Harriet Tubman Erstmals Porträt von schwarzer Frau auf US-Dollar-Note

Schon lange wollen Initiativen mit dem Männerclub auf US-Geldscheinen brechen. Nun setzt das Finanzministerium das Porträt einer schwarzen Freiheitskämpferin auf die 20-Dollar-Note. Dafür muss ein Mann auf die Rückseite.
Tubman wurde auf einer Plantage in Maryland geboren und verhalf ab 1850 als Untergrundkämpferin unzähligen anderen Sklaven zur Freiheit. Quelle: AFP
Von der Sklavin zur Untergrundkämpferin

Tubman wurde auf einer Plantage in Maryland geboren und verhalf ab 1850 als Untergrundkämpferin unzähligen anderen Sklaven zur Freiheit.

(Foto: AFP)

WashingtonZum ersten Mal in der Geschichte der USA soll das Porträt einer schwarzen Frau einen Geldschein zieren. Auf der 20-Dollar-Note wird künftig das Gesicht der Sklavin und Fluchthelferin Harriet Tubman zu sehen sein, wie das Finanzministerium in Washington am Mittwoch mitteilte.

„Das Leben von Harriet Tubman ist eine der großen amerikanischen Geschichten“, sagte Finanzminister Jacob J. Lew. „Es ist eine Geschichte, die amerikanische Werte spiegelt, amerikanische Demokratie, aber auch die Macht eines Einzelnen, etwas in unserer Demokratie zu verändern.“

Tubman wurde auf einer Plantage in Maryland geboren und verhalf ab 1850 als Untergrundkämpferin unzähligen anderen Sklaven zur Freiheit. Später engagierte sie sich in der Frauenbewegung. Sie starb am 10. März 1913.

Derzeit ist auf der Note das Antlitz des siebten Präsident der USA, Andrew Jackson, abgebildet. Jackson (1829 bis 1837) gilt als Unterdrücker der nordamerikanischen Ureinwohner. Sein Porträt soll auf die Rückseite des Geldscheines weichen.

Der Entscheidung war eine monatelange Debatte vorangegangen. Initiativen wie die Grassroots-Kampagne „Women on $20s“, die mit dem Männerclub auf Amerikas Geldscheinen brechen wollten, fordern schon länger, dass endlich eine Frau auf einem Dollar-Schein abgebildet wird.

Wie Währungen zu ihren Namen kamen
Dollar
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Wer hätt's gedacht: Das Wort „Dollar“ hat seinen Ursprung im Deutschen. Genauer, im niederdeutschen Wort „Daler“, Synonym zur bekannteren Münzbezeichnung „Taler“. Diese wiederum leitet sich tatsächlich von einem realen Tal ab, dem Joachimstal (heute Jáchymov/Tschechien) nämlich, wo der böhmische Guldengroschen geprägt wurde. Neben den USA zahlen auch Australien, Kanada, die Fidschi-Inseln, Neuseeland und Singapur in Dollar.

Peso
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„Peso“ bedeutet auf spanisch schlicht Gewicht. Das heutige Dollarzeichen „$“ stand ursprünglich für den spanisch-mexikanischen Peso.

Lira
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Das Wort „Lira“, frühere Währung Italiens und heute noch als „türkische Lira“ Zahlungsmittel in der Türkei, leitet sich vom lateinischen „libra“ und bedeutet „Pfund“.

Mark
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Sowohl die (gute, alte) deutsche Mark, als auch die finnische Markka gingen mit ihrem Namen auf eine mittelalterliche Gewichtseinheit zurück. Traditionell betrug diese ein halbes Pfund.

Rial
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Im Wortsinne „königlich“ ist der Ursprung des Rial, mit dem man in Saudi-Arabien, Katar, im Jemen sowie im Iran (Foto) bezahlt. Denn „Rial“ bedeutet übersetzt „royal“ – und war bis zur Einführung des Euro auch im spanischen „Real“ zu finden.

Rand
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Wie der Dollar hat auch der Rand aus Südafrika seinen Namen von einer rohstoffreichen Region erhalten. Genauer handelt es sich dabei um die afrikanische Region Witwatersrand um Johannesburg, die für reiche Goldvorkommen bekannt ist.

Yuan, Yen und Won
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Ein Zeichen, drei Sprechweisen: Die Währungen der Länder China, Japan und Korea besetzen in allen drei Sprachen dasselbe Zeichen, das jedoch unterschiedlich ausgesprochen wird. Die Bedeutung: „rund“ oder „runde Münze“.

Die demokratische Senatorin aus New Hampshire, Jeanne Shaheen, initiierte einen Gesetzentwurf und schlug unter anderem Tubman vor. Sie sprach am Mittwoch von einem Sieg. „Frauen haben lange genug gewartet“, schrieb sie im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die einzigen beiden Frauen, die bisher auf Banknoten verewigt wurden, waren Martha Washington, die Ehefrau des ersten US-Präsidenten, und die Indianerin Pocahontas.

Ursprünglich hatte das Finanzministerium vorgehabt, die 10-Dollar-Note neu zu gestalten. Doch diese soll weiterhin den amerikanischen Gründervater und ersten US-Finanzsekretär Alexander Hamilton zeigen. Seine Geschichte wird derzeit als Hip-Hop-Musical am New Yorker Broadway gezeigt – und das ziemlich erfolgreich. Allerdings kommen auf die Rückseite des Scheins gleich fünf Frauen: Lucretia Mott, Sojourner Truth, Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton und Alice Paul.

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  • dpa
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