Handelsstreit Trump will Anfang der Woche neue Milliarden-Strafzölle gegen China verhängen

Der Handelsstreit zwischen den USA und China verschärft sich. Der US-Präsident will angeblich Strafzölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar verhängen.
Update: 16.09.2018 - 01:18 Uhr Kommentieren
Die zwei Wirtschaftsmächte China und USA liefern sich einen erbitterten Schlagabtausch. Quelle: Reuters
Handelsstreit

Die zwei Wirtschaftsmächte China und USA liefern sich einen erbitterten Schlagabtausch.

(Foto: Reuters)

New YorkUS-Präsident Donald Trump will laut US-Medienberichten seine Drohungen wahr machen und neue Zölle auf chinesische Waren mit einem Volumen von etwa 200 Milliarden Dollar verhängen. Dies berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf hochrangige Kreise. Betroffen sind dem Bericht zufolge zahlreiche Waren von Elektronikartikeln bis hin zu chinesischem Fischprodukten und Möbeln. Die neuen Sonderzölle auf chinesische Güter sollen am Montag oder Dienstag vorgelegt werden.

Die Zölle sollen zehn Prozent betragen, laut „WSJ“. Ursprünglich hatte die Regierung in Washington von 25 Prozent gesprochen. Die geplante Verringerung soll die Auswirkungen auf die amerikanischen Verbraucher kurz vor der Weihnachtseinkaufssaison dämpfen. Zudem stehen die wichtigen Zwischenwahlen im November an, bei denen die Republikaner versuchen, die Kontrolle über den US-Kongress zu behalten.

Das „WSJ“ berichtet jedoch, dass sich Trump angeblich die Option offen hält, die Zölle erneut anzuheben, um den Druck auf Peking weiter zu erhöhen. Seit Anfang Juli haben sich die USA und China mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar überzogen.

Am Freitag bekräftigte die Staatszeitung „China Daily“ in einem Leitartikel, dass sich China den USA im Handelsstreit nicht unterwerfen wird. Die Volksrepublik meine es zwar ernst damit, den Streit beilegen zu wollen, sie werde sich aber nicht verbiegen. „Die Trump-Regierung sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, dass China vor den US-Forderungen kapitulieren wird. China hat genug Energie, um seine Wirtschaft auch während eines ausgedehnten Handelskrieges voranzutreiben“, hieß es.

Amerikanische und chinesische Delegationen bereiten sich momentan auf eine neue Runde von Gesprächen vor, um den Handelsstreit der zwei Wirtschaftsmächte beizulegen. Am 27. und 28. September sollen die US-Delegation unter der Leitung von Finanzminister Steven Mnuchin und die chinesische Delegation unter der Leitung von Vizepremier Liu He in Washington zusammentreffen, um einen Ausweg aus dem zunehmend eskalierenden Handelsstreit zu finden.

Trump wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist das zurück. Die Chinesen hatten gehofft, dass die US-Regierung vor der nächsten Runde hochrangiger Handelsgespräche keinen Strafzölle auferlegen würde. Es ist noch unklar, ob die Handelsgespräche trotzdem stattfinden werden, falls die neuen Strafzölle in Kraft treten.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Lindsay Walters, lehnte es ab, mögliche Details des Zollpakets zu kommentieren. Sie verwies auf ein Statement vom Freitag, in dem es hieß: „Der Präsident hat klargestellt, dass er und seine Regierung weiterhin Maßnahmen ergreifen werden, um Chinas unfaire Handelspraktiken anzugehen. Wir ermutigen China, die seit langem bestehenden Sorgen der Vereinigten Staaten zu berücksichtigen.“

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