Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Immenser Finanzbedarf vermutet Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden

Der Finanzmarkt gewährt Griechenland eine Atempause, die Spekulationen über den wirklich Finanzbedarf gehen dennoch weiter. Bis zu 100 Milliarden Euro könnten zusätzlich notwendig werden. Das sorgt für Unruhe in Berlin.
24 Kommentare
Akropolis in Athen. Quelle: ap

Akropolis in Athen.

(Foto: ap)

Berlin/DüsseldorfGriechenlands zusätzlicher Bedarf an Finanzhilfe sorgt europaweit für Unruhe. Grund sind Medienberichte, wonach das Mittelmeerland deutlich mehr Geld braucht, um eine Pleite abzuwenden. So berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones, im Juni werde ein zusätzliches Kreditpaket von 60 Milliarden Euro für Griechenland beschlossen. Die griechische Zeitung "Kathimerini", berichtet gar, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Paket von 80 bis 100 Milliarden für die Jahre 2011 bis 2013 vorschlage.

Eine offizielle Bestätigung für die Zahlen gibt es nicht. Die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF prüften derzeit in Griechenland routinegemäß die Lage des Landes, hieß es von einem EU-Diplomaten in Brüssel am Dienstag. Es stehe daher nicht fest, ob der hoch verschuldete Euro-Staat noch mehr Kredithilfe benötige. Jegliche Zahlen, die über die Höhe neuer Hilfen kursiere, seien falsch. "Es gibt keine formellen Verhandlungen", ergänzte er.

Ungeachtet des Dementis deutet die aktuelle Gemengelage darauf hin, dass Griechenlands Finanznöte deutlich dramatischer sind als bisher bekannt. Nach Expertenschätzungen könnte Athen bereits in diesem Jahr vor einer Finanzierungslücke von bis zu sieben Milliarden Euro stehen. Hauptgrund: massive Steuerausfälle infolge der schweren Rezession, die immer mehr griechische Unternehmen in die Pleite treibt.

Die Annahme, der Refinanzierungsbedarf des Landes sei für dieses Jahr durch die Rettungskredite der Eurostaaten und des IWF gedeckt, ist jedenfalls nicht mehr haltbar. Bereits im ersten Quartal lagen die Einnahmen nach Angaben des Finanzministeriums in Athen um knapp 1,4 Milliarden Euro unter dem Plan. Im April habe sich das Steueraufkommen zwar etwas erholt, heißt es inoffiziell im Athener Finanzministerium.

In Finanzkreisen der griechischen Hauptstadt und bei den öffentlichen Gläubigern des Landes rechnet man jedoch damit, dass die EU und der IWF bereits in den nächsten Monaten weitere Hilfsgelder locker machen müssen, zusätzlich zu den bereits für dieses Jahr zur Auszahlung vorgesehenen Teilbeträgen des 110-Milliarden-Pakets, das die Eurostaaten und der IWF vor einem Jahr bereitstellten. Das Thema dürfte das Treffen der EU-Finanzminister am kommenden Montag und den Europäischen Rat beschäftigen, der Ende Juni zusammentritt.

Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Immenser Finanzbedarf vermutet - Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden

24 Kommentare zu "Immenser Finanzbedarf vermutet: Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Papandreou vs. Merkel: 10:0

    Regierungschef Giorgos Papandreou agiert äußerst klug.

    FTD zitiert 'Eurokreise': "Die politische Spitze des Landes ist sich offenbar der Brisanz der Lage für Griechenland und die gesamte Eurozone nicht bewusst."

    Das sehe ich völlig anders:
    Warum noch das Tafelsilber verkaufen, wenn das System ohnehin zum Zusammenbruch steht?

    Der Mann hat maximal für sein Volk herausgeholt. Während hiesige Arbeitnehmer mit dem Titel "XXL-Vizeexportweltmeister abgespeist werden, hat Papandreou sein Volk mit rund 150.000 Euronen aus Brüssel Extra-Zulage beglückt. Das nenne ich soziale Politik, die beim Volk ankommt. Wie in Spanien oder Portugal haben sich unzählige Griechen in den vergangenen Jahren mit Eigentum zugedeckt und somit für eine sichere Altersvorsorge im heizkostengünstigen Süden gesorgt - und dank dieser Politik Angela Merkel umso mehr an der Angel.

    Griechenland hat dank großzügiger Bürgschaften und Garantien aus Deutschland realtiv wenig zu befürchten. Im Gegenteil: Gläubiger werden Athen dankbar sein, ihr Soll künftig und zeitnah in Berlin einfordern zu können.

    Ich halte das Verhalten der griechischen Führung in diesem Ponzi-System für vollkommen realitätsnah.

    Zumal bereits EU-Ratspräsident Jean-Claude Junker am Wochenende anmerkte: "Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert". Das klingt bedrohlich nach einem Eingeständnis einer "Blase" von höchster Stelle.

  • Konsequenz der ganzen Sache.

    Erpressbarkeit bis in alle Ewigkeit !

    In der Situation gibt es eigentlich nur eine Lösung, die ich wohl nicht nennen muß. Aber beim Dummichel habe ich so meine Bedenken.

  • Die ganze Welt ist mittlerweile zu einem Stall verkommen.
    Früher dachte ich immer, die einzigen die man nicht zwingen kann ihr Schulden zu zahlen wären die Amerikaner.
    Aber ich ahne schlimmes .......

  • Wie Finanzsystemkartenhaus zu erklären ist?
    Eure Politiker und Experten entstammen auch nur der Kaste der Dummichels.

  • Nicht so überheblich Herr Schuldirektor. Sicher gibt es keine einfache Lösung aber es muss endlich offen diksutiert werden. U.a. auch die Option, das für die "Rettung" von GRL transferierte Geld, lieber für die Entschädigung deutscher Kleinsparer zu verwenden. Weg ist es so oder so. Aber so wird wenigstens hierzulande noch konsumiert. Auch die Option die Vermögenden in GRL und sonstwo anzuzapfen. Irgendwo muss ja die ganze Kohle ja geblieben sein.

    Jedenfalls ist das Gerede von den angeblich Erfolg versprechenden Strukturreformen in GRL doch bisher nur unbelegtes dummes Beschwichtigungsgequatsche. Seit GRL in der EU ist wird dorthin Geld transferiert, mit dem Ergebnis dass die korrupten Strukturen nur immer mehr gemästet wurden. Mit der Euro-Einführung wurde dann unter den Augen der Verantwortlichen (wo war denn der kluge Euro-Gruppen Chef Juncker da?) der Turbo gezündet. Warum um Himmels Willen sollte das jetzt anders sein? Darauf zu setzen ist doch auch aberwitzigste Spekulation. Das könnte nur funktionieren, wenn die Griechen zur Abwechlung mal selbst ihren Stall ausmisten wollten, statt vom Ausland dazu gezwungen werden zu müssen. Aber nein, man sucht ja lieber einen Sündenbock, das ist bequemer.

  • Womit wir bei der Frage wären, welche Polit-/Experten-Deppen dieses Finanzsystemkartenhaus allgemein und Euro speziell, das tatsächlich einem Dynamitdepot in bewohntem Gelände gleