Hilfe für Bankensystem London stemmt sich gegen die Krise

Aus Angst vor der Euro-Krise greift Großbritannien jetzt selbst zur Elefantenbüchse - und will sein Bankensystem mit mehr als 100 Milliarden Pfund fluten. Notenbank-Chef King warnt vor einer "schwarzen Wolke".
Update: 15.06.2012 - 07:22 Uhr 21 Kommentare
Mervyn King, Chef der Bank of England, will den Banken in der Krise günstig Geld leihen. Quelle: dapd

Mervyn King, Chef der Bank of England, will den Banken in der Krise günstig Geld leihen.

(Foto: dapd)

London/WashingtonIm Kampf gegen die zunehmenden Gefahren der Euro-Krise will Großbritannien sein Bankensystem mit mehr als 100 Milliarden Pfund fluten. In einer koordinierten Aktion von Regierung und Zentralbank soll die Kreditvergabe angekurbelt werden, kündigte der Gouverneur der britischen Notenbank Bank of England, Mervyn King, am Donnerstagabend bei einer Rede vor Bankiers in der Londoner City an.

King warnte, die Euro-Schuldenkrise würge die Konjunktur ab. "Die schwarze Wolke hat die Lebenskraft geschwächt", sagte er. "Unternehmen und Haushalte bereiten sich auf die kommenden Stürme vor." Finanzminister Georg Osborne rief die Länder der Euro-Zone auf, die Krise endlich in den Griff zu bekommen. Großbritannien müsse sich nun selbst schützen. "Wir sind nicht machtlos im Angesicht des Schuldensturms der Euro-Zone", sagte er. "Gemeinsam können wir mehr Feuerkraft entfalten, um unsere Wirtschaft gegen die Krise vor unserer Haustür zu verteidigen."

Das Land werde in wenigen Wochen ein entsprechendes Programm auflegen, sagte Notenbank-Chef King. Die Geldhäuser sollen damit auf eine günstige langfristige Finanzierung zugreifen können und zur Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher ermutigt werden. Die Notenbank-Kredite würden mit einer Laufzeit von wahrscheinlich drei bis vier Jahren ausgestattet. Nach Angaben aus dem Finanzministerium könnte allein der Plan der Regierung neue Darlehen in Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden Pfund unterstützen. Die Londoner „Times“ beziffert die Hilfen sogar auf bis zu 100 Milliarden Pfund (123 Milliarden Euro).

Die Zentralbank werde zudem ihre Notfall-Liquiditäts-Hilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen worden war. Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten können. Mit dieser Operation sollen den Finanzinstituten mindestens fünf Milliarden Pfund pro Monat angeboten werden, ergänzte King.

Warnungen vor einer "schwarzen Wolke"
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

21 Kommentare zu "Hilfe für Bankensystem: London stemmt sich mit Milliarden gegen die Krise"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ach Leute, ihr regt euch über den ESM (EuroSadoMaso) Fonds auf aber ihr habt bestimmt etwas von Target2 gehört. Der andere grosse Beschiss. D.h. wenn das Geld in einem FPIIGS Land abfliesst, muss die Bundesbank den Abfluss finanzieren. D.h. Die Bundesbank vergibt indirekt Kredite. Und diese sind auf mehr als 700 Milliarden angewachsen. Wenn Euro zusammenbricht, ist das Geld weg. Toller Beschiss. Und nicht viele sprechen darüber. Wir können sowieso nichts gegen die Volksverräter und den Eurobeschiss ausrichten.

  • +++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++

  • und dann werdet ihr den Sadomasodingsbumsfund nicht mehr rückgängig machen und die Beteiligten haben die volle Immunität!!! Hehe. Das passt euch nicht? ihr habt doch keine andere Wahl! Was wollt ihr tun? Euch hier im Forum anonym aufregen. Hehe. Na gut, man hat euch ein bisschen beschissen, als man euch "rote Linien" versprach, dass man den Sadomasodingsbumsfond nicht aufstockt und die FPigs nicht mit noch mehr Geld unterstützt. Aber was interessiert uns unser Geschwätz von gestern? Man hat euch verraten. Das schmerzt. Herzliches Beileid. Mami muss voll anfangen zu weinen. Der ESM Fonds wird aufgestockt auf eure Kosten. [...]. So eine Führerposition ist nicht umsonst zu haben. Ausserdem, die rot-grüne [...] ist auch nicht besser (Viel schlechter, die Sozis würden eure Interessen für sehr viel weniger ausverkaufen ). Also, ihr habt eh keine Wahl. Also, ärgert euch hier schwarz im Forum. Bei Chrissi und Bettina hat man sich auch über ein paar Hunderttausende [...] aufgeregt (typisch deutsch und überhaupt nicht europäisch).. aber auch nicht lange. Also, deutscher Michel, du musst halt das auch schlucken und brav [...]. So, ist es halt mit der Demokratie. Wir machen was wir wollen. 75% der Deutschen haben den Euro nicht gewollt. Was hat man gemacht? Die Krankheit eingeführt. Was lernt man daraus, man [...] und findet sich damit ab! Rischtisch!!! Wir da oben wissen es besser!!! Also, viel Spass beim Fussball gucken und ab heute bitte den Euro und den ganzen EZB und SadomasoSch....Fonds (und Griechen und übrige FPIIGS) bitte hier nicht schlecht machen. Es ist zwar ... aber Leute kommt, die Völkerfreundschaft und die ganze [...] mit politischer Union und das Geld im Urlaub nicht wechseln zu müssen ist doch cool, oder? Habt ihr das Spiel gegen Holland gesehen? Bah! So, wird die Nationalmannschaft bestimmt bis zum 29. im Turnier bleiben und dann ist eh alles zu spät, [...] ha ha ha. [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Kleiner Auszug aus Bloomberg-Online:
    “King repeated his rejection of calls for the U.K. central bank to buy assets other than gilts as part of its QE program. There are “reasons for treating that idea with caution,” he said. “The bank has no democratic mandate to put taxpayers’ money at risk” and “purchases by the public sector would represent a real risk to taxpayers.”
    Die EZB verletzt permanent diesen Grundsatz - insbesondere auf Kosten des dt. Steuerzahlers. Solange die Währungsunion besteht wird sich das auch nicht ändern.

