Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Handygebühren im Ausland Der Anfang vom Ende fürs Roaming

Seite 2 von 3:
Umsatz ist beim Roaming fast deckungsgleich mit Gewinn
Es geht ihr um den Binnenmarkt: EU-Kommissarin Neelie Kroes will das Roaming beenden. Quelle: dpa

Es geht ihr um den Binnenmarkt: EU-Kommissarin Neelie Kroes will das Roaming beenden.

(Foto: dpa)

Die Vorschläge benötigen die Zustimmung des Europaparlaments und der 28 EU-Staaten. Doch selbst wenn die Pläne der EU-Kommission dort eine Mehrheit finden, gilt: Der Griff zum Mobiltelefon oder Laptop könnte im Ausland weiterhin ein wenig mehr kosten als daheim. Denn „objektiv gerechtfertigte“ Extrakosten könnten die Unternehmen ihren Kunden weiter in Rechnung stellen. Das gilt auch für länderübergreifende Festnetzgespräche.

Der EU-Kommission geht es bei den Plänen massiv um den Binnenmarkt: Erst fehlender Wettbewerb hatte die exorbitant hohen Kosten für die Nutzung des Telefons überhaupt möglich gemacht. „Schwacher Wettbewerb unter den nationalen Anbietern hat zu exzessiven Preisen in Roaming geführt“, schreibt die EU-Kommission.

Dies verzerre und belaste den Markt. Roaming habe daher in einem freien Markt keinen rational begründbaren Sinn. „Die Unternehmen bringen die Kunden so dazu, ihr Telefon zu fürchten, anstatt es zu benutzen“, so die Kommission. Einer Studie zufolge, die die EU-Kommission in Auftrag gegeben hatte, reduzieren etwa 70 Prozent der Handybesitzer ihre Nutzung im Ausland massiv aus Sorge um die Kosten.

Tatsächlich ist das Roaming bislang ein einträgliches Geschäft für die Mobilfunkriesen: Weil die Netze bereits vorhanden sind, fallen kaum Kosten an. Der Umsatz ist in diesem Bereich fast deckungsgleich mit dem Profit. Der befürchtete Gewinneinbruch für die Unternehmen dürfte aber verschmerzbar sein. Denn laut EU-Kommissarin machen die Roaming-Gebühren gerade einmal fünf Prozent des Profits für die Unternehmen an.

Der Verband der Telekommunikationsanbieter (VATM) bestätigt gegenüber Handelsblatt Online diese Zahl. Die einzelnen Unternehmen, etwa Telekom und Vodafone sowie O2-Betreiber Telefónica wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Pläne schon im Vorfeld: „Alle Maßnahmen, die zu einer weiteren Kostensenkung für die Handynutzung im Ausland führen, sind grundsätzlich zu begrüßen“, ließ sie mitteilen. „Entscheidend für den Erfolg weiterer Maßnahmen wird sein, dass es für die Verbraucher unterm Strich wirklich günstiger wird. Das wäre nicht der Fall, wenn Anbieter entgangene Roaming-Einnahmen künftig auf andere Handy-Kosten aufschlagen würden. Vor solchen Überlegungen kann ich die Telefonkonzerne nur warnen.“

Scharf kritisiert dagegen die Branche die Pläne. „Das ist schierer Populismus von Frau Kroes zum Ende ihrer Amtszeit“, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner Handelsblatt Online. Wenn ein Deutscher in Rumänien mit seiner Flatrate telefoniere, nutze er das dortige Netz, müsste aber nach den EU-Plänen nichts zu den dort anfallenden Netzkosten beitragen, so Grützner.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Inhalte dürfen in Ausnahmefällen verlangsamt werden
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Handygebühren im Ausland - Der Anfang vom Ende fürs Roaming

12 Kommentare zu "Handygebühren im Ausland: Der Anfang vom Ende fürs Roaming"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das schlimme an der Sache: In Worten erscheint es so, als würde die EU-Kommission Netzneutralität gesetzlich festschreiben, wie es von der Piratenpartei gefordert wird - https://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2013/Wahlprogramm#Netzneutralit.C3.A4t_st.C3.A4rken_und_gesetzlich_verankern . Allerdings legt die EU-Kommission den Begriff Netzneutralität nicht so aus, wie man ihn allgemein versteht, sondern gegenteilig aus, und machen in Taten auch das Gegenteil von dem, was man unter Netzneutralität gesetzlich festschreiben allgemein versteht: Die EU-Kommission schafft Netzneutralität de facto ab.

