Hilfsplan Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?

Extrem hohe Finanzierungskosten schnüren Italien und Spanien die Luft ab. Nun soll der Rettungsfonds ESM in die Bresche springen. Doch die italienisch-französischen Pläne stoßen auf erbitterten Widerstand.
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Die gestiegenen Anleihezinsen schnüren Italien langsam die Luft ab. Ministerpräsident Mario Monti sucht nach einem Ausweg. Quelle: dpa

Die gestiegenen Anleihezinsen schnüren Italien langsam die Luft ab. Ministerpräsident Mario Monti sucht nach einem Ausweg.

(Foto: dpa)

Paris/Düsseldorf/Los CabosAlles Sparen hilft nicht. Nach Spanien kämpft auch Italien in der europäischen Schuldenkrise mit hohen Risikoaufschlägen auf seine Staatsanleihen. Jüngst erst warnte der italienische Ministerpräsident Mario Monti vor den möglichen Konsequenzen: Der Reformwille der Bevölkerung werde erlahmen, wenn ihre Opfer sich nicht in sinkenden Zinsen niederschlügen.

Seit Tagen wird wegen der zunehmend schwierigen Finanzierungslage vermutet, dass das Land bald unter den europäischen Rettungsschirm gehen muss - was mit strikten Konditionen seitens der EU und des Internationalen Währungsfonds verbunden wäre.

Eine andere Lösung könnte der Aufkauf von italienischen Staatsanleihen sein. Nachdem Monti dies unlängst für die Europäische Zentralbank  aus Respekt vor der Unabhängigkeit der EZB ausgeschlossen hatte, liegt sein Fokus nun offenbar auf dem europäischen Rettungsfonds ESM.

So hat der italienische Premier am Rande des G20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos angeregt, "die Finanzierungskosten der Länder zu stabilisieren, die sich an ihren Kalender für Reformen halten, und das muss sich deutlich vom Konzept der Rettung unterscheiden." Konkret schwebt Monti vor, dass EFSF oder ESM italienische Staatsanleihen kaufen sollen, um deren Zinsen nach unten zu drücken. Dabei kann Monti auf prominente Unterstützung zählen - etwa die von Francois Hollande.

Frankreichs Staatspräsident befürwortet Montis Vorschlag, der auf eine Stützung des Landes ohne formelles Programm der europäischen Rettungsfonds EFSF und ESM hinausläuft. Hollande sagte dazu, diese Idee verdiene es, bei seinem Treffen mit den Regierungschefs Deutschlands, Italiens und Spaniens am Freitag in Rom diskutiert zu werden.

Deutschland ist dagegen
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60 Kommentare zu "Hilfsplan: Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?"

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  • "Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?"

    Was soll diese Falschinformation???


    Richtig wäre:

    Soll der ESM mit Milliarden an Steuergeldern Italiens Gläubiger retten?


    Der ESM hilft nicht den notleidenden Staaten, sondern ihren Gläubigern!!! ( Bankstern )


    Deren Risiken werden dank ESM auf die Allgemeinheit übertragen.


    AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!

    Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.wissensmanufaktur.net

  • @Lilly:
    >" der auf eine Stützung des Landes ohne formelles Programm der europäischen Rettungsfonds EFSF und ESM hinausläuft."<
    Die Gelder aus den Rettungschirmen werden gegen Auflagen vergeben (Spardiktat, Geld gegen Auflagen etc...)

    ABER:
    (1) Wenn EFSF (D haftet mit 211 Mrd) und ESM (D haftet mit 280 Mrd) nun massiv direkt PIGS Staatsanleihen am Markt aufkaufen , geschieht das ganz ohne jedwede Auflagen.

    (2) Dazu kann die EZB unter der Leitung eines Italo-Goldman-Sachsen auch noch eingreifen und (gesetzesbrecherisch) noch viel mehr PIGS Schrottanleihen erwerben als zuvor. (D haftet hier mit einem EZB Anteil von 27%).

    (3) Die EZB kann die PIGS Banken wieder mal mit 500Mrd austatten 1% Zins 3 Jahre Laufzeit (unbesichert versteht sich), die Banken kaufen dann die Anleihen ihrer Staaten. (bisher haftet D mit 290 Mrd aus vorherigen Aktionen)

    Alle 3 Verfahren finanzieren die Pleitestaaten, OHNE das auch nur die geringsten Reform/Spar ... Auflagen erfolgen.

  • Die Vereinigten Staaten von Europa sollten von den USA die no-bail-out-Klausel übernehmen. Washington haftet für keinen einzigen Bundesstaat, kein Bundesstaat haftet für einen anderen; das ist der Souveranität geschuldet - m.E. nachahmenswert. Wenn man Transfer-zahlungen ohne Bedingungen an ein Land zahlt, sieht man ja bei unserem deutschen Länderfinanzausgleich, was dabei herauskommt: die Nehmerländer bieten naturgemäß mehr Sozialklimbim als die Geberländer! Das nennt man "moral hazard", und nur Regeländerungen könnten etwas ändern.

