Stahl

Mitarbeiter in Schutzkleidung arbeiten auf dem Gelände der Salzgitter AG am Hochofen.

(Foto: dpa)

Handelsstreit Trumps Strafzölle dürften ab Mai auch Deutschland treffen

Die Befreiung der EU von US-Zöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe läuft Anfang Mai aus. Deutschland erwartet nicht, dass die Ausnahmeregelung verlängert wird.
Update: 26.04.2018 - 11:22 Uhr 28 Kommentare

BerlinDer Streit um Strafzölle der Amerikaner auf Stahl und Aluminium flammt wieder auf. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Ausnahmeregelungen der USA für die EU-Staaten bei den neuen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte nicht verlängert werden.

Es sei wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Zölle am 1. Mai kämen, hieß es am Donnerstag in deutschen Regierungskreisen kurz vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Washington.

US-Präsident Donald Trump hatte die Strafzölle angekündigt, der EU und weitere Staaten jedoch zunächst ausgenommen. Diese Befreiung läuft jedoch Anfang Mai aus.

Über eine mögliche dauerhafte Ausnahmeregelung führt EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström seit Wochen Gespräche mit der US-Regierung. Aus EU-Kreisen hieß es zuletzt allerdings bereits, dass eine Einigung bis Ende dieses Monats kaum mehr realistisch sei. Die Hoffnungen ruhten daher eher auf einer befristeten Verlängerung der Ausnahmeregelung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet nach Angaben vom Mittwoch in der nächsten Woche eine abgestimmte Position der EU zum weiteren Vorgehen im Handelsstreit mit den USA. „Wir tun gut daran, jede Eskalation zu vermeiden“, hatte Altmaier in Berlin gesagt. Die EU sei derzeit dabei, ihre Position abzustimmen. „Wir haben eine Verantwortung dafür, dass ein unkontrollierter Wettbewerb um Zölle vermieden wird.“

Die EU will eine gemeinsame Linie in den Verhandlungen mit den USA erreichen. Altmaier verwies darauf, dass es in Frankreich eine „kontroverse Debatte“ darüber gebe, welche Verhandlungsangebote den USA gemacht werden sollten. Bundeskanzlerin Merkel will bei ihren Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Freitag in Washington eine Eskalation im Handelsstreit verhindern, wie Regierungssprecher Steffen Seibert gesagt hatte.

Altmaier sagte, es sei wichtig, dass es eine dauerhafte Ausnahmeregelung von den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium gebe. Die Bundesregierung setze sich ein gegen Protektionismus, bekräftigte Altmaier. Die Welthandelsorganisation WTO sei wichtiger denn je. Trump hat sich mehrfach kritisch über die WTO geäußert.

Mit einer Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO hatte sich die EU vor gut einer Woche mögliche Vergeltungszölle gegen die USA offen gehalten. In einem von der WTO veröffentlichten Dokument verlangte die Europäische Union offiziell den Start von Konsultationen mit der US-Regierung. Die EU könnte ihrerseits Schutzzölle auf US-Produkte wie Whiskey, Motorräder und Jeans verhängen.

25 Prozent auf vieles – diese Auswirkungen haben Trumps Strafzölle

  • HB
  • dpa
  • rtr
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28 Kommentare zu "Handelsstreit: Trumps Strafzölle dürften ab Mai auch Deutschland treffen"

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  • @ Herr Helmut Metz

    "...Aber trotzdem muss man darauf hinweisen, dass es immer eine bessere Lösung gibt als Krieg."

    absolut agreed

  • @ Sergio Puntila
    "Sagensemal: wovon träumen Sie eigtl des Nachts?"

    Ich träume z.B. davon, dass die Menschen besser die Gene von den Bonobos geerbt hätten - das sind nämlich die friedlichsten Menschenaffen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bonobo
    Lesen Sie einmal, warum es bei denen keine Machtspielchen gibt und was die tun, um ihre Aggressionen abzubauen. ;-)
    Wenn die Herrschenden aber machtgeil und unvernünftig sind, werden Sie und ich das in der Tat nicht ändern können. Man kann sich nur selbst ändern. Aber trotzdem muss man darauf hinweisen, dass es immer eine bessere Lösung gibt als Krieg.

  • @ Metz

    Es ist immer der "gesunde" Menschenchenverstand, der sich durchsetzen sollte.
    Indes: im Machtspiel hört das eben auf, das mit dem gesunden Menschenverstand.

    Den "Dünnbrettbohrern" in der globalen Politik wurde ggf wider besseren Wissens nicht umsonst die letzte Option einer globalen Vernichtung anheimgegeben.

    Was hat das gebracht?

    Sogenannte taktische Kriege, die bislang mehr Todesopfer gekostet haben als alle Weltkriege zusammen.

    Ob die sich zusamennsetzen müssen?

    Da will sich aber, angesichts solcher grandesk wirkenden Optionen, kaum jemand zusammensetzen - kann es wohl scheinen.

    Politik als einsichtsvolles Handeln basierend auf Gold?

    Sagensemal: wovon träumen Sie eigtl des Nachts?