    In letzter Zeit bin ich wirklich ob der vielen fatalen Fehler und Absurditäten im Bereich Rechts- und Netzpolitik erschlagen; wir brauchen dringend die Piratenpartei im Bundestag und EU-Parlament; sonst werden diese freidrehenden, korrupten Ewiggestrigen der etablierten Parteien noch alles im Bereich Rechts- und Netzpolitik zerstören.
    Ganz im Ernst: Was würdet ihr machen, wenn ihr das Internet kaputt machen wollen würdet ? Netzneutralität abschaffen, Internet totalüberwachen, Urheberrecht verschärfen bis zum geht-nicht-mehr und dessen Rechtsdurchsetzung privatisieren, Überwachungssoftware in's Ausland verkaufen, Netzausbau "den Markt regeln lassen" - alles was hier als Gedankenexperiment angerissen wurde, ist leider traurige Realität; das verschlägt einem doch echt die Sprache...

  • Jo, beides ist extrem störend und überflüssig. Wird in der Brandung nicht gebraucht

  • Gute Idee mit dem Galgen; aber die beiden sollten wegen des Artikels doch noch ihr Diensthändy am Ohr haben und live den letzten Huster verbreiten - ohne Roaming bitte

  • Interessant finde ich, dass es bereits heute mit einem deutschen Handy-Vertrag außerhalb von Flatrates und Inklusiv-Angeboten günstiger ist, aus Österreich eine SMS nach Deutschland zu versenden, als innerhalb der deutschen Grenzen. Alleine dies zeigt doch die Willkür bei der Gebührengestaltung des Anbieter-Oligopols. Und die Abzocke bei anderen Roaming-Gebühren.

  • Delinix: immer schön EU-Hetze absetzen, egal wie dümmlich die ist. Abgeordnete und EU-Beamten verfügen -richtigerweise - über Diensthandys. Aber in Ihrer Denke ist die EU auch dran Schuld, dass Sie diese intellektuelle Leistung erbringen können. Oder Sie einfach nur voller Hass auf sich und die Welt.

    Ich sag' einfach mal: Danke EU für den Binnenmarkt.

  • Europäische Union steht für freien Waren- und Dienstleistungsverkehr. Wo liegt das Problem für grenzenloses Telefonieren ohne Zuschläge?

  • Wie flott die Dinge bewegt werden können, wenn die EU-Abgeordneten SELBST betroffen sind! Roaming-Gebühren sind natürlich ein Ärgernis für all diejenigen, die ständig innerhalb der EU unterwegs sind – und das sind unsere Damen und Herren Abgeordnete in ihrer selbstverständlich höchst uneigennützigen Verpflichtung gegenüber dem europäischen Bürger. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  • Habt ihr mal geguckt was für ein "alter Knochen" das Handy der Kleinen ist? - gefällt mir gut!
    - Das schöne am Roaming für mich ist, dass man im Urlaub das Handy komplett auschaltet und merkt wie schön es ohne ist.
    - Mir fällt das sehr leicht, weil selbst in DE nutze ich mein Handy nur noch zum mtan Empfang der Bank oder der Packstation. Ja es geht auch ohne. Wenn man will kann man sich von so vielem befreien.
    - am liebsten schalte mich ein Handy an um der NSA vorzugaukeln, dass ich wo bin, wo ich gar nicht bin.

  • Ich hätte noch eine bessere Schlagzeile:

    "EU WILL EU ABSCHAFFEN!"

    PS: Das Bild zur Nachricht könnt ihr gern lassen - besser lässt sich die fortschreitende Verblödung nicht darstellen (nennt sich dann "Livestyle"... lol). [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Endlich! Ich fand das Roaming immer eine Riesensauerei. Eine geringe Gebühr für Vodafone wenn ich in deren Netz im Ausland telefoniere und deutscher Telekom-Kunde bin! Aber nein, ich telefoniere in Deutschland, Österreich beim gleichen Anbieter und zahle ein mehrfaches der Gebühren für nichts! Irgendetwas hatte da nicht gepasst, wenn ich mittlerweile Handy zu Handy ab 12 Cent weltweit / Minute telefonieren kann!

Alle Kommentare lesen