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Helmut Schmidt „Der Teufel soll sie holen, wenn sie Griechenland nicht retten“

Seite 6 von 7:
„Eine Weltrezession ist möglich, aber abwendbar“

Für Griechenland wäre sie allerdings eine Katastrophe?

Griechenland braucht keine Apfelsinen und keine Bananen, Griechenland braucht Investitionen! Es muss Unternehmer geben, die das Risiko auf sich nehmen, in dem Land zu investieren. Das werden sie nur tun, wenn es in Griechenland eine verlässliche Wirtschaftspolitik gibt. Wenn ich einen europäischen Marshall-Plan für Griechenland fordere, meine ich nicht Geld, sondern konkrete Projekte.

Hatten Sie ein emotionales Verhältnis zur D-Mark?

Nein, insbesondere auch kein emotionales Verhältnis zur Deutschen Bundesbank. Es hat mir manchmal missfallen, dass sie ihre Verantwortung für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, anders als die amerikanische Zentralbank, relativ kleingeschrieben hat. Die Bundesbank fühlte sich meistens nur für die Stabilität der Kaufkraft der D-Mark verantwortlich, nicht aber zum Beispiel für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

Viele Bürger haben aber die D-Mark sehr geschätzt.

Das galt für die Ossis. Die westdeutschen Bürger haben die Wertschätzung für ihre Währung eigentlich erst im Laufe der neunziger Jahre entdeckt. Vorher war die D-Mark nicht Gegenstand emotionaler Zuneigung, sondern sie war selbstverständlich. Erst als man den Menschen erzählte, der Euro sei ein Teuro, fingen sie an, darüber nachzudenken. Von da an liebten manche plötzlich die D-Mark. Viele Hausfrauen haben geglaubt, jetzt wird alles teurer. Und es stimmt sogar, dass damals eine Reihe von Lebensmitteln teurer geworden sind. Insgesamt aber war die Inflationsrate im Euro-Raum in den zehn Jahren seit seiner Einführung niedriger als die Inflationsrate in Deutschland in den letzten zehn Jahren der D-Mark. Die Hausfrauen hatten unrecht. Tatsächlich haben Jean-Claude Trichet und die Europäische Zentralbank den Euro nach innen und nach außen stabiler gehalten als die Amerikaner ihren Dollar oder die Chinesen ihren Yuan.

Sie wirken so gelassen – EU-Ländern droht jedoch der Bankrott, und ernst zu nehmende Ökonomen warnen vor einer Weltrezession!

Ja, es liegt nicht in meiner Natur, Angst zu haben.

Glauben Sie, dass es zu einer Weltrezession kommt?

Nein. Ich halte eine Weltrezession für möglich, aber ich halte sie auch für abwendbar.

Brexit 2019
„Ich vertraue dem Mann bei der Bank“
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71 Kommentare zu "Helmut Schmidt: „Der Teufel soll sie holen, wenn sie Griechenland nicht retten“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Als im Oktober 1982 Helmut Schmidt mittels der Wankelpartei FDP und dem Scheckheftdiplomaten Genscher das Messer in den Rücken bekam, war die BRD mit ca. 420 Mrd. DM verschuldet. Nach dem Umrechnungsfaktor 1,95583 somit ca. 215 Mrd. Euro. War auch anno dazumal eine Traumverschuldung.

  • Quark zu treten, macht ihn nicht besser! Darf ich daran erinnern, daß die von Ihnen so bezeichneten "Schrottpapiere" in den Büchern der Banken Staatsanleihen sind? Dass nun alle Akteure erschreckt feststellen, dass Staatsanleihen keineswegs so risikolos sind, wie immer vermutet, müßte doch den deutschen Michel, der die DAX-Konzerne willenlos ausländischen Anlegern überläßt und lieber in Staatsanleihen investiert, zu tode erschrecken?
    Zu Schmidt: Die SPD hat den Beitritt Griechenlands als "Wiege Europas" immer verlangt; daß das Land die €-Kriterien nicht erfüllt, hat nie interessiert - das Land ist ja "so klein" (Schröder)!

