Im Mittelmeer EU startet Kampf gegen Schleuserbanden

Auf oft seeuntüchtigen Booten versuchen Flüchtlinge Europa zu erreichen. Tausende Euro haben sie oft für die Überfahrt bezahlt. Hinter dem brutalen Handel stecken Verbrechersyndikate, die die EU nun ins Auge fasst.
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„Wir müssen diesen menschenverachtenden Handel bekämpfen", sagt der EU-Kommissar für Migration, Dimitris Avramopoulos. Der Zustrom von Migranten über das Mittelmeer hängt offenbar mit illegalen Schleuserbanden zusammen. Quelle: dapd
EU geht gegen Schleuserbanden vor

„Wir müssen diesen menschenverachtenden Handel bekämpfen", sagt der EU-Kommissar für Migration, Dimitris Avramopoulos. Der Zustrom von Migranten über das Mittelmeer hängt offenbar mit illegalen Schleuserbanden zusammen.

(Foto: dapd)

Den HaagDie Europäische Union will verstärkt gegen Menschenschmuggler im Mittelmeerraum vorgehen und hat dazu eine Spezial-Einheit bei Europol gegründet. Hinter dem zunehmenden Zustrom illegaler Migranten nach Europa stünden vielfach internationale Verbrechersyndikate, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Dienstag in Den Haag mit.

Mit den zunehmenden Konflikten in Syrien und Irak nahm auch der Schmuggel von Menschen vor allem nach Griechenland und Italien nach Angaben von Europol deutlich zu. Im vergangenen Jahr überquerten rund 220.000 illegale Zuwanderer das Mittelmeer, etwa 3000 ertranken. Allein in diesem Jahren überlebten mehr als 1000 Flüchtlinge die gefährliche Fahrt auf oft seeuntüchtigen Booten nicht.
Für die oft lebensgefährliche Reise seien die Schmuggler verantwortlich, betonte der EU-Kommissar für Migration, Dimitris Avramopoulos, in Den Haag. „Wir müssen diesen menschenverachtenden Handel bekämpfen.“

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

Federführend im Kampf gegen die illegale Migration im Mittelmeerraum wird die neue Ermittlungseinheit „JOT Mare“ bei Europol sein. „Die Tragödien, die wir mit Migranten auf See erlebt haben, erfordern schnelles und koordiniertes Handeln auf EU-Ebene“, betonte Europol- Direktor Rob Wainwright. In „JOT Mare“ arbeiten Experten von Europol mit den Polizei- und Grenzeinheiten aus 13 EU-Mitgliedsstaaten und auch mit Interpol zusammen.

Die Banden seien in vielfältige kriminelle Aktivitäten verstrickt, sagte der Direktor von Interpol, Jürgen Stock. „Sie schmuggeln und handeln auch mit Drogen, Waffen und haben Verbindungen zum Terrorismus.“ Interpol wird vor allem Kontakte zu seinen Mitgliedsstaaten in Nordafrika herstellen.

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  • dpa
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