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Haushaltssanierung Athen verlängert die Frist für Schuldenrückkauf

Griechenland will noch noch weitere Anleihen von Investoren annehmen können - und verlängert die Frist für den Rückkauf der Schulden. Dabei sagte Ministerpräsident Antonis Samaras, der Rückkauf laufe sehr gut.
09.12.2012 Update: 10.12.2012 - 08:52 Uhr 37 Kommentare
Bis Dienstag verlängert Griechenland sein Schuldenrückkaufprogramm. Quelle: dpa

Bis Dienstag verlängert Griechenland sein Schuldenrückkaufprogramm.

(Foto: dpa)

Athen/München Griechenland hat sein Schuldenrückkaufprogramm bis Dienstag verlängert, um noch weitere Anleihen von Investoren annehmen zu können. Das teilte die Schuldenagentur des Landes am Montag mit. Ursprünglich sollte die Andienungsfrist für Anleihen bereits am Freitag auslaufen.

Noch am Samstag hatte ein Regierungsvertreter erklärt, dem Land seien zu den gebotenen Rückkaufpreisen von rund 30 bis rund 40 Cent je Euro Anleihen-Nennwert Staatspapiere in der groben Größenordnung von rund 30 Milliarden Euro angeboten worden. Die griechische Zeitung "Ta Nea" berichtete dagegen, der Regierung seien bis Ende vergangener Woche doch nur Anleihen im Umfang von 26 bis 27 Milliarden Euro angeboten worden. Da dies unter der angestrebten Marke von 30 Milliarden Euro liegt, will die Regierung die Bücher nun noch einmal öffnen, um die fehlenden drei bis vier Milliarden Euro auch noch einzuspielen.

Griechenland will mit gut zehn Milliarden Euro Anleihen im Umfang von rund 30 Milliarden Euro zurückkaufen. Damit würde das Land auf Basis der gebotenen niedrigeren Rückkaufkurse seinen Schuldenberg um knapp 20 Milliarden Euro verringern.

Mit dem Schuldenrückkauf und einem neuen Steuergesetz, das am Dienstag verabschiedet werden soll, will Griechenland die Voraussetzung für die Freigabe einer neuen Tranche der Hilfsgelder schaffen. Griechenland hofft auf weitere 34 Milliarden Euro.

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    Griechenland: Staatsverschuldung von 2007 bis 2012

    in Mrd. Euro


    Der Schuldenrückkauf läuft laut Ministerpräsident Antonis Samaras sehr gut. Er werde am Montag oder Dienstag das abschließende Ergebnis der groß angelegten Aktion zur Verringerung der griechischen Staatsschulden erhalten, sagte er laut einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders NET am Sonntag bei einem Besuch in München. Samaras war mit seinem Finanzminister Yannis Stournaras nach Bayern gereist und hatte dort Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) getroffen. Das Abendessen zwischen Samaras und Seehofer fand vor dem Hintergrund massiver Angriffe aus der CSU im vergangenen Sommer auf Griechenland statt. Die Christsozialen hatten einen Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone gefordert, Bayerns Finanzminister Markus Söder forderte, an Athen ein Exempel zu statuieren. Im Bundestag trug die CSU allerdings stets die Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit, Griechenland in der Eurozone zu halten.

    Nun sagte Seehofer, er wolle den Blick nur in die Zukunft richten. Griechenland habe eine Reihe von Reformen konkret angepackt. "Deshalb haben wir jetzt eine Situation, wo wir gut zusammenarbeiten können. Die Gegenwart passt durch die Maßnahmen und die Zukunft ist jetzt gut eingeleitet."

    Beide Länder vereinbarten eine stärkere Zusammenarbeit. Auf Ministerebene und zusammen mit der privaten Wirtschaft sollten die bayerisch-griechischen Netzwerke gestärkt werden, kündigte Seehofer an. Er wird außerdem im Mai oder Juni Griechenland bereisen, Samaras lud ihn zu diesem Besuch ein. Auch Samaras wollte nicht weiter auf die Angriffe aus der CSU eingehen: "Das Einzige, worauf ich blicken möchte, ist das Morgen."

    Seehofer legte vor dem Gespräch viel Wert auf die Feststellung, dass die Beziehungen Bayerns zu Griechenland traditionell gut seien. Er empfing seinen Gast mit allen Ehren des bayerischen Protokolls. Livrierte Kellner trugen das Vier-Gänge-Menü für das Abendessen auf, das von einer Ochsenschwanzsuppe über Zander zu bayerischer Hofente reichte. Zur Nachspeise gab es handgezogenen Apfelstrudel mit Eis von griechischem Joghurt - auch der Küchenchef tat alles für ein friedliches Miteinander von Bayern und Griechen.

