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Handelsstreit Wie sich China und USA mit Zöllen gegenseitig schaden

Die USA machen Ernst mit ihren Strafzöllen – aus Peking kommt die Antwort prompt. Waren im Wert von insgesamt 100 Milliarden Dollar sind betroffen.
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Die Exporte Chinas in die USA sollen gebremst werden. Quelle: AFP
Arbeiterin in China

Die Exporte Chinas in die USA sollen gebremst werden.

(Foto: AFP)

PekingDie US-Regierung hat Zölle auf Importe aus China bekannt gegeben, China hat darauf unmittelbar mit Gegenzöllen geantwortet. Die Zölle beider Seiten sollen jeweils Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar betreffen.

In einer Stellungnahme des chinesischen Handelsministeriums heißt es: „Wir bedauern zutiefst, dass die USA den schon gebildeten Konsens missachten und mit ihrer Unbeständigkeit einen Handelskrieg provozieren. Dieser Schritt schädigt nicht nur bilaterale Interessen, sondern untergräbt auch die Welthandelsordnung. China lehnt das entschieden ab.“

Weiter heißt es: „Alle vorher durch Verhandlungen getroffenen wirtschaftlichen Resultate zwischen den beiden Parteien sind gleichzeitig hiermit ungültig.“ China rufe alle Länder auf, „dieses veraltete und regressive Verhalten entschlossen zu beenden“ und die „gemeinsamen Interessen der Menschheit“ zu verteidigen.

Schon am Donnerstag hatte der chinesische Außenminister Wang Yi gesagt: „China und die USA haben die Wahl zwischen Kooperation und gegenseitigem Nutzen auf der einen Seite und Konfrontation und gegenseitigem Verlust auf der anderen Seite. China wählt Option eins. Wir hoffen, dass die USA auch diese weise Wahl treffen. Natürlich haben wir aber auch Vorbereitungen getroffen, um auf Option zwei zu antworten.

Keines der chinesischen Staatsmedien veröffentlichte im Vorfeld Berichte zu diesem Thema. Andrew Polk von der Politikberatungsfirma Trivium glaubt, dass die Stille verordnet wurde. „Chinas Führung will die genauen Details der Liste sehen, bevor sie mit einer starken, koordinierten Position und Gegenmaßnahmen reagiert“, schreibt er in einer Notiz.

Dean Garfield, Präsident vom Information Technology Industry Council, das einige der größten Tech-Firmen Amerikas vertritt, kritisiert Zölle als den falschen Weg im Umgang mit China. „Indem der Präsident Einfuhrabgaben auf Verbrauchsgüter und Schlüsselkomponenten verhängt, nimmt er Geld aus den Taschen der Amerikaner und schadet denjenigen, denen er eigentlich helfen möchte, anstatt China zu bestrafen“, kommentiert er den Handelskonflikt.

„Stufe 2 wurde gezündet“ – Diese Folgen hätte ein Handelskrieg

Viele der aus China importierten Computerchips werden von US-Firmen produziert. Texas Instruments betreibt zum Beispiel in der südwestchinesischen Stadt Chengdu ein Werk zur Herstellung von Wafern.

Auch Intel hat dort vier Fabriken, in denen Mikroprozessoren für Computer hergestellt werden. 2014 hatte der US-Chiphersteller angekündigt, in den nächsten 15 Jahren insgesamt 1,6 Milliarden Dollar in die Aufrüstung der Anlagen investieren zu wollen. Einer Studie der Investmentbank Goldmann Sachs zufolge, landen 15 bis 25 Prozent der dort hergestellten Teile in einem Endprodukt für den amerikanischen Markt.

Generell, so heißt es jedoch auch in dem Bericht, sei der Schaden der von den USA vorgeschlagenen Zölle überschaubar. Zum einen wurden viele Komponenten auf die Liste gesetzt, die nicht direkt nach Amerika verschifft werden, sondern in Geräten verbaut sind, die bei ihrer Einfuhr nicht den Strafabgaben unterliegen. Oder es betreffe Verbraucherelektronik, deren Verkaufsvolumen einen relativen geringen Anteil an den Gesamtumsätzen der Unternehmen darstellen.

Am Donnerstag hatte der US-Außenminister Mike Pompeo während einer Pressekonferenz noch gesagt: „Unser Defizit mit China ist noch immer zu hoch. Ich betone noch einmal, wie wichtig es für Präsident Trump ist, diese Situation zu korrigieren, so dass die Handelsbeziehungen ausgeglichener, reziproker und fairer werden.“

Im Mai und Juni hatten sich die jeweiligen Handelsdelegationen gegenseitig besucht und versucht, eine Eskalation des Handelskonfliktes abzuwenden. Zwischenzeitlich hieß es, dass Peking angeboten habe, Energie, Landwirtschaftsprodukte und Fertigware im Wert von 70 Milliarden Dollar kaufen zu wollen, wenn Washington im Gegenzug die Zölle aussetze. Doch ein Kompromiss konnte nicht gefunden werden.

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