Hilfspaket für Griechenland Sinn bewertet Griechen-Hilfe als „wirkungslos“

„Zum Fenster hinausgeschmissen“: Das neue Hilfspaket für Athen ist nach Meinung von Hans-Werner Sinn „ völlig wirkungslos“. Der Ifo-Präsident befürchtet eine neue Welle von Forderungen weiterer EU-Krisenstaaten.
Kommentieren

Griechen „werden nie wieder wettbewerbsfähig!“

BerlinIfo-Präsident Hans-Werner Sinn hält ein drittes Hilfspaket für Griechenland für grundfalsch. „Das ist völlig wirkungslos“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Die 2000 Euro, die Deutschland jedem griechischen Bürger zahlt, sind zum Fenster hinausgeschmissen.“

Niemand, den man halbwegs ernst nehmen könne, würde noch behaupten, dass es keine finanziellen Belastungen für den Bundeshaushalt und die deutschen Steuerzahler geben wird, meinte Sinn. „Jeder weiß: Die Milliardenhilfen an Griechenland kommen nicht mehr zurück.“

Der Bundestag hatte am Freitag mit nahezu Zweidrittel-Mehrheit Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket gebilligt. Fast 160 Abgeordnete stimmten allerdings mit Nein oder enthielten sich.

„Wir haben eine harte Schlacht geschlagen“
Pressekonferenz in Brüssel
1 von 10

Die Verhandlungen dauerten 17 Stunden, dann traten die Granden der Europäischen Union vor die Presse. Das Datum im Hintergrund war noch nicht auf den 13. Juli aktualisiert nach der Nachtschicht.

EU-Ratspräsident Donald Tusk
2 von 10

Der Pole sprach von einem erreichten „Agreekment“ (am ehesten zu übersetzen mit „Greinigung“).

Bundeskanzlerin Angela Merkel
3 von 10

Nach den Worten von Angela Merkel sind die Voraussetzungen geschaffen, dass „wir den Bundestag um ein Votum für die Verhandlungen bitten können“. Sie könne die Verhandlungen „mit voller Überzeugung“ empfehlen. „Die Vorteile einer Einigung überwiegen die Nachteile.“

Frage an Frau Merkel: Wie war die Stimmung?
4 von 10

„Och, für die vielen Stunden ganz gut.“

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras
5 von 10

Wir haben eine harte Schlacht geschlagen“, sagt Alexis Tsipras. „Wir stehen vor schwierigen Entscheidungen.“

Alexis Tsipras (2)
6 von 10

Wir haben vermieden, dass wir finanziell erdrosselt werden und unser Banksystem kollabiert.“

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann
7 von 10

Die Umsetzung der Griechenland-Einigung wird nach den Worten Werner Faymanns sehr schwierig werden. Das Resultat der Beratungen sei positiv für den sozialen Zusammenhalt, aber kompliziert umzusetzen, sagte er nach der Einigung in Brüssel.

Neue Hilfen würden den Lebensstandard der Griechen zwar erst einmal sichern, sagte der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Krise werde aber nur aufgeschoben. „Der Lebensstandard der Griechen ist im Vergleich zur Produktivität ihres Landes total überzogen. Deswegen ist das Land zu teuer. Die neuen Hilfen perpetuieren diesen Zustand und verlangen anschließend ein viertes Hilfspaket.“

Sinn befürchtet, dass es noch andere Kandidaten für ein Rettungspaket geben könnte. „Es wird jetzt nicht bei Griechenland bleiben. Auch andere Länder werden an die Tür klopfen und einen Schuldenerlass fordern.“

  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Hilfspaket für Griechenland: Sinn bewertet Griechen-Hilfe als „wirkungslos“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%