Hilfsprogramm für Griechenland Brief aus Athen lässt auf sich warten

Heute oder morgen? Die Regierung von Ministerpräsident Tsipras ist sich nicht einig, wann sie die Verlängerung des Hilfsprogramms beantragen wird. Offen bleibt auch, ob der Brief neue Forderungen enthält.
Update: 18.02.2015 - 15:29 Uhr 10 Kommentare

Schäuble genervt: „Zwei Tage, furchtbar!“

Athen/BrüsselIm griechischen Schuldendrama hält Athen die europäischen Geldgeber weiter hin. Der angekündigte Antrag auf eine Verlängerung von Hilfen für das Krisenland soll nach Informationen der kleinen Oppositionspartei „To Potami“ nun erst am Donnerstag abgeschickt werden. „Der Antrag wird morgen gestellt“, sagte der Parteichef Stavros Theodorakis am Mittwoch im Staatsfernsehen. Zuvor hatte er ein Treffen mit dem linken Regierungschef Alexis Tsipras. Regierungssprecher Gavriil Sakellarides hatte am Morgen im griechischen Fernsehen gesagt: „Wir werden heute den Brief schicken.“

Offen bleibt weiter, ob Griechenland die bisher vereinbarten Auflagen der internationalen Geldgeber akzeptiert. Ohne ein Einlenken in dieser Frage sind die Europartner nicht zu Zugeständnissen an Athen bereit. In griechischen Regierungskreisen hieß es am Dienstagabend, das Sparprogramm gelte nicht. Was das genau bedeute, wollten Quellen in Athen allerdings nicht erläutern.

Die Zeit wird knapp: Am 28. Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Europäer aus. Die EU-Kommission äußerte sich beunruhigt über die Lage Griechenlands. „Wir sehen, dass die finanzielle und wirtschaftliche Situation nicht besser wird, im Gegenteil, wir sehen besorgniserregende Tendenzen“, sagte der für den Euro zuständige EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis in Brüssel. Die Richtung sei „nicht positiv“.

Nach Informationen der griechischen Finanzpresse sind vor allem säumige Steuerzahler dafür verantwortlich, dass die Staatskasse des hoch verschuldeten Landes ausblutet.

Wie die konservative Zeitung „Kathimerini“ berichtet, soll Athen nur noch Geld bis spätestens Anfang März haben, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Steuereinnahmen blieben hinter den Erwartungen zurück. Allein im Januar summierten sich die Ausfälle auf eine Milliarde Euro, hieß es.

Am Vortag hatte die Notenbank (Bank of Greece) mitgeteilt, die Regierung habe im Januar ein Defizit von 217 Millionen Euro verbucht, nach einem Überschuss von 603 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Zehntausende Bürger hätten ihre Steuern nicht gezahlt. Viele hätten auf Steuererleichterungen nach dem Sieg der Linkspartei Syriza gehofft, schreiben übereinstimmend griechische Wirtschaftsblätter.

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10 Kommentare zu "Hilfsprogramm für Griechenland: Brief aus Athen lässt auf sich warten"

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  • bravo Herr Traustein

  • Die Griechen nehmen ALLE S bis zum Schluss mit.

    Denkt jemand die zahlen das letzte Hilfpaket zurück - wenn sie ab Sommer 2015 ALLE Schulden abwerfen mittels Schulden-Schnitt-Gesetz ??

    Nur Schäuble und IWF sind die Deppen die nochmal kräftig Geld verlieren.

    Zurück kriegen sie von Griechenland sowieso nichts mehr.


    Jagt Troika, Schäuble, IWF und Welt-Finanz zur TEUFEL !! BLUTSAUGER !!

  • och Mensch ! Lasst doch diese blöde und nutzlose Bürokratie beiseite. Setzt Euch an einen Tisch, schafft was, bringt eine für alle akzeptable Lösung auf den Tisch und damit hat es sich. Alles andere ist Verarschung der Steuerzahler und verlängert das Leiden der leute die keine Schuld haben. Anpacken, durchkauen und danach ein Bier trinken sagt mein Chef.

