Hilfe nur unter Vorbehalt Zypern soll Schwarzgeld-Sumpf trocken legen

Parteiübergreifend lehnt die Politik Finanzhilfen für das verschuldete Zypern ab. Erst müsse das Land die EU-Regeln gegen Geldwäsche umsetzen – damit nicht Inhaber russischer Schwarzgeldkonten von den Hilfen profitieren.
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Zyperns Präsident Dimitris Christofias hält sich bei Reformen zurück. Quelle: dpa

Zyperns Präsident Dimitris Christofias hält sich bei Reformen zurück.

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BerlinZypern kann nach Angaben des CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs nur dann Hilfskredite der Euro-Länder bekommen, wenn es die EU-Regeln gegen Geldwäsche umsetzt. "Wenn Zypern nicht bereit ist, endlich die EU-Regeln zur Transparenz und gegen Geldwäsche umzusetzen, dann kann es keine Hilfe für Zypern geben", sagte Fuchs am Donnerstag. "In der Unions-Fraktion ist die Situation genauso schwierig wie bei der FDP", sagte der CDU-Politiker zu Äußerungen des FDP-Fraktionschefs Rainer Brüderle, dass es derzeit keine Mehrheit bei den Liberalen für ein Zypern-Hilfspaket gebe.

"Zypern ist eine ganz andere Situation als Griechenland. Hier geht es um Fluchtgeld in großem Ausmaß", sagte Fuchs mit Hinweis auf die großen Mengen russischen Geldes, die in zypriotischen Banken angelegt sind. Er betonte zudem, dass eine bloße rechtliche Übernahme der Regeln nicht ausreiche: "Hilfe kann es nur geben, wenn die Einhaltung der Regeln auf Zypern auch überprüft worden ist." Dies würde bedeuten, dass der angeschlagene Euro-Staat erst in einigen Monaten Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsschirm ESM bekommen könnte.

Aussagen von SPD-Chef Sigmar Gabriel deuten darauf hin, dass die Zypern-Geldern zum Wahlkampfthema werden könnte. Bislang hatte die Opposition alle europäischen Hilfspakete mitgetragen, dieses Mal droht die SPD damit, die Zustimmung zu Finanzhilfen für Zypern zu verweigern. Gabriel sagte am Mittwoch, seine Partei könne einem Hilfspaket für Zypern wegen der Steuerdumping- und Geldwäschevorwürfe gegen das Land nach jetzigem Stand nicht zustimmen. Es sei deutschen Steuerzahlen nicht zuzumuten, zyprische Banken zu retten, "deren Geschäftsmodell auf der Beihilfe zum Steuerbetrug basiert". Da auch die Grünen Vorbehalte haben und mehr als 20 Koalitionsabgeordnete die Euro-Politik der eigenen Regierung grundsätzlich ablehnen, gerät die Mehrheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag demnach zufolge "erstmals ernsthaft in Gefahr".

Zypern kann voraussichtlich erst nach der Präsidentenwahl im Februar mit Hilfskrediten rechnen. Die Euro-Finanzminister wollten nun Anfang März ein Rettungspaket bewilligen und nicht wie bisher erwartet am 21. Januar, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf Verhandlungskreise. Man wolle die bevorstehende Präsidentschaftswahl abwarten, die für 17. und 24. Februar angesetzt sei, werden EU-Diplomaten zitiert. In der Euro-Zone hoffe man auf einem Machtwechsel, da sich die Gespräche mit dem amtierenden Präsidenten Dimitris Christofias schwierig gestalteten. Auch in Berlin sei man über die geringe Reformbereitschaft von Christofias verärgert.

Am Freitag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Reise in den angeschlagenen Euro-Staat Zypern unternehmen. Offiziell soll es bei dem Treffen der Europäischen Volkspartei (EVP) auf Zypern um die Vorbereitung des EU-Sondergipfels über den Finanzrahmen der Union bis 2020 gehen. Aber der eigentliche Grund für die Visite gleich mehrerer konservativer EU-Staats- und Regierungschefs ist die offene Unterstützung für Nikos Anastasiadis, den Präsidentschaftskandidaten der zyprischen Konservativen. Dieser hofft, dass ein publikumswirksamer Auftritt mit der mächtigsten Frau Europas dazu beiträgt, dass er bei den Präsidentschaftswahlen im Februar Nachfolger des letzten kommunistischen Präsidenten in der EU, Amtsinhaber Dimitris Christofias, werden kann.

Zypern befindet sich in einer tiefen Wirtschafts- und Haushaltskrise. Der kleine Inselstaat hatte im Juni Finanzhilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) erbeten, nachdem Banken des Landes von der Griechenland-Krise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Diskutiert wird derzeit über internationale Kredite in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. In Vorbereitung darauf hat die zyprische Regierung bereits strikte Kürzungsmaßnahmen beschlossen.

