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Handelsstreit Trump zieht Ja zur G7-Gipfelerklärung zurück

Der US-Präsident hat völlig überraschend seine Zustimmung zur G7-Abschlusserklärung zurückgezogen. Dabei bezeichnete er den Gastgeber Trudeau als „unehrlich und schwach“.
Update: 10.06.2018 - 02:46 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident befand sich auf dem Weg nach Singapur, als er seine abrupte Entscheidung via Twitter mitteilte. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident befand sich auf dem Weg nach Singapur, als er seine abrupte Entscheidung via Twitter mitteilte.

(Foto: AP)

La MalbaieEs ist ein nie dagewesener Eklat: US-Präsident Donald Trump hat nach Ende des G7-Gipfels in Kanada seine Zustimmung zur Abschlusserklärung völlig überraschend wieder zurückgezogen.

Er begründete diesen bisher einmaligen Schritt in der über 40-jährigen G7-Geschichte auf Twitter unter anderem mit der Haltung des kanadischen Gastgebers Justin Trudeau zu US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium. Trump bezeichnete Trudeau von seinem Flug nach Singapur aus als „sehr unehrlich und schwach“.

Trump teilte per Lieblingssprachrohr Twitter mit: „Basierend auf den falschen Aussagen von Justin (Trudeau) bei seiner Pressekonferenz und dem Fakt, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen, und wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten.“

Trudeau hatte am Samstag in seiner Abschluss-Pressekonferenz gesagt, die Strafzölle, die Trump mit der Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen begründet, seien „etwas beleidigend„. Kanada werde seinerseits die USA mit höheren Zöllen belegen. „Das machen wir nicht gerne, aber wir werden es absolut machen, denn wir Kanadier sind freundlich und vernünftig, aber wir lassen uns nicht herumkommandieren.“

Die EU will trotz des völlig überraschenden Rückziehers von US-Präsident Donald Trump zu der G7-Gipfelerklärung stehen. „Wir halten an dem Kommuniqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde“, sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zu Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz zuvor hatten die USA und die sechs anderen G7-Staaten sich trotz tiefgreifender Differenzen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Grundlegende Streitpunkte zwischen Trump und den anderen Staats- und Regierungschefs wie zum Beispiel bei Handel und Klimaschutz konnten allerdings nicht ausgeräumt werden.

Die massiven Differenzen über Sonderzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Deutschland und anderen G7-Staaten wurden in dem Dokument gar nicht erwähnt.

Zu den G7-Staaten gehören neben den USA die Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.

Brexit 2019
  • dpa
  • ott
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