Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Im Interview mit Bob Woodward Trump: Wollte Corona-Gefahr immer herunterspielen

Der US-Präsident äußerte sich im Frühjahr optimistisch zur Überwindung des Coronavirus. In einem Interview sagt er, dass ihm die Risiken sehr wohl bewusst waren.
09.09.2020 Update: 09.09.2020 - 23:06 Uhr Kommentieren
Er habe keine Panik erzeugen wollen, rechtfertigt Trump sein Herunterspielen der Gefahr durch Covid-19. Quelle: dpa
US-Präsident Donald Trump

Er habe keine Panik erzeugen wollen, rechtfertigt Trump sein Herunterspielen der Gefahr durch Covid-19.

(Foto: dpa)

Washington US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt, um keine Panik auszulösen. Zugleich geht aus am Mittwoch veröffentlichten Auszügen aus Interviews mit dem Journalisten Bob Woodward hervor, dass Trump bereits Anfang Februar informiert war, dass das Virus sich über Luft überträgt und eine höhere Sterberate als eine Grippe aufweist. Öffentlich verwies er in dieser Zeit dagegen auf niedrige Fallzahlen in den USA und behauptete mehrfach, das Virus werde mit der Zeit einfach verschwinden.

In den USA starben rund 190.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus – zum Teil auch, weil sie Warnungen von Experten und Vorsichtsmaßnahmen wie Masken nicht ernst nahmen.

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, er habe mit einer übertrieben optimistischen Darstellung der Coronavirus-Risiken Leben von Amerikanern gefährdet. „Das Letzte, was man will, ist, dass man Panik im Land auslöst“, sagte Trump am Mittwoch. „Wir wollen Zuversicht zeigen, wir wollen Stärke zeigen.“

Trump verwies zugleich auf Maßnahmen wie die Einschränkung des Reiseverkehrs aus China. „Wenn wir nicht das unternommen hätten, was wir unternommen haben, wären Millionen Menschen gestorben“, sagte Trump. Unterdessen kritisieren Experten nach wie vor, dass bei Trumps Wahlkampfauftritten viele Zuschauer keine Masken tragen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Woodward genießt im US-Journalismus den Status einer Legende, seit er und sein Kollege Carl Bernstein eine entscheidende Rolle im Watergate-Skandal spielten, der Präsident Richard Nixon 1974 den Job kostete. Sein neues Buch „Rage“ (etwa: Wut) erscheint erst kommende Woche. Der Sender CNN berichtete aber über das Buch vorab und veröffentlichte auch kurze Audio-Mitschnitte aus den Interviews.

    Trump: „Ich spiele es immer noch gern herunter“

    Darauf ist unter anderem zu hören, wie Trump am 19. März nach der Einleitung „Um ehrlich mit Ihnen zu sein, Bob“ sagt: „Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.“

    In einem Gespräch am 7. Februar sagte Trump den Aufnahmen zufolge: „Das ist tödliches Zeug.“ Menschen müssten nicht erst Kontaktflächen anfassen, um sich anzustecken: „Man atmet einfach Luft ein, und das ist, wie es sich überträgt.“ Die Krankheit sei auch „tödlicher“ als die Grippe, die pro Jahr 25.000 bis 30.000 Amerikaner das Leben koste. „Wer hätte das jemals gedacht, richtig?“, bemerkte der Präsident dazu.

    Schon vor Trumps Äußerung sagte seine Sprecherin Kayleigh McEnany bestritt nicht die Echtheit der Aufnahmen. Sie sagte aber zugleich: „Der Präsident hat die amerikanische Öffentlichkeit nie über Covid belogen.“ Es gehöre aber zu seinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung die Ruhe bewahre.

    „Der Präsident hat das Virus nie heruntergespielt. Der Präsident hat Ruhe ausgestrahlt. Er war hoffnungsvoll“, sagte McEnany. Zugleich habe er frühzeitig Maßnahmen wie eine Einschränkung der Einreise aus China ergriffen.

    Trumps Herausforderer im Rennen ums Weiße Haus, Joe Biden, griff den Präsidenten unterdessen scharf an. „Er wusste, wie tödlich es ist und hat es gezielt heruntergespielt. Schlimmer noch, er hat das amerikanische Volk angelogen.“ Zehntausende Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn Trump schneller gehandelt hätte, sagte Biden.

    Mehr: Aktuelle Entwicklungen im Corona-Newsblog

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Im Interview mit Bob Woodward - Trump: Wollte Corona-Gefahr immer herunterspielen
    0 Kommentare zu "Im Interview mit Bob Woodward: Trump: Wollte Corona-Gefahr immer herunterspielen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%