Hartes Ringen in Wien Atomvertrag zum Greifen nah

Unter Hochdruck arbeiten die Unterhändler an einer Beilegung des Atomstreits mit dem Iran. Laut Diplomaten stehe eine historische Einigung kurz bevor. Vor allem ein Tweet von Irans Präsident Ruhani weckt Hoffnungen.
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Atomverhandlungen stehen kurz vor Einigung

WienDas Ende des seit zehn Jahren andauernden Atomstreits mit dem Iran ist womöglich zum Greifen nah. Am Dienstagmorgen könnte es eine Einigung geben, sagten drei mit den Verhandlungen vertraute Diplomaten am Montagabend. Ähnliche Signale kamen auch aus Teheran: „Kein Deal am Montag, Atomvereinbarung am Dienstag möglich“, meldete der iranische Staatssender Press TV unter Berufung auf eine Notiz, die Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zugeschrieben wurde.

Am Montag lief um Mitternacht das Übergangsabkommen zwischen dem Iran, den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland aus. Eigentlich war es auf den 30. Juni befristet, wurde seitdem aber mehrmals verlängert. Inzwischen laufen die Atomgespräche in Wien seit 17 Tagen.

Ruhani weckt mit Twitter-Meldung Hoffnungen

Nun könnte es aber soweit sein. Einige der an den Verhandlungen beteiligten Spitzendiplomaten müssten die österreichische Hauptstadt am Dienstag verlassen und wollten einen Erfolg noch vorher verkünden, sagten die Gewährsleute. Auf das Kleingedruckte im Vertrag habe man sich schon vor Tagen geeinigt.

Für kurze Zeit weckte zudem Irans Präsident Hassan Ruhani Hoffnungen auf einen in Reichweite liegenden Durchbruch. Über Twitter verkündete er: „Iran-Deal ist der Sieg der Diplomatie & gegenseitigen Respekts über das veraltete Paradigma der Ausgrenzung & Nötigung. Und das ist ein guter Anfang.“ Minuten später war Ruhanis Tweet verschwunden. Später setzte er ihn erneut ab, aber mit dem Zusatz „Falls“ vor „Iran-Deal“, was wohl nahelegen sollte, dass die Unterhändler noch nicht am Ziel sind.

Ein international verbindlicher Vertrag mit dem Iran hätte historische Dimensionen. Seit mehr als zehn Jahren befürchtet der Westen, die Islamische Republik könnte heimlich Atomwaffen entwickeln. Das Abkommen soll dies ausschließen. Im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Schon im November 2013 war ein vorläufiges Abkommen zustande gekommen, im April einigten sich die Unterhändler auf Eckpunkte eines endgültigen Vertrags.

Zwei Forderungen noch ungeklärt
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