  • "Bislang sei nicht ein einziger Euro aus Deutschland nach Griechenland geflossen." Dieser Satz von Schmidt zeigt, daß der Alt-Kanzler nicht mehr auf der Höhe seiner einstigen intellektuellen Kapazität ist. Von woher kommen denn die Tranchen des Rettungsfonds und die EU-Strukturhilfen? Zusammen sind das dutzende von Milliarden Euro jedes Jahr. Der Löwenanteil davon aus Deutschland und nicht etwa aus dem Nirwana! 
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Der Vergleich mit dem Marshall-Plan haengt, denn wenn man die Zahlungen, die Deutschland seinerzeit erhalten hat, mit den Hilfezahlungen an Griechenland vergleicht, dann sind diese irrsinnige Summen, die m.E. einfach nicht mehr zu rechtfertigen sind...Damals waren andere Zeiten...gepraegt vom Willen des Wiederaufbaus, wo Fleiss noch als Tugend galt.

  • Auch ich habe bisher von H.S. sehr viel gehalten, meinte eigentlich, dass er doch eine ganze Menge volkswirtschaftliches Wissen hat.

    Aber der Euro zeigt nun, dass auch Schmidt total überfordert ist, wenn es um Lösungen geht.

    Allein seine Antwort, dass noch kein Cent von Deutschland geflossen ist, ist so hanebüchen, negiert einfach Tatsachen, dass es schon sehr traurig ist.

    Resumee: Schmidt weiß auch nichts und polemisiert jetzt halt, um sein Honorar beim HB zu verdienen. Leider nur noch Luftblasen, wenn auch wahrscheinlich mit Mint-Geschmack.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nein, Margrit, da sind Sie sehr schlecht informiert. Der GröWaZ (größter Weltökonom aller Zeiten) hat mit der Staatsverschuldung in Deutschland in Größenordnungen begonnen. Er hat das süße Gift des Bezahlens von Wahlversprechen über neue Schulden hoffähig gemacht. Schmidt ist der technokratiehörige Typ eines Pseudowissenschaftlers, der in den Spuren einen Superministers Schiller meinte, er könne die Wirtschaft wie ein Kasperletheater mittels keynesianistischer Werkzeuge bespielen.
    Allerdings verfügt Schmidt über eine brilliante Rhetorik, die die Deutschen wie ein "Führer" von den Stühlen reißen kann. Selbst schuld, wer sich hier davon zum Opfer machen lässt. Wenn es Ihnen unter Schmidt gut ging dann deshalb, weil er die Neuverschuldung begann... das Leben auf Pump ist immer das Leben über die eigenen Verhältnisse. Das haben Sie nicht begriffen. Jetzt ist dieser beschrittene Weg am Ende. Und Schmidt sucht als Technokrat das Heil - eben doch ein wahrer Sozialist!! - in der EUSSR!

  • „Sparerei ist eine der Ursachen für die Depression“
    Lieber den Enkeln anderer Leute die Schulden hinterlassen

    „Sie halten die Angst vor einer Währungsreform also für ein Gespenst?“
    „Für absolut dummes Zeug.“
    Deswegen habe ich auch Gold ??!!??(siehe Schluss)

    „Die Bundesbank fühlte sich meistens nur für die Stabilität der Kaufkraft der D-Mark verantwortlich, nicht aber zum Beispiel für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.“
    Deswegen auch die Schulden (Lieber 5 % Inflation als 5 % Arbeitslosigkeit) am Ende hatte man beides!

    „tatsächlich haben Jean-Claude Trichet und die Europäische Zentralbank den Euro nach innen und nach außen stabiler gehalten als die Amerikaner ihren Dollar oder die Chinesen ihren Yuan.“
    Lach und Brüll, wenn es nicht so traurig wäre

    „Nein, ich habe mich noch nie darum gekümmert, was gekauft oder verkauft wurde.“
    „Isch abe gar keine Aktien“ Goldreserven: Könnte sein aber minimal. Blick nach oben. Meiner Meinung nach lügt er bzw. untertreibt
    http://www.youtube.com/watch?v=PAUcBdfn7ss

    Geben Sie Prof Hankel oder Strabatty mal ein Interview!!!

  • ich will ihn zwar nicht persönlich angreifen, den schmidt, aber wenn er so weitermacht wird das nicht mt der familienzusammenführung im himmel. helmut, unten ists zwar ganz schön warm, aber der belzebub verschont auch keine sozis.

  • Herr Schmidt wird sich ja schon bald mit Herrn Teufel besprechen - persönlich - und es wird Stillschweigen vereinbart.

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