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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (re.) und Südkoreas Präsident Moon Jae In

Geste der Annäherung nach Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung.

(Foto: Reuters)

Historisches Treffen Süd- und Nordkorea wollen Kriegszustand beenden und „vollständige nukleare Abrüstung“

Süd- und Nordkorea wollen eine neue Ära des Friedens einleiten. Beide Länder unterzeichneten eine Erklärung, aus der fünf Punkte hervorstechen.
17.04.2018 Update: 27.04.2018 - 13:08 Uhr 9 Kommentare

Panmunjom Nord- und Südkorea wollen gemeinsam an einer vollständigen nuklearen Abrüstung der geteilten Halbinsel arbeiten und den offiziell noch geltenden Kriegszustand beenden. Dies erklärten Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Freitag als Ergebnis ihres Gipfeltreffens in der entmilitarisierten Zone Panmunjom.

Beide unterzeichneten eine entsprechende Erklärung und umarmten sich nach der Unterzeichnung. Folgende Ziele wurden vereinbart:

  • Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel durch „die vollständige Denuklearisierung“
  • Für einen Friedensvertrag zum formellen Ende des Koreakrieges sollen Gespräche zu dritt mit den USA oder zu viert mit China aufgenommen werden
  • Regelmäßig militärische Gespräche auf Ebene der Verteidigungsminister oder Generäle
  • Alle feindseligen Handlungen wie die Lautsprecherdurchsagen an der Grenze sollen ab dem 1. Mai eingestellt werden
  • Wiederaufnahme gemeinsamer humanitärer Projekte wie die Treffen von durch den Krieg auseinandergerissenen Familien

Nordkoreas Machthaber Kim sagte, beide Koreas sollten nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen. „Ich stehe hier und sehe, dass Süd- und Nordkorea ein Volk sind und das gleiche Blut in den Adern haben“, sagte er. „Wir können nicht voneinander getrennt sein.“

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    Bei seiner Zusage, eine Beseitigung seiner Atomwaffen anzustreben, kündigte Kim allerdings keine spezifischen Maßnahmen an, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Auch wurde sein Raketenprogramm nicht erwähnt.

    Moon sprach von einer „neuen Ära des Friedens“ und kündigte an, noch in diesem Jahr nach Nordkorea zu reisen. Er folgt damit einer Einladung von Kim. Moon will im Herbst in die Hauptstadt Pjöngjang fahren.

    US-Präsident Donald Trump sprach deshalb von einem „historischen Treffen“. Nach einem „wilden Jahr“ mit atomaren und Raketen-Tests „geschehen gute Dinge“, twitterte Trump. „Aber nur die Zeit wird es zeigen.“

    Auch weitere Reaktionen zu dem Treffen aus dem Ausland waren positiv. Das russische Präsidialamt erklärte, der Gipfel sei „eine sehr positive Entwicklung“. Russland würde alle weiteren Schritte begrüßen, um die Spannungen zu verringern, wie ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Kim. Auch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe begrüßte das Gipfelergebnis. Er erwarte von Nordkorea, nun konkrete Schritte zu gehen.

    Auch die Bundesregierung äußerte sich erfreut. „Grundsätzlich sind wir froh darüber, dass Nordkorea endlich die ausgestreckte Hand Südkoresas angenommen hat“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Man hoffe, dass Nordkorea nun mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie Südkorea in den Dialog eintrete.

    Das chinesische Außenministerium begrüßte die gemeinsame Erklärung ebenfalls. Man habe die Hoffnung, dass beide Seiten einen politischen Prozess zur Lösung der Probleme auf der Halbinsel vorantreiben können. China sei bereit, bei diesem Punkt weiter eine proaktive Rolle zu spielen.

    Nord- und Südkorea befinden sich völkerrechtlich nach wie vor im Kriegszustand. Nach Ausbruch des Konflikts im Jahr 1950 wurde 1953 zwar ein Waffenstillstandsabkommen getroffen. Doch ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet.

