Handelsstreit Trump erwägt Zölle auf chinesische Waren im Wert von 500 Milliarden US-Dollar

US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, Zölle auf so gut wie alle chinesischen Exporte in die USA verhängen zu wollen. Der Dax verliert kräftig.
Update: 20.07.2018 - 13:37 Uhr Kommentieren
Donald Trump erwägt Zölle auf noch mehr chinesische Importe Quelle: Reuters
Donald Trump

Der US-Präsident will auf noch mehr Importe aus China Zölle erheben.

(Foto: Reuters)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC gesagt, dass er bereit sei, Zölle auf chinesische Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar zu verhängen. „Ich mache das nicht für die Politik, sondern ich mache das, um das Richtige für unser Land zu tun“, sagte Trump demnach. Die USA seien zu lange von China abgezockt worden. Der deutsche Leitindex gab anfängliche Kursgewinne ab und notierte am Mittag mit rund 0,5 Prozent im Minus.

Die USA haben bereits chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar mit Zöllen belegt, woraufhin China gegen US-Einfuhren in gleicher Höhe Strafzölle verhängte. Erst in der vergangenen Woche reichte China eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation wegen der von Trump geplanten Zölle ein.

Die neue Zahl würde so gut wie alle chinesischen Exporte in die Vereinigten Staaten einschließen. 2017 lagen die Ausfuhren in die USA bei eben diesen rund 500 Milliarden Dollar.

Trump hatte bereits in der Vergangenheit mit weiteren Zöllen gedroht, sollte China nicht sein Verhalten im Umgang mit geistigem Eigentum und bei Subventionen für die High-Tech-Industrie ändern. Chinas Staatsmedien äußerten scharfe Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump und warfen ihr „Wortbruch“ vor, indem sie Vereinbarungen in vier Runden von Verhandlungen über die Handelsprobleme nicht eingehalten habe.

Amerikanische Unternehmen in China leiden derweil schon unter den bereits verhängten Maßnahmen. „Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer, William Zarit.

Die US-Firmen seien sehr besorgt, dass sie Ziel chinesischer Vergeltung werden könnten. „Wir ermutigen sie und helfen ihnen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten“, erklärte Zarit. „Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder der Kammer sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Maße beeinträchtigen könnten - auch wenn noch nicht gesagt werden kann, wie weit.“

Die psychologischen Folgen des Handelsstreits seien für die US-Betriebe im Land allerdings bereits erkennbar. „Unsere Unternehmen spüren den Druck“, sagte Zarit. „Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht nur amerikanische und chinesische Unternehmen von einem anhaltenden Handelskrieg betroffen sein werden.“ Firmen und Verbraucher aus der ganzen Welt hätten darunter zu leiden.

Die US-Handelskammer in China lehnt die von Trump bereits eingeführten und noch angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe ab. Aber die Probleme wie ungerechten Wettbewerbsbedingungen, unter denen die US-Unternehmen in China leiden, und das wirtschaftliche Ungleichgewicht müssten beseitigt werden, sagte auch Zarit.

Auch mit den Europäern liegt Trump im Streit. Die bereits verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium gelten auch für EU-Produkte. Zudem hat Trump damit gedroht, auch europäische Autos mit einem Einfuhrzoll von 20 Prozent zu belegen, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen. Im Mai hatte die US-Regierung eine Untersuchung auf den Weg gebracht, ob die Autoimporte eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten. In dem Fall könnte sie Strafmaßnahmen verhängen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte für einen solchen Fall Gegenmaßnahmen der Europäischen Union an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde bei seiner Reise nach Washington in der kommenden Woche Vorschläge unterbreiten, um einen Gesprächsprozess einzuleiten, mit dem die US-Zölle auf Autoimporte verhindert werden könnten.

  • rtr
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