  • Für die Griechen bedeutet der Euroausstieg die Isolation. Die Drachme würde erheblich ggü. noch vor EURO Einführungszeiten abwerten. Die Dummen sind die einfachen Leute und Rentner. Ihre Ersparnisse und Rücklagen sind auf einmal nichts mehr Wert. Der angebliche Befreiungsschlag und die Wiederherstellung der Ehre gelten aber komischerweise nicht für die grieschichen Millionäre. Die haben alle längst Ihr Geld ins Ausland gebracht.NEIN, der Euro ist für die Griechen ein einmalige Chance Ihre Wirtschaft langfristig wettbewerbsfähig zu machen und die ständige Abwanderung von griechischen Jugendlichen und damit knowhow zu stoppen und Ihnen zu Hause eine wirkliche Chance auf Arbeit und Brot zu geben. Erinnernt Euch ! auch vor der Euroeinführung war der griechische Staat marode. Die Griechen sollten die EUROgemeinschaft eher als Chance verstehen denn als Damoklesschwert. Gruss D.

  • @SayTheTruth

    Griechenland ist MITTLERWEILE voellig unwichtig. Die wahren Gefahren lauern bei Laendern wie Spanien und Italien. Die machen den Deckel richtig und endgueltig zu.

    Manchmal hoffe ich, ich bin Zaungast bei dieser Euro-Veranstaltung. Aber so wird es leider nicht sein. Und es geht ja mittlerweile nicht mehr nur um den Euro. Es geht um den USD, das GBP, den Yen. Wenn ich einen Tipp abgeben muesste wie sie fallen werden, dann Euro, GBP, USD und lange danach Yen. Egal wie - verbessern wird dies meine Perspektive nicht.

  • DIe Insider, die VORHER wissen wie das Drama in Griechenland endet oder die wissen welche Verträge und Vorschläge gemacht werden zur Lösung, die machen sich jedesmal die Taschen voll an der Börse !!

    Die sind jedesmal als erster drin und als erster wieder draussen. DIe politische Börse verleitet zu Zockerei und begünstigt MASSIV Insider, die machen jedesmal Milliarden.

  • Hoffentlich gewinnt Herr Tsipras !! Denn der will die Ehre der Griechen wieder herstellen und die eigene Währung DRACHME mit eigener Zentralbank drucken.

    Die Schulden in EURO sollte Herr Tsipras nicht mehr bezahlen, sonst zahlen die Griechen Jahrhundertelang unter dem Knüppel von Brüssel. Entmachtet und ehrlos.

    Nein, griechischer Staatsbankrott, Drachme einführen und allein wieder als stolze Griechen weitermachen mit Tsipras an der Spitze. Die Verluste in EURO gleicht die EZB für Griechenland wieder aus bei den Banken in der Welt.

    SCHÜTTELT BRÜSSEL UND DEN EURO EINFACH AB !!! Tretet Brüssel ein letztes mal in den Allerwertesten. Die Welt ist Griechenland auch leid - ganz bestimmt sogar.

    EU-Hilfen in Drachme bekommt ihr doch auch noch. Das sind doch super Aussichten ! Und die EUROs unterm Kopfkissen könnt ihr ganz in Ruhe in 3 Monaten umtauschen, wenn die Drachme 2-3mal abgewertet wurde.

  • ´Man maint, die Welt wäre dem totalen Irrsinn verfallen. Es kann doch nicht sein, dass ein paar Irre Politiker in Griechenland über den Gang der Welt bestimmen. Die sogenannte "Rettung" gibt denen eine absurde Macht, die sie wie Mafiosi zur Schutzgelderpressung benutzen.
    Jetzt schmeisst doch endlich diesen Betrügerverein aus dem Euro raus! Das diszipliniert auch Italien, Spanien und den betrügerischen Volksbeglücker Hollande! Auch wenn es wehtut, es muss jetzt klargestellt werden, dass internationale Politik kein Mafia-Geschäft ist. Ihr Rettungswahnsinnigen in Berlin, von Merkel bis Trittin, wacht endlich auf und stellt das System wieder auf die Füße. So wie es jetzt läuft, gehen wir alle unter!
    Der Euro zerstört Europa!

  • Das macht London doch genau richtig. Überall liest und hört man, daß nur Geld fehlt. Alles andere ist im Überfluß vorhanden. Geld läßt sich aber problemlos erzeugen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%