  • rtr
  • dpa
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13 Kommentare zu "Hilfe nur unter Vorbehalt: Zypern soll Schwarzgeld-Sumpf trocken legen"

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  • Wenn die Geldwäsche Aktivitäten Zyperns eingestellt werden,gibt es also „Kredite“.
    Zypern hat de fakto (Google)885000 Einwohner.Wenn die EU anfangs ca.€ 17,5 Mrd. finanziert,bedeutet das pro Kopf einen Kredit von € 19770, Babys und Rentner mitgerechnet.Zählt man grosszügig die Staatsangestellten mit zur arbeitenden Bevölkerung,muss jeder Aktive zusätzlich zu den Altverbindlichkeiten von 72% des BIP von € 17 Mrd in 2010 ca. € 17,5 Mrd.neue Darlehn bedienen.Die Gesamtverbindlichkeiten werden also mehr als verdoppelt.Zyperns Leistungsbilanz lag 2011 bei minus 10,3% unter der Rate Griechenlands und im Ranking lag es an Platz 134,also 5 Punkte schlechter als Griechenland.
    Auf die Bevölkerung von Berlin übertragen, stiegen die dortigen Schulden dann schlagartig von ca.60 Mrd.auf € 132 Mrd.!
    Damit ist klar,dass die zypriotischen Verbindlichkeiten niemals zurückgezahlt werden können. Die Europäische Politik weiss das. Sie gibt demnach ein Geschenk oder besser Sozialhilfe an einen unfähigen Staat zum Erhalt der Macht der sozialistischen Genossen,im Eurosprech „Rettung“genannt.Nach griechischem Muster wird zur Einschläferung der Zahler herumpalavert,(Verhandeln genannt)um dann,wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sich anderen Dingen zugewandt hat,eine wunderbare Einigung zu präsentieren.Merkels Widerstand gegen die Darlehn ist,wie immer,nur temporär.Er basiert auf ausschliesslich politischem Marketing.(die bösen Russen mit Schwarzgeld)

  • Der Abbau des Staates

    "Nach dem Zweck des Staates forschte man bisher vergeblich. Keine der vielen Zweckbestimmungen des Staates deckte sich mit dem Wesen des Staates. Namentlich wenn man von "völkischen" Gedanken ausging, verwickelte man sich in unlösbare Widersprüche. Am besten war schließlich die etwas nüchterne Definition: "Anstalt für eine zwangsweise Einziehung des arbeitslosen Einkommens". Aber diese Bezeichnung setzte soviel politische Witterung voraus, dass sie nur ganz selten rückhaltlos anerkannt wurde."

    Silvio Gesell, 1919

    Die Natürliche Wirtschaftsordnung, welche die "hohe Politik" (Machtausübung) überflüssig macht, wäre schon damals zu verwirklichen gewesen, wenn es früher gelungen wäre, die Religion (Machterhalt) zu erklären und damit wegzuerklären:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/der-abbau-des-staates.html

  • In Röslers letzten Rede hier im Blatt unter
    "Rösler beklagt Diffamierung der FDP"
    war sein Credo,mehr "Staat oder mehr Freiheit"
    Das Staaten ihre Bürger erst in Unfreiheit geführt
    haben und politische Narrenfreiheit wegen Intransparenz
    zu Korruption genutzt wird,kann man guten Gewissens behaupten.Solange verschleiert werden darf,
    die EZB das Dossier zum Griechenland Betrug unter
    Mithilfe von Politik und Goldman Sachs,nicht
    offenlegen muß,wie gefordert und vom EU Gericht abgeschmettert wurde,solange kann man auch hier
    niemandem mehr trauen...Europa,ein Sammelsurium
    von Gaunern,an den Schaltstellen von Politik und
    Wirtschaft.



  • Die "alternativlosen" CDU Zypernhilfen sind ein weiterer Sargnagel für Steuerehrlichkeit in Deutschland.

    Wer zahlt schon noch Steuern, wenn er genau weiss, dass diese an russische Oligarchen geschickt werden? Da müsste man schon SAU blöd sein XD


  • Als wollte man mit einem Schraubenzieher einen Stall ausmisten.
    In einem Land wie Zypern gibt es so etwas wie Steuern, Arbeit oder Wirtschaft doch überhaupt nicht. Sowenig wie im Kongo hinten. Es gibt Beziehungen, Reichtum und Abhängige. Und einen Zugang zu internationalen Finanzquellen.

    Das Geld wird fließen, schließlich ist es nur das Geld der doofen und ausgeplünderten Deutschen.

    Also kein Brimborium, auch kein Geschwätz von Gabriel, zahlt einfach, damit das System baldmöglichst zusammenkracht.