  • Generell muss man sagen, dass - wie angedacht war von eiem Foristen - man müsse doch die Verträge zu Gunsten schwächerer Peripherieländer ändern:
    1. Deutschland kann sich nicht von irgendwelchen künstlich hochgezogenen Regulierungen einbremsen lassen. Man stellt sich dem globalen Wettbewerb auch Europas. Und das muss sein. Geschieht da nix, dann ist Europa an Asien verkauft; das scheinen viele in Südeuropa noch nicht kapiert zu haben.

    Man darf auch darauf hinweisen, dass auch die Skandinavier Peripheriestaaten sind, und trotzdem gelingt es diesen Peripheriestaaten an der Wirtschaft "aktiv" teilzuhaben.

    Ich sehe das was in südeuropäischen Ländern abläüuft als eine Verweigerungshaltung. Und eine solche Verweigerungshaltung muss (nicht zu einer Verarmung) sondern zu weniger Wohlstand führen.

    Manche haben ncoh nicht kapiert, dass - gemassen im internationalen Vergleich - in Europa der Wohlstand doch schon sehr ausgeprägt ist. Auch Spanien baded in Wohlstand. Nun muss Spanien selbst schauen wie man das Geld zurück bekommt, von den Reichen und den Verdienern.

    Auch haben noch viele nicht begriffen, was Innovation, aktive Wirtschaftspolitik, Wachstum bedeutet.

    Man muss sich ja nur die Körpersprache griechischer Politiker anschauen, die sagt mir eindeutig: Ich hab keinen Bock, notfalls stell ich mich blöd.

    Europa darf nicht zu Transferunion verkommen. Wir in BRD haben schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Ziel, überall gleichen Wohlstand zu schaffen.

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung. Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.

  • Eine Rettung Italiens durch den ESM ist nicht möglich - der ESM hat nach Spanien und Zypern noch gerade 390 Milliarden frei, während die Staatsschulden Italiens 2 Billionen betragen.

    Eine Vergrößerung des ESM wäre für die Zahlerländer unzumutbar. Und sie würde durch die damit verbundene Erweiterung ihrer Haftung ihre Kreditwürdigkeit und Schuldentragfähigkeit so stark beschädigen, daß die Retter leicht mit Italien untergehen könnten.

    Es gibt nur einen Weg zur Wiederherstellung der italienischen Kreditwürdigkeit, und die heißt Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen.

    Eine durch Haushaltskonsolidierung hervorgerufene Rezessionsspirale kann nur vermieden werden wenn Italien seine nicht durch Produktivitätszuwächse gedeckten Lohnerhöhungen zurücknimmt un seinen grassierenden Kooperatismus eindämmt. Nur so kann die italienische Wirtschaft die notwendige Wettbewerbsfähigkeit erlangen, um edm Staat eine stabile Steuerbasis zu bieten.

    Berlusconi hat allerlei an Reformen durchgeführt - wenn Monti das nicht schafft und stattdessen mit seinen Landsleuten weiter vom deutschen Weihnachtsmann und seinen Eurobonds träumt darf er sich über die katastrophalen Folgen nicht wundern.

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    Arrivederci dolce vita o arrivederci Italia.

  • Nein.

  • Meine Liebe,ich stimme ja grundsätzlich zu. Aber in der Tat, wollen wir die Drei vom Erich-Ollenhauer-Haus als Alternative. Dann regiert hier Hollande. Zum Rapport waren die doch schon angetreten.

  • Je mehr Geld in Form von irgendwelchen Rettungsschirmen in ein nicht funktionierendes System gepumpt wird, umso dramatischer spitzt sich die Lage in Europa zu. Alle Rettungsmaßnahmen führen zum schnellen Euro-Aus unter kaotischen Bedingungen. .

    Die Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich können kein Wachstum erwirtschaften, unmöglich. Die Feinjustierung (Auf- oder Abwertung der Währung) zwischen zwei Währungen wurde ja mit der Einführung dem Euro abgeschafft. Das ist der Kardinalfehler schlecht hin.

    Wenn Deutschland nicht untergehen will, muss sich Deutschland von der Währung Südeuropas entkoppeln. Unter den jetzigen Bedingungen ist Deutschland nicht mehr in der Lage den Südländern zu helfen. Unsere Politiker sind dabei alles zu zerstören. Die Staatsschulden von über 2 Billionen Euro belasten unseren eigenen Haushalt bis zur „Oberkante“. Das Sozialsystem bricht zusammen.

  • Überigens haben wir jetzt schon soviel Bundesschulden, dass wir jeden Monat 1 Milliarde zurückzahlen müssten um in 200 Jahren „Schuldenfrei “ zu sein !
    Das lässt doch hoffen !

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