    Seehofer setzt auf Diplomatie

     


    • dpa
    • rtr
    • afp
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    37 Kommentare zu "Haushaltssanierung: Athen verlängert die Frist für Schuldenrückkauf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • ein toller Erfolg dieser Rueckkauf - Aktion. Griechenland hat ca.300 Mrd.Euro an Schulden, davon wurden ca.30 Mrd Euro zurueck gekauft, bleiben dann aber immer noch ca. 270 Mrd Euro an Schulden offen.Man tut grade so als sei das Schuldenproblem geloest, alle sind hoch erfreut.
      Wieso wendt man diese Prinzip nicht bei Deutschen Pleite Firmen an, wo es doch so hoch gelobt wird von den Eu-Finanzministern.

    • ...der Rückkauf läuft sehr gut.
      Schlichtweg gelogen. Sie haben ihr Ziel nicht erreicht und verlängern.
      Immer hübsch bei der Wahrheit bleiben.

    • Der Rückkauf laufe sehr gut...hahahahaha...leider wohl nur mit griechischen Banken. Da wird auch eine Verlängerung der Rückkauffrist nichts ändern....wer ist auch so blöd und verkauft billiger als er muss?
      Man kann das Ganze auch als Insolvenzverschleppung in ganz großem Stil bezeichnen. Und eigentlich ist es schon ein Verbrechen, daß so etwas zugelassen und unterstützt wird.
      Jeder Unternehmer in Deutschland käme für dergleichen hinter schwedische Gardinen und im Falle Griechenland werden auf einmal kriminelle Sachverhalte legalisiert. Schönes EUROPA, das einem da vorgegaukelt wird, wo Recht und Gesetz so verbogen werden, wie es den EURO-Pfuschern gerade am besten passt.

    • @Rechner:

      10 Milliarden Euro von 27 Milliarden Euro insgesamt sind natürlich eine zu vernachlässigende Kleinigkeit; fast eine Mini-Petitesse von 37%...

      Laut Spiegel-Online (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-griechenland-verlaengert-frist-fuer-schuldenrueckkauf-a-871886.html) waren es 11.5 Mrd alleine von vier griechischen Banken. Das wären rund 42.6%.

      Ich an Ihrer Stelle würde mir ernsthaft überlegen, ob ein anderer Benutzername für Sie nicht passender wäre.

    • O-Ton 'Numismatiker'
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      @Rechner

      "Es sind anscheinend aber bisjetzt schon Anleihen im Nominalwert von weit über 20 Milliarden zurückgekauft worden."

      siehe den Kommentar von hafnersp (09.12.2012, 22:17 Uhr)
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      Bloß daß die Behauptung des Kommentatoren 'hafnersp', "Ein Großteil der Anleihen wurden aus den Beständen der griechischen Banken aufgekauft", FALSCH ist:

      "Domestic and overseas investors offered to sell back to Greece as much as 27 billion euros of their holdings of the nation’s bonds, state-run NET TV reported. Greek banks submitted offers of around 10 billion euros" http://www.bloomberg.com/news/2012-12-09/greece-is-close-to-reaching-debt-buyback-target-official-says.html

      +++

      O-Ton 'Numismatiker'
      -----------------------
      Erst denken (lesen hätte auch gereicht), dann schreiben wäre bei Ihnen hilfreich...
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      Das wäre wohl eher Ihnen zu empfehlen.

    • ZITAT 1:
      --------
      Liebe Leserinnen und Leser,
      kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
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      Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion


      REGELN GELTEN NUR FÜR ANDERE! WIR ÄNDERN; WAS DAS ZEUG HÄLT - UNSERE ZEIT IST NUN MAL SCHNELLLEBIG!

      ZITAT 2:
      --------
      Publizistisches Selbstverständnis:
      Unsere publizistische Kultur ist geprägt durch das Streben nach hoher Qualität und hohem intellektuellem Standard, nach Unabhängigkeit, Fairness und Seriosität der redaktionellen Leistung.


      LERNEN, LERNEN UND NACHMALS LERNEN - frei nach Lenin

      IN DIESEM SINNE - BIS BALD MAL WIEDER

      P.S. Wer sind die Besitzer der Anleihen, die die Kursdiferenz tragen?