  • @ Sergio Puntila

    Wie sieht denn Ihre "Lösung" aus? Eine schmerzfreie gibt es sowieso nicht.
    Die Chinesen etwa sitzen als größter Gläubiger (nach der Fed) auf den Schulden der USA. Im Gegenzug haben die USA ein Mega-Handelsdefizit und China einen gewaltigen Überschuss.
    Was würden die Amis am liebsten tun? Dazu Alan Greenspan: "Die Vereinigten Staaten können alle ihre Schulden bezahlen, denn wir können dafür immer Geld drucken." Aber die Chinesen wollen natürlich verhindern, dass ihre Ersparnisse entwertet werden. Wie löst man sowas? Indem man Krieg führt und alles kaputt macht??
    Nein, die müssen sich alle zusammensetzen und verhandeln. Nur so geht das friedlich. Und jede Seite wird dabei Abstriche machen müssen. Das meinte ich mit einem neuen Bretton-Woods-Abkommen.

  • @ Metz

    Metz's Erzählungen:

    ..."Wenn alle Bretton-Woods-Mitglieder gleichzeitig auf der im Bretton-Woods-System vorgesehenen Goldeinlösepflicht bestanden hätten, hätten die USA dem nicht vollumfänglich nachkommen können."

    Oha.

    Was glauben denn Sie weshalb Bretton-Wood gekippt wurde?

    Aus Rücksicht auf Herrn Metz?

    Und Sie glauben jetzt was?

  • (Fortsetzung)

    Die USA als Reservewährungsland unterlagen dabei nicht dem Leistungsbilanzanpassungszwang anderer Länder, weil die Verschuldung in eigener Währung vom Ausland finanziert wurde, solange ausländische Staaten ein Interesse daran hatten, Währungsreserven anzulegen. Ständige US-Leistungsbilanzdefizite mussten jedoch früher oder später das Vertrauen in den Dollar untergraben.[13] Die USA hatten seit der Gründung des Bretton-Woods-Systems hohe Zahlungsbilanzdefizite gehabt; dadurch überstiegen die Ende der 1950er Jahre bei ausländischen Zentralbanken befindlichen Dollarbestände die Goldreserven der USA bei weitem. Wenn alle Bretton-Woods-Mitglieder gleichzeitig auf der im Bretton-Woods-System vorgesehenen Goldeinlösepflicht bestanden hätten, hätten die USA dem nicht vollumfänglich nachkommen können."
    Charles de Gaulle ("Staaten haben keine Freunde, nur Interessen!") ließ deshalb auch die französischen Goldbestände per Kriegsschiff aus den USA abholen.
    Nach Bretton Woods kam der "Dollar-Standard", und der wurde von den Amis erst recht schamlos ausgenutzt, und sie konnten Handelsbilanzdefitzite anhäufen, die andernfalls unmöglich gewesen wären. Jetzt ist dieses System bald am Ende. Deshalb brauchen wir auch am besten ein neues Bretton-Woods-Abkommen. Je schneller, desto besser.

  • Wirklich freien Handel gibt es nur OHNE Staaten.
    Nahezu alle Menschen wollen jedoch in Staaten leben und damit beherrscht werden.
    Mit Staaten aber OHNE Zollgrenzen und MIT einer Gemeinschaftswährung haben wir den Salat wie in der EU, dass - wie unten geschrieben - die Euro-PIGS-Staaten industriell ausbluten, weil sie nicht mehr abwerten können.
    Wie war es MIT Staaten vor Bretton Woods?
    "Bereits der Erste Weltkrieg war für die meisten europäischen Kriegsparteien extrem teuer gewesen und hatte sie wirtschaftlich geschwächt; umso mehr der Zweite Weltkrieg. Selbst das vormals reiche Großbritannien – es war im 19. Jahrhundert die führende Welthandelsnation, Seemacht und Weltmacht gewesen (...) – stand nach dem Zweiten Weltkrieg monatelang knapp vor der Zahlungsunfähigkeit. Die USA waren zur dominanten Weltmacht geworden, was die internationale Währungs- und Finanzpolitik beeinflusste: Waffenverkäufe und Rüstungskredite machten sie zum weltweit größten Gläubiger, während der währungspolitische Hauptkonkurrent Großbritannien zum Schuldner geworden war; 70 Prozent der Goldreserven lagerten in den USA. "
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-System
    Aug gut Deutsch: Fast alle Staaten hatten nichts mehr im Austausch zu exportieren, mit dem sie die Importe aus den USA hätten bezahlen können (erst recht hatten sie kein Gold mehr). Die Folge war das Bretton-Woods-Abkommen. Weshalb scheiterte es?
    "Das Bretton-Woods-System litt von Anfang an unter einem als Triffin-Dilemma bezeichneten Konstruktionsfehler. Der wachsende Welthandel führte zu einem steigenden Bedarf an Dollar-Währungsreserven. Diese Währungsreserven konnten aber nur durch konstante Leistungsbilanzüberschüsse gegenüber den USA erwirtschaftet werden.

  • @Pella

    Wetten: Hans oder wie das da heisst wird noch den Literaturnobelfriedenspreis für kinetische Paraphysik verliehen bekommen...^

  • @ Pella

    Ich gestehe: bei Groschenromanen wirke ich nicht ganz so firm wie Ihr Politiverständnis.

  • @Sergio Puntila

    vielen Dank für Ihre Antwort. Halbes Wissen ist kein Wissen.
    Mein Zitat von Hans Hellmut Kirst ist aus dem Roman:
    "Glück lässt sich nicht kaufen."
    Daher ist vieles "Glücksache".

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