    Vom 1. Mai an wollen beide Länder alle feindseligen Handlungen, die Quelle militärischer Spannungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft seien einschließlich der Lautsprecherdurchsagen an der Grenze und der Verbreitung von Flugblättern in der Demilitarisierten Zone (DMZ), eingestellt werden. „Die DMZ wird in Zukunft praktisch zu einer Friedenszone werden.“

    Süd- und Nordkorea wollten aktiv zusammenarbeiten, um ein dauerhaftes Friedenssystem aufzubauen, heißt es in der Erklärung weiter. Die Einrichtung eines Friedenssystems sei eine historische Aufgabe, die nicht mehr aufgeschoben werden könne. „Wir erklären, dass kein Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel ausbrechen werde.“

    Als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hatte Kim für den Gipfel die Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten. Beide Staatschefs begrüßten sich ausgesprochen herzlich.

    Kim Jong Un – „Wir sind Brüder, die nicht getrennt voneinander leben sollten“

    Sorgen vor einer militärischen Eskalation wurden in den vergangenen Jahren besonders durch Nordkoreas Raketen- und Atomtests geschürt, an denen die Führung in Pjöngjang trotz UN-Sanktionen festhielt. Im November erprobte der Staat eine Interkontinentalrakete, mit der das Gebiet der USA in Reichweite seiner Atomwaffen gerät. Auf dem Höhepunkt der Spannungen drohten Kim und Trump einander mit Vernichtung.

    • rtr
    • dpa
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    9 Kommentare zu "Historisches Treffen: Süd- und Nordkorea wollen Kriegszustand beenden und „vollständige nukleare Abrüstung“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ F. Gessw.
      "Warten Sie mal ab, die Geschichte ist noch jung - wir werden auch den Kapitalismus und, mit etwas Pech, die ganze Menschheit scheitern sehen."

      Siehe dazu meinen Beitrag von neulich: Haben wir denn jemals im Kapitalismus gelebt?
      Nein, denn wenn
      1. das Blut der Wirtschaft, das Geld, nicht vom Markt, sondern von den Zentralbanken emittiert und die Geldmenge "gesteuert" wird, dann ist das PLANWIRTSCHAFT.
      2. der Preis des Geldes, der Zins, nicht vom Markt selbst sondern von den Zinsklempnern bei den Zentralbanken nach deren Gutdünken festgelegt wird, dann ist das PLANWIRTSCHAFT.
      Daher findet man auch die Forderung nach Zentralbanken im Kommunistischen Manifest von Marx / Engels:
      "5) Centralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol."
      https://de.wikisource.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei_(1848)
      Auch wenn wir keine Verstaatlichung der Produktionsmittel haben und keine "Expropriation der Expropriateure", kann man das bestenfalls als staats- und zentralbankenverkrüppelten Kapitalismus bezeichnen - oder auch Sozialismus light.
      Wenn eine Staatsquote von 0% freie Marktwirtschaft bedeutet und eine von 100% Kommunismus - und wir in etlichen Ländern der EU bereits Staatsquoten von über 50% haben, dann können wirklich nur noch verbohrte Linksideologen die Wirtschaft als kapitalistisch bezeichnen.
      Deshalb KANN die Menschheit scheitern, weil eben JEDE Form von Sozialismus den ökonomischen Gesetzen entgegensteht und in den Abgrund führt - auch etwa der Geldsozialismus. Und ja, auch das hat Ludwig von Mises gesehen. Dazu sein Schlußsatz aus "Human Action":
      "Wenn die Menschen es versäumen, sich dieses [ökonomische] Wissen zunutze zu machen und seine Lehren und Warnungen unberücksichtigt lassen, werden sie damit nicht die ökonomischen Gesetze abschaffen, sondern die Gesellschaft und die menschliche Rasse ausmerzen."

    • Wieder interessant, wie unterschiedlich man Dinge sehen kann. Ich zum Beispiel glaube, dass der Zeitpunkt für die Annäherung durch (also von Seiten) Nordkorea schlicht gar nichts mit Trump, Sanktionen oder was auch immer zu tun hat, sondern Trump schlicht "zufällig" Präsident war, als Kim sein Ziel erreicht hatte: Ein funktionierender Nuklear-Sprengkopf und eine Rakete, die ihn nach LA tragen kann und beides so getestet, dass die Welt es gesehen hat.

      Überlege noch, ob man auf das übliche Kommunismus-Geschwafel eingehen muss, allein die "Logik" in der Aussage, dass das eine kommunistische Land (wo rein gar nichts kommunistisch dran ist, es war eine stinknormale Diktatur) ja nur überlebt hat, weil es von China alimentiert wurde - das nochmal was genau ist? Zumindest selbst-proklamiert?

