Hilfe für Griechenland „Ein Sieg für die Finanzhaie“

Angela Merkel vertraut bei der Rettung Griechenlands auf die Einsicht der privaten Gläubiger – und stößt damit auf heftigen Widerstand, auch in den eigenen Reihen. Nun muss sich die Kanzlerin wehren.
48 Kommentare

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Linie für die weitere Griechenland-Hilfe gegen vielstimmige Kritik verteidigt. Die Einbeziehung privater Gläubiger könne derzeit nur auf freiwilliger Basis geschehen, da es für eine verpflichtende Lösung noch kein Regelwerk gebe, sagte die CDU-Chefin bei einer Tagung der Kreisvorsitzenden ihrer Partei in Berlin. Über den Aspekt der Freiwilligkeit hatten sich zuvor sowohl Koalitionspolitiker als auch Vertreter der Opposition unzufrieden geäußert.

Merkel gab sich überzeugt, dass auch auf freiwilliger Basis ein „substanzieller Beitrag“ der privaten Gläubiger zusammenkommen werde. Dafür werde man in Gesprächen werben, „aber nicht öffentlich und nicht auf Pressekonferenzen“. Am Freitag hatte sie sich mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf die freiwillige Beteiligung des Privatsektors geeinigt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, Merkel und Sarkozy hätten „keine Führung gezeigt“ und bewiesen, dass sie nur „auf ihren eigenen innenpolitischen Vorteil“ schielten. Gabriel forderte im „Hamburger Abendblatt“ bei der Griechenland-Hilfe einen „wirkungsvollen Schuldenschnitt, bei dem die Gläubiger auf einen beträchtlichen Teil ihrer Forderungen verzichten“.

Der Linke-Wirtschaftsexperte Michael Schlecht bezeichnete die Verabredung zwischen Merkel und Sarkozy als „Sieg für die Finanzhaie und eine krachende Niederlage für die Steuerzahler“. Eine freiwillige Umschuldung sei „eine Farce“.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold, nannte die Diskussion über die private Gläubigerbeteiligung „absurd“. Er kritisierte im Deutschlandradio Kultur, die Banken hätten ihr zu Beginn der Griechenlandkrise gegebenes Versprechen gebrochen, ihr Engagement nicht zurückzufahren. Die Politik solle „mit diesen freiwilligen Absprachen aufhören“.

Schäffler für harten Schuldenschnitt

Auch in den in den Koalitionsparteien stoßen die Pläne Merkels und Sarkozys auf Ablehnung. Der Vorsitzende des Finanzausschusses und FDP-Fraktionsvize Volker Wissing sagte im Deutschlandfunk, es könne nicht sein, dass die Finanzwirtschaft nur darauf setze, dass der Steuerzahler die Probleme löse. Die FDP fordere konsequent die Beteiligung privater Gläubiger.

„Griechenland kann nur geholfen werden, wenn es tatsächlich einen harten Schuldenschnitt gibt und die Wirtschaft wettbewerbsfähig wird“, sagte der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe). Eine freiwillige Beteiligung der Privaten etwa durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen helfe Griechenland nicht. Man müsse sich schon fragen, warum sich in derart wichtigen Fragen Frankreich durchsetze und nicht Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU), sagte: „Die Koalition hat vereinbart, Finanzhilfen für Griechenland nur zuzustimmen, wenn eine angemessene Beteiligung privater Gläubiger eingeleitet wird. Daran halten wir fest.“ Er fügte aber hinzu: „Die Beteiligung privater Gläubiger darf nur nicht so weit gehen, dass hierdurch eine viel schwerere Krise für die Eurozone ausgelöst wird.

  • dapd
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48 Kommentare zu "Hilfe für Griechenland: „Ein Sieg für die Finanzhaie“"

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  • ...gibt es doch schon:

    Partei der Vernunft -> www.parteidervernunft.de


    Wenn es keinen grundlegenden politischen Wechsel gibt, dann Gande uns Gott.....
    Ich persönlich würde mich über Freiheitskämpfer ala´ Baader-Meinhof (langsam aber sicher) freuen ... und ich denke, ich wäre nicht der Einzige !?

