis“ gegen den einseitigen Protektionismus der USA ankämpfen, hieß es nach Angaben der amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag in einer ersten Reaktion des Ministeriums in Peking.

Die chinesischen Staatsmedien reagierten mit harscher Kritik auf die jüngste Drohung von US-Präsident Trump im Handelsstreit der beiden Großmächte. „Diese jüngste Einschüchterung zeigt die große Arroganz in der Haltung einiger amerikanischer Eliten gegenüber China“, heißt es in einem Leitartikel der „Global Times“ vom Freitag. Trump habe mit einer „bombenmäßigen“ Erklärung seinem Ärger Luft machen wollen.

Ob die Zölle wirklich eingeführt würden und welche Konsequenzen das hätte, sei für den US-Präsidenten nachrangig, heißt es in der Zeitung. Das Parteiorgan „Volkszeitung“ verglich die US-Handelspolitik gegenüber China mit dem Versuch, auf einen Baum zu klettern, um einen Fisch zu fangen. Anstatt China aufzufordern, zum Abbau des Handelsungleichgewichts seine Exporte zu reduzieren, sollten die USA ihre Ausfuhren nach China erhöhen, die sie aber selbst etwa im Bereich Hochtechnologie einschränkten.

  • dpa
  • rtr
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11 Kommentare zu "Handelsstreit: Trump droht mit weiteren Schutzzöllen – China setzt auf Gegenwehr „um jeden Preis“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Kuno van Oyten
    06.04.2018, 10:34 Uhr

    „Hr. Trump macht das ja nicht absichtlich zumindest hält er den Anschein aufrecht. Schlimm wäre es wenn er es mit einem tatsächliches Kalkül machen würde. Ob es der richtige Umgang miteinander ist wage ich zu bezweifeln aber es erleichtert halt allen polarisieren das Leben. Es war noch nie so einfach nur Schwarz oder weiß zu denken.“

    Hoffentlich haben Sie recht bezüglich Ihrer Vermutung (dass Trumps Politik größtenteils auf Dummheit bzw. Schwarz-Weiß-Denken beruht).

    Und vielleicht ist diese zunehmende Polarisierung in der Weltpolitik ja gar nicht mal so schlecht (vorausgesetzt, sie bleibt eine zeitlich eng begrenzte Erscheinung!!!), weil sie beim Wandel derselben (der Weltpolitik) hin zu einem zeitgemäßen Demokratiesystem katalytische Wirkung entfalten könnte. Hoffentlich.

    Wie heißt es nochmal: „In Gefahr und höchster Not ist der Mittelweg der Tod.“

    Als „Mittelweg“ kann man die endlose Suche nach (meist faulen) Kompromissen durchaus sehen.

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  • @ Herr Peter Spiegel 06.04.2018, 10:05 Uhr
    Wo haben sie denn den Mist abgeschrieben. Es ist schon erstaunlich wie man mit wenigen getwitterten Buchstaben die Weltwirtschaft zu verwirren versucht. Hr. Trump macht das ja nicht absichtlich zumindest hält er den Anschein aufrecht. Schlimm wäre es wenn er es mit einem tatsächliches Kalkül machen würde. Ob es der richtige Umgang miteinander ist wage ich zu bezweifeln aber es erleichtert halt allen polarisieren das Leben. Es war noch nie so einfach nur Schwarz oder weiß zu denken.

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  • Ja, Trump legt wieder einmal nach! Der Trump ist schon längst zum grössten Risiko für die Finanzmärkte verkommen. Eigentlich nur noch widerlich, mit welcher Dummheit ein solcher "Präsident" regieren darf.

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  • Im Gegensatz zu Deutschland ist China immerhin dran seine Binnennachfrage zu stärken und damit seine Exportüberschüsse abzubauen. Auf der Gegenseite frage ich mich, wie die USA ihre hohe Nachfrage befriedigen wollen, wenn Sie nicht mehr importieren ... Sie müssten dann halt wieder auf Raubzüge gehen und sich Rohstoffe von Ureinwohnern anderer Länder holen, nachdem sie die eigenen ausgebeutet haben.

  • @ Herr Carlos Santos 06.04.2018, 08:54 Uhr
    Sehen sie das ist der Unterschied zwischen clever und kurzsichtig.
    Sie sollten ihren Nachbarn fragen ob sie ihm etwas mitbringen können und ihn nicht als schlechten Menschen verurteilen.
    Er muss nicht extra los und sie haben ein gutes Verhältnis denn anstatt zu versuchen ihre Meinung mit dem Holzhammer zu vermitteln sollten sie einfach mal ein Bier aus dem Kasten mittrinken und alle profitieren. Die strafbare Drogenbeschaffung sollten sie allerdings nicht mitmachen. Was aber das Rauchen betrifft so sollten sie ihren Nachbarn ebenfalls kräftig unterstützen denn Raucher sterben erheblich früher und wesentlich schneller. Sie belasten weder die Rentenkasse noch die Krankenkasse. Erst denken und dann twittern.

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