    • @selber_denken_macht_schlau

      Und genau das ist gewollt: ich war mir nicht ganz sicher, da stand doch ...
      Artikel in Online-Portalen sind flüchtig - sie schmelzen wie Eis in der Sonne ...
      Es gibt Fakten und Meinungen/Standpunkte zu Fakten und diese ändern sich, je nach Blickwinkel eben auch in gewünschte.
      Neudeutsch nennt man das Flexibilität und unsere globale Welt braucht viel davon, wird gesagt und geschrieben!
      Das ist jedoch nicht Thema des Artikels ...

      zurück:
      Und Deutschland muß mit Griechenland sehr flexibel sein.
      Fakt ist: Schulden sind nicht von Hause aus schlecht - nur müssen die Zinsen immer bedienbar sein und auch mal getilt werden! Deutschland konnte bisher die Zinsen immer bedienen - zurückgezahlt wurde bisher nie.

      Schulden zu einem niedrigerem Kurs als den Nennwert aufzukaufen ist das ein Schuldenschnitt? JA!
      Welche Gläubiger würde das tun?

      Selber denken macht schlau!


    • @Rechner

      "Es sind anscheinend aber bisjetzt schon Anleihen im Nominalwert von weit über 20 Milliarden zurückgekauft worden."

      siehe den Kommentar von hafnersp (09.12.2012, 22:17 Uhr)

      Erst denken (lesen hätte auch gereicht), dann schreiben wäre bei Ihnen hilfreich...

    • @hafnersp

      Ich bin mir absolut sicher, dass der Artikel substanziell revidiert wurde, da ich einen Kommentar zur alten Version geschrieben hatte, der jetzt keinen Sinn mehr macht.

      Sie argumentieren, dass der Artikel überarbeitet wurde, zeuge davon, dass die Kommentatoren ernst genommen würden.

      Ich kann mich nicht anschließen. Insbesondere lässt der überarbeitete Artikel einige Kommentatoren in merkwürdigem Licht erscheinen. Nicht jeder Kommentator macht sich die Mühe, die Passagen zu zitieren, auf die er sich bezieht (das ist auch nicht immer sinnvoll).

      Es ergibt sich in meinen Augen also das genaue Gegenteil. So lang eine solche Überarbeitung ohne ausdrückliche Erwähnung im Text mit exaktem Zeitstempel stattfindet, wird einigermaßen respektlos mit den Nutzerkommentaren umgegangen.

      Eher muss ich mir schon Mühe geben, das Resultat nicht als User Generated Content anzusehen. Da wäre es ehrlicher, das Handelsblatt führte ein neues Format ein. Wie wäre es mit "Germany's Next Journalist"? Dem Gewinner winkt ein Praktikum mit Auslandseinsätzen in Krisenregionen? Und im Verlauf der Sendung, Pardon, des Wettbewerbs fallen viele tolle Artikel an, die sich sogar noch monetarisieren lassen. Heute zwar nur per Werbebanner, aber morgen vielleicht schon als Kreditbesicherung bei der EZB, die ja anscheinend alles als Sicherheit akzeptiert.

      Man sehe mir den Zynismus bitte nach.

    • 'Brasil' sagt
      ------------------
      Hat jemand was anderes erwartet?
      Selbst wenn real keine einzige Anleihe zuruekgekauft wurde, es war NATUERLICH eine voller Erfolg!
      ------------------

      Es sind anscheinend aber bisjetzt schon Anleihen im Nominalwert von weit über 20 Milliarden zurückgekauft worden.

      +++

      'Brasil' sagt
      ------------------
      Dia Transferzahlungen an die Banken muessen schliesslich moeglich gemacht werden!
      Beim griechischen Volk kommt sowieso kein Cent an, allenfalls ein paar Euro fuer die Regierungsmitglieder, damit sie weiter mitspielen!
      ------------------

      Wie würde die griechische Regierung wohl die Renten auszahlen ohne die Transferzahlungen aus Guteuropa?

      Daß Griechenland immer noch ein Primärdefizit (heißt Defizit selbst OHNE Schuldendienst) fährt hat sich wohl noch nicht bis zu Ihnen herumgesprochen.

      Und das obwohl durch den Schuldenverzicht vom März erhebliche Zinsszahlungen fortgefallen sind.

      Das "griechische Volk", um das Sie sich sorgen, hat immerhin von der Schuldenorgie erheblich profitiert - das Einkommen pro Kopf aus Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen ist zwischen 2001 und 1002 um 68,6% (Deutschland: 17,7%) gestiegen.

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