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Hilfsorganisationen versagen Wie Ihre Spenden missbraucht werden

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Das Rote Kreuz ist auf der ganzen Welt aktiv, wird aber von neuen Hilfsorganisationen unter Druck gesetzt. Quelle: dpa

Das Rote Kreuz ist auf der ganzen Welt aktiv, wird aber von neuen Hilfsorganisationen unter Druck gesetzt.

(Foto: dpa)

Dabei wird der Wettkampf um Spendengelder härter, nicht zuletzt weil immer neue Hilfsorganisationen auf den Plan treten: "Die alten, etablierten Hilfsorganisationen sind den jungen im Wettlauf um die Publizität oft unterlegen", schreibt Polman. Das Problem daran dabei sei, dass Erfahrung beim Helfen eine sehr große Rolle spielt, auch damit möglichst wenig Gelder missbraucht werden. Dazu kommt, dass vor allem die alten Organisationen auch in den Regionen tätig sind, die nicht im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit stehen. Wenn hier Gelder fehlen, tut es besonders weh. Keinen Hehl macht die Autorin aus dem Punkt, dass auch mal gern Fakten manipuliert werden, um an höhere Spenden zu kommen.

Polman zeigt deutlich, wie unterschiedlich Hilfsorganisationen arbeiten. Schließlich ist eine nachhaltige Hilfe keine Sache von Wochen oder Monaten, sondern Jahren. Sie erlebte viele Beispiele, wie Hilfsorganisationen zu rasch abzogen und am Ende das Rote Kreuz aufgeplatzte Nähte oder andere medizinische Missgeschickte nachversorgen musste. Es sei zu leicht für "normale" Bürger, eine eigene Hilfsorganisation zu gründen.

Besonders heikel ist das Thema Adoption: Polman erlebte zahlreiche Beispiel von afrikanischen Kindern, die von Westlern adoptiert wurden - auch wenn ihre Eltern noch lebten. Gut gemeint sei in dieser Frage moralisch nicht einwandfrei. Zudem haben Polmans Besuche Jahre nach dem längst nicht immer freiwilligem "Umzug" erwiesen, dass das Leben der Kinder in der "neuen Welt" nicht leicht ist.

Schade ist, dass Polman "keine Lösung hat", wie sie am Ende des Buches zähneknirschend zugibt. Sie will eine Diskussion anregen, an deren Ende durchaus auch mal stehen kann: Es muss die Möglichkeit geben, nichts zu tun, wenn das besser ist. Also keine Hilfe als Option: "Aber das ist kein Plädoyer dafür, überhaupt nichts mehr zu tun."

Aber Hilfsorganisationen dürften nicht (weiter) immun gegen Kritik sein. Aus Polman Sicht könne es eigentlich gar nicht sein, dass noch nie ein Helfer vor Gericht gestellt wurde. Die Hilfsorganisationen dürften nicht weiter nach dem Prinzip "Prinzipien sind wichtiger als Konsequenzen" vorgehen. Die Balance sei noch längst nicht gefunden, aber gerade die müsse dringend her.

Bibliographie

Linda Polman

Die Mitleidindustrie. Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010

267 Seiten

Brexit 2019
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2 Kommentare zu "Hilfsorganisationen versagen: Wie Ihre Spenden missbraucht werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ich wäre für die einführung von sachspenden. wenn man geld spendet, dann kommt einem immer zweifel, wieviel wirklich dort ankommt und wieviel für die verwaltung draufgeht.

  • die Frage ist welche organisation man glauben kann , man muss einfach vertrauen haben das alles ankommt .
    ich finde man sollte spenden aber sich eine organisation des vertrauens suchen wie z.b.adra .
    Aber jeder sollte wissen amn kann nicht jeden retten.