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Hongkong-Streit China droht Großbritannien mit „scharfen Gegenmaßnahmen“

Peking fordert London auf, die Aussetzung des Auslieferungsabkommens mit seiner Sonderverwaltungszone zurückzunehmen. Die Regierung solle „ihre Fehler sofort korrigieren“.
21.07.2020 - 12:09 Uhr Kommentieren
Peking droht London mit Gegenmaßnahmen. Quelle: Reuters
Außenamtssprecher Wang Wenbin

Peking droht London mit Gegenmaßnahmen.

(Foto: Reuters)

Peking Nach der Aussetzung des Auslieferungsabkommens Großbritanniens mit Hongkong hat China „scharfe Gegenmaßnahmen“ angedroht. Außenamtssprecher Wang Wenbin sagte am Dienstag vor der Presse in Peking, die britische Regierung solle „ihre Fehler sofort korrigieren“, um die Beziehungen zu China nicht weiter zu schädigen.

Als „nötige“ Reaktion auf den Erlass des chinesischen Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit Ende Mai in Hongkong hatte Großbritannien am Vortag das Auslieferungsgesetz ausgesetzt. Auch wurde das für China geltende Waffenembargo auf Hongkong ausgeweitet.

Der Außenamtssprecher sah „fehlerhafte britische Äußerungen und Maßnahmen gegenüber Hongkong“. „Hongkong ist eine innere Angelegenheit Chinas, und kein Land hat ein Recht, sich einzumischen“, sagte der Sprecher zu den Entscheidungen der früheren Kolonialmacht in Hongkong.

Die britische Regierung sieht in dem Staatssicherheitsgesetz einen Bruch der Vereinbarungen über die Rückgabe Hongkongs 1997 an China. Es ist der bisher weitestgehende Eingriff in die Autonomie der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Das Gesetz richtet sich gegen Aktivitäten, die Peking als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch betrachtet.

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    Die demokratische Bewegung sieht darin ein Ende des Grundsatzes „ein Land, zwei Systeme“, nach dem Hongkong bislang als eigenständiges Territorium regiert wurde. Das Gesetz gibt Chinas Staatssicherheitsorganen weitreichende Vollmachten, ohne Aufsicht der unabhängigen Justiz Hongkongs in dem Territorium zu operieren.

    Es wendet sich vage auch gegen Ausländer, die nicht einmal in Hongkong leben, und ermöglicht sogar Auslieferungen von Hongkong an China. Kritiker warnen, dass Chinas Justizsystem nicht unabhängig sei, Verdächtigte in Haft auch misshandelt und zu Geständnissen gezwungen würden.

    Die Beziehungen zwischen Großbritannien und China sind auch wegen der Entscheidung der britischen Regierung angespannt, den chinesischen Technologiekonzern Huawei vom Ausbau des schnellen 5G-Mobilfunknetzes in Großbritannien auszuschließen. Grund sind Sicherheitsbedenken sowie die kürzlich verhängten US-Sanktionen gegen Huawei.

    Mehr: Der Brexit bleibt ein Schildbürgerstreich der Briten, meint Handelsblatt-Korrespondent Carsten Volkery.

    • dpa
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