  • Die Griechen lassen sich von Terminen nicht drängen; die Politelite lebt mit und ohne sehr gut. Auch die neuen Burschen haben in der kurzen Zeit erkannt, wie man sich bereichert. Das Volk ist aufzurufen die Verhältnisse zu ändern und tabula rasa mit der gesamten Politklasse zu machen. Selbst wenn weitere Milliarden fließen, wird sich das Los der Entrechteten nicht nachhaltig ändern. Auch als friedlicher Mensch hilft in ausweglosen Situationen nur der Griff zu den Waffen. In Griechenland ist die Zeit überreif dazu.

  • +++ Das Schuldgeld-System macht alle Staaten Europas zu Sklaven der Welt-Finanz. Die Steuerzahler sollen ewige Zinsen zahlen und die Welt-Finanz ersetzt die Demokratie.

    Damit muss Schluss sein ! Von daher haben die Griechen recht.

    Sollten dann aber schleunigst zur eigenen Drachme zurückkehren und neu "Dumme" Geldgeber suchen.

    Die Macht der Welt-Geld-elite gilt es zu brechen. Sie machen mit "Hilfspaketen" die Staaten zu unterdrückten Vasallen. Alle Staaten sollten ihre Schulden zum Teufel jagen !!

    Weg mit Merkel, Schäuble, IWF und Troika. Sie saugen die Staaten aus und unterdrücken sie !! +++

  • Ganz simpel. MIt Einführung des Euro ist die klassische Volkswirtschaft abgeschafft worden, zumindest diejenige die jeder BWL´ler, VWL´ler und auch alle anderen Ökonomen jemals gelehrt bekommen haben.

    Wir haben damit eine Eurozonen- Volkswirtschaft und eben keine originäre deutsche, oder spanische mehr. Das ist der Hinkefuss dabei. Und das bedeutet, ohne politische Union und Homogenität einer einheitlichn Exekutive und Judikative wird der Motor Europa immer "stottern" und nie rundlaufen.

  • Kann mir irgendwer hier im Forum meine Fragen beantworten, besten Dank im Voraus!
    Griechenland ist pleite und trotzdem nötigt man von Brüssel aus den Griechen weitere Verbindlichkeiten und Umschuldungen auf, wie passt dass zusammen? Wenn ich meiner Bank mitteile, meinen Kredit inkl. Zinsen wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr weiter bedienen zu können, werde ich dann angefleht, mich bitte trotzdem noch höher zu verschulden? Vollkommen paradox! Wie sieht es eigentlich in einem halben Jahr in Griechenland aus, mit noch mehr Schulden, noch höherer Arbeitslosigkeit, steht dann der endgültige Kollaps des Landes bevor? Hat von den Eurokraten überhaupt noch irgendwer einen Plan, um dass Platzen der Verschuldungsblase abzuwenden? Oliver Stock fragte gestern hier im HB nach einem Plan B, gibt es diesen Plan B, oder rauschen wir alle zusammen kollektiv gegen die Wand, sozusagen alternativlos?

  • Also die Banana Republic of Europe ist ja schon lange gegründet. Hauptstadt: Brüssel, Finanzminister: Juncker, Moscovici, Vourafakis uA. Und Berlin mit seiner Hausfrauenpolitik findet das alles OK.

  • Der Angleichungsprozess in Europa läuft, aber nicht wie ursprünglich von unseren Politkern versprochen auf den Grundlagen von DM-Stärke, Stabilität und Verlässlichkeit, sondern auf Basis von Inflation, Währungsschwäche wie aus Lire-Zeiten und politischen Chaos. Die CDU hat alle Versprechen gebrochen i.S. EUR und wer trägt dafür heute die Verantwortung, Bingo: Niemand! Stattdessen wird weiter beschwichtigt und gelogen was das zeug hält!

  • T.I.E. in Anlehnung an T.I.A. That is Africa. Welcome in the EU and EUR-group of 2015, brave new world of chaos and bazar mentality ...

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