      Bezüglich "Giganten" Mises ist Ihnen aber immerhin (Chapeau) eine ebenso kreative wie passende Wortkombination aus "Ökonomie" und "Diarrhoe" eingefallen ;-)...

      Warten Sie mal ab, die Geschichte ist noch jung - wir werden auch den Kapitalismus und, mit etwas Pech, die ganze Menschheit scheitern sehen. Ich will da gar nicht Recht haben, ich hoffe aus tiefstem Herzen das Gegenteil, also zumindest was die Menschheit betrifft...

      Denn gucken Sie mal, wie es im tollsten, freiesten, unkommunistischsten Land der Welt den unteren 50 % geht.... Ja, viele sind auch zu fett, aber ebenfalls sehr viele leben in Zeltstädten und von Suppenküchen und Lebensmittelmarken. Und wenn man sich ansieht, wer die amerikanischen Staatsschulden hauptsächlich finanziert, könnte man behaupten, die schlimmsten Kommunisten alimentieren die schlimmsten Kapitalisten ;-).

      Von daher mal schön den Ball flach halten mit vorschnellen Schlüssen, wo wie gewirtschaftet wird bzw. wie man das nennt.

    • Es bleibt zu hoffen, daß die Großmächte USA und China nach der Vereinigung (so sie denn stattfindet) nicht versuchen, das vereinigte Korea der jeweiligen Einflußshäre einzuverleiben.

      Korea kann nur dann eigenständig bleiben, wenn es die südkoreanische Wirtschaftskraft mit der nordkoreanischen Militärmacht N-Lorea hat eine der weltgrößten Armeen) kombiniert.

    • Eine wirklich gute Nachricht.
      Kommunismus scheitert halt immer und überall. Nordkorea wäre auch schon längst zuammengebrochen, wäre es nicht von der chinesischen Regierung alimentiert worden.
      Dem Ökonomoe-Giganten Ludwig von Mises gelang es übrigens sogar bereits in den 1920er Jahren, die Lebensdauer eines Staates auf Gemeinwirtschafts-Basis fast exakt vorherzusagen: der Kollaps tritt spätestens dann ein, wenn das langlebigste Gut in Gemeineigentum zerfallen ist - und das ist (in der Regel) die Bausubstanz. Wer noch das Glück hatte (wie ich) die DDR 1988 zu bereisen, der kann erahnen, wie genial diese Prognose war.
      Dass (bis auf die gleicheren als gleichen Parteibonzen und Priviligierten) heute das nordkoreanische Volk hungern muss, konnnte man neulich nach der spektakulären Flucht eines Nordkoreaners nach Südkorea erkennen: dieser hatte deutliche Zeichen der Unterernährung.
      Man kann natürlich nur vermuten, wer oder was den nordkoreanischen Diktator zu diesem Treffen "überredet" hat. Meiner Meinung nach war es großteils die chinesische Regierung, die vielleicht befürchtete, dass Kims Spielplatz, das Atomtestgelände, ganz in der Nähe der chinesischen Grenze (damit es die Amis nicht bombardieren können) unkontrolliert zusammenfällt - mit entsprechenden Folgen für die chinesischen Nachbarn.
      Und noch eine gute Nachricht: der Thomas Maidan wird demnächst auch noch zum Trump-Fan.

    • Es wird es ein steiniger und langer Weg, ich wünsche mir Frieden in Korea.
      Glückwunsch an die chinesischen und amerikanischen Diplomaten !!

    • Ein großer Erfolg für Trumps-Power-Droh-Strategie! Bravo! Als nächstes müsste er das mit Russland genauso machen!

    • Und in 20 Jahren wollen die Nordkoreaner dann auch, dass man die Mauer wieder errichtet. aber erst einmal lassen sie sich ihren Wiederaufbau mit $ 10 Billionen finanzieren und dann fangen sie das Meckern an.

      Kann aber sein, dass die Menschen in Nordkorea etwas mehr Respekt vor den Menschen haben, die sie aus dem dreck heraus holen.

    • Wie schön, dass in der Weltpolitik zur Abwechslung mal was Positives geschieht!

    • Das ist eine gute Nachricht, nicht nur hier (http://www.folha.uol.com.br/).

      Wenn jetzt noch konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung folgen, kann dabei jeder nur gewinnen.

      Allen voran die Koreaner natürlich.

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