  • @Regulator
    Bitte keine Zensur. Auch Gutes_Gewissen soll hetzen dürfen. Wahrscheinlich ist er eh nur ein agent provocateur, dessen Aufgabe es ist, im HB Grenzen auszutesten.

  • @Redaktion
    Bei aller Toleranz gegenüber Abwegigem: Gutes_Gewissen ist doch wohl ein Fall für die Moderation

  • @Guenni
    Banken verlangen im normalerweise Sicherheiten wenn sie Kredite vergeben, handelt es sich um Kredite an Staaten, schauen sie sich die betreffenden Volkswirtschaften an. Im Fall Griechenland haben sie darauf offenbar weitgehend verzichtet. Warum wohl? Schon mal darüber nachgedacht?

  • Wem wollen sie den was kürzen?

  • Griechenland wurde zum Umschlagplatz für faule Kredite gemacht. Einem Volk von Fischern, malerischen Pensionsbesitzern am Meer und Gyros-Buden wurden nach Vorlage von unkontrollierten Bilanzvorlagen hunderte Milliarden EURO über Jahrzente hinterhergeschmissen.

    Das Volk ist aber das selbe geblieben - Brüssel ordnet mit ihrer Reissbrett-Politik auf zentralistische Weise Änderungen an, die garnischt von den Menschen vor Ort angenommen werden geschweige denn umgesetzt werden. Arrogante Reissbrett-Politik eben wobei Geld keine Rolle spielt.

    Der einfache Grieche hatte wahrscheinlich wirklich garnichts davon gehabt bisher und steht nun als Volk von Verschwendern und Betrügern da. Die Politiker und Beamten haben sich die Taschen voll gemacht.

    Das kommt davon, wenn Brüssel mit Milliarden um sich wirft und Korruption, Steuer- und Sozialbetrug fördert, wie ein Fisch, der erstmal einen fetten Köder hingehalten bekommt. Aber man darf den brüssler Angelhaken nicht vergessen, der jetzt zum fatal Tragen gekommen ist, an dem das ganze griechische Volk jetzt zappelt. Trichet/Barosso/Juncker einfach entlassen, weg mit denen, das sind einfach arrogante Volltrottel !!!

  • Griechenland wurde zum Umschlagplatz für faule Kredite gemacht. Einem Volk von Fischern, malerischen Pensionsbesitzern am Meer und Gyros-Buden wurden nach Vorlage von unkontrollierten Bilanzvorlagen hunderte Milliarden EURO über Jahrzente hinterhergeschmissen.

    Das Volk ist aber das selbe geblieben - Brüssel ordnet mit ihrer Reissbrett-Politik auf zentralistische Weise Änderungen an, die garnischt von den Menschen vor Ort angenommen werden geschweige denn umgesetzt werden. Arrogante Reissbrett-Politik eben wobei Geld keine Rolle spielt.

    Der einfache Grieche hatte wahrscheinlich wirklich garnichts davon gehabt bisher und steht nun als Volk von Verschwendern und Betrügern da. Die Politiker und Beamten haben sich die Taschen voll gemacht.

    Das kommt davon, wenn Brüssel mit Milliarden um sich wirft und Korruption, Steuer- und Sozialbetrug fördert, wie ein Fisch, der erstmal einen fetten Köder hingehalten bekommt. Aber man darf den brüssler Angelhaken nicht vergessen, der jetzt zum fatal Tragen gekommen ist, an dem das ganze griechische Volk jetzt zappelt. Trichet/Barosso/Juncker einfach entlassen, weg mit denen, das sind einfach arrogante Volltrottel !!!

  • Volle Zustimmung.
    Wieder einmal ist unsere Bundeskanzlerin umgefallen und hat Ihr Wählervolk verkauft! Hat schon mal jemand ihre Doktorarbeit auf Plagiate untersucht? Einem Doktor sollte man doch eine gewisse Intelligenz unterstellen dürfen, zumindest teilweise....

  • Dann geh doch einfach dahin woher Du gekommen bist und verschone uns mit Deinen Ergüssen...

  • aha, wohl die vwl vorlesungen beim surfen am gardasee verbracht und danach die mitschriften der dagebliebenen nicht verstanden

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