  • Solange sich einige Länder mit Hilfe ihrer EU- Kommissare nicht um grundlegende Dinge wie Steuerehrlichkeit, Schwarzgeldwäsche und Korruption kümmern müssen, sollten wir und uns um Mikro-Regelungen wie Glühbirnenverbot, Feinstaubbelastung und Krümmungsradien für Bananen nicht scheren.

    Wir fangen mit der Schweiz einen Riesenkrach an, haben die dunkelschwarzen Schafe in den eigenen Reihen und sollen die auch noch mit Steuergeldern des kleinen Mannes über Wasser halten, damit die Korruption weiter gehen kann.



  • @Eurowahn


    Genauso wird es kommen. Denn die Rettung Zyperns ist "alternativlos". Und SPD/Grüne werden wieder zustimmen. Und der deutsche Steuerzahler (=Melkkuh Europas) wird es brav schlucken.

    Bananenrepublik Deutschland

  • Die eurofanatischen Politiker, die GR, ZY, B, I... in den Euro nahmen sollten sich vor Gericht verantworten müssen. Stattdessen erhalten sie Preise und Auszeichnungen. Die Verursacher der Krise sind jetzt die Krisenmanager, die jahrelang der Korruption zuschauten, oder in Spa nicht sehen wollten, dass jährlich dort mehr Häuser gebaut werden als in F, GB und D zusammen und dies wurde noch als Wirtschaftsmodell gepriesen.
    Rechnet man die Zypernhilfen auf Deutschland um, ergibt sich ein gigantischer Betrag, der fast die gesamten deutschen Schulden (2 Bill) ergäbe. Das wäre unvorstellbar, dass D solch eine Summe als Hilfe erhalten würde.
    Zypern gefährdet nicht die Eurozone als Ganzes, wird trotzdem von den Euroideologen gerettet. Die Europolitiker machen sich nicht nur der Insolvenzverschleppung schuldig, sondern auch der Unterstützung mafiöser korrupter Strukturen. Hoffentlich werden sie dafür zur Verantwortung gezogen.

  • Der Tatbeitrag Zyperns geht weit hinaus über Geldwäsche - Zypern stellt die Betrugsinfrastruktur,die Illegale Gewinne überhaupt erst ermöglicht.

    Erinnert sei an die Razzia im Kloster Vatopedi auf dem Berg Athos Ende des Jahres 2011.
    Von den Mönchen bis zum Abt waren die Kirchenmänner beteiligt an einem 100 Millionen-€-Betrug zu Lasten des griechischen Volkes. Tatbeteiligt auch 2 Minister der (damaligen) Regierung Kostas Karamanlis. Eine Schiebung um 260 staatl. Liegenschaften.

    Zypern stellte dabei die verdunkelnde Briefkasteninfrastruktur, die Verbriefungsbetrug und anonyme Begünstigung erst ermöglicht.

    Doch nicht nur Griechenlands Diebeseliten werden von Zypern tat-unterstützt. Auch russische Abgabenbetrüger können auf die Strohmann- und Betrugskultur Zyperns bauen.
    Zypern ist auf dem "Fest Europa" wie ein schlechter Gast, der alle eingeräumten EU-Freiheiten nur dazu nutzt, die übrigen Gäste komfortabel zu bestehlen.

  • Man wird eine Troika hinschicken, die zu dem Ergebnis kommt, dass der Großteil der Forderungen/Bestimmungen in Zypern umgesetzt wurde. Der Großteil wird nur belangloses Zeug sein, das keine Bedeutung hat. Der kleinere Teil, der nicht umgestzt wurde, schützt die Schwarzgeldinhaber und Steuerhinterzieher. Es ist so wie bei der Autoinsoektion : Türscharniere schmieren - druchgeführt; Scheiben- Wisch-Wasser prüfen - durchgeführt, Reserverad nach Luft überprüfen - durchgeführt, Scheibenwischerverschleiß prüfen - durchgeführt , Bremsenkontrolle - nicht druchgeführt. Bremsen sind nicht funktionsfähig.

    Aber der Großteil der Vorschriften/Bedingungen wurde auch hier erfüllt . Also Freigabe der Rettungsmilliarden !

    Das Geld wird fließend, man muss nur die Öffentlichkeit beruhigen, deswegen der ganze Tam, Tam. Es steht doch schon jetzt fest, dass das Geld fließend wird. Greichen land war ein Einzelfal, das haben doch Juncker und Co. in die Welt hianusposaunt. Praktisch ein Freifahrtsschein für alle Staaten. Die Zyprioten wären ja Idioten, wenn sie irged netwas umsetzen würden, was gefordert wird. Einfach mit dem Staatsbankrott drohen und Herr Schäuble überweist unser sauer verdientes Geld !!

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