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Handelsstreit: China fordert USA zum Einlenken auf

29.03.2018, China, Shanghai: Blick auf den Frachthafen. Peking hat die USA dazu aufgerufen, die angekündigten Strafzölle gegen die Volksrepublik nicht umzusetzen. China wolle einen Streit vermeiden, habe aber auch «·keine Angst vor einem Handelskrieg»·, sagte der Sprecher des Pekinger Handelsministeriums Feng am Donnerstag. Foto: Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

(Foto: dpa)

Handelsstreit Trump-Regierung verhängt Strafzölle gegen China – Peking kündigt Vergeltungsmaßnahmen an

Die Bestätigung ist da: Die USA verhängen umfangreiche Strafzölle auf chinesische Importe. China reagiert prompt und will zurückschlagen.
Update: 15.06.2018 - 15:08 Uhr 1 Kommentar

Peking/WashingtonUS-Präsident Donald Trump lässt gegen China Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verhängen. Das gab Trump am Freitag bekannt. Zwar seien ihm die Freundschaft zu Präsident Xi Jinping und das Verhältnis zu China sehr wichtig, erklärte Trump. Dennoch sei die Situation nicht länger hinzunehmen.

Aus der Mitteilung des Weißen Hauses geht nicht hervor, wann die Zölle tatsächlich wirksam werden.

China will nach den jüngsten US-Zöllen auf chinesische Produkte seinerseits Zusatzabgaben auf amerikanische Güter in ähnlichem Umfang auf den Weg bringen. Die Regierung in Peking wolle keinen Handelskrieg, müsse aber zurückschlagen, teilte das Handelsministerium in Peking am Freitag mit. China werde seine Interessen verteidigen. Die Ergebnisse vorheriger Verhandlungen seien nach der Entscheidung des US-Präsidialamts nichtig.

Die Entscheidung habe Trump am Donnerstag nach Beratungen mit seinen engsten Handelsberatern getroffen, berichtete zuvor unter anderem das „Wall Street Journal“ in der Nacht zu Freitag. Bei dem Treffen waren nach einem CNN-Bericht unter anderem Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer anwesend.

Laut Geng Shuang sollen die USA und China in Gesprächen über den Handelsstreit zuletzt einige Fortschritte erzielt haben. Sollten die USA aber Maßnahmen wie Strafzölle umsetzen, seien der bisher erreichte Verhandlungsstand aber hinfällig.

Noch am Donnerstag hatte China das Weiße Haus deutlich vor Strafzöllen gewarnt. Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden in diesem Fall nicht zustandekommen. Peking hatte klargemacht, dass man keine Angst vor einem Handelskrieg habe und mit Strafen im gleichen Umfang reagieren wolle.

Trump erklärte am Freitag, auf eine etwaige Reaktion Chinas mit eigenen Zöllen würden auch die USA wieder mit neuen Zöllen reagieren.

„Führt Trump Strafzölle ein, wird es kein Handelsabkommen geben“

Die angedrohten Zölle würden nicht nur die beiden größten, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten. Der Internationale Währungsfonds hatte vor sehr negativen Auswirkungen gewarnt, die ein Handelskonflikt bei Konsumenten, Investoren und auf den Finanzmärkten auslösen würde.

Die deutsche Wirtschaft fürchtet, von US-Strafzöllen gegen chinesische Produkte empfindlich getroffen zu werden.

Die drohenden Zölle waren noch am Donnerstag in Peking Thema bei einem Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Pompeo erklärte, das Handelsdefizit der USA gegenüber China sei noch immer zu hoch. Wang Yi äußerte gleichwohl die Hoffnung, dass Washington „nicht weitere Hindernisse schafft“. Pompeo berichtete im Anschluss von sehr konstruktiven Gesprächen.

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Verhandlungen geführt hatten, hatte das Weiße Haus Ende Mai überraschend angekündigt, am 15. Juni eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen. Auf diese sollen Zölle von 25 Prozent erhoben werden. Die Zölle waren ursprünglich im März bekanntgegeben worden.

China hatte den angekündigten Schritt der USA scharf kritisiert. Eine weitere Eskalation in dem Streit wäre auch deswegen brisant, weil die USA China für eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea brauchen.

Das Handelsdefizit der USA mit China ist Trump seit langem ein Dorn im Auge. Er hatte schon im Wahlkampf angekündigt, es deutlich reduzieren zu wollen. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA, als es von dort einführte. Trump will auch Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen einen Riegel vorschieben. China wird der Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen.

Brexit 2019
  • dpa
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1 Kommentar zu "Handelsstreit: Trump-Regierung verhängt Strafzölle gegen China – Peking kündigt Vergeltungsmaßnahmen an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Die Entscheidung habe Trump am Donnerstag nach Beratungen mit seinen engsten Handelsberatern getroffen..."
    ... ja, das kann man sich gut vorstellen, wie diese "Beratungen" ablaufen. Ich denke, die Entscheidung stand schon fest, bevor Trump überhaupt gewählt wurde. Trump ist der Super-GAU der Politik, ein zweites Tschernobyl für die politische Weltordnung. Dumm, dreist und absolut beratungsresistent. Am liebsten im Kreise anderer Autokraten unterwegs. Nike traut sich nicht mehr, seine Schuhe an den Sohlen der iranischen Fußballspieler zu zeigen. Als Kind in der DDR aufgewachsen kommt mir dieser vorauseilende Gehorsam (oder war es angeordnet?) sehr bekannt vor ... Es lebe die Demokratie und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - es kommt eben nur drauf an für wen die Möglichkeiten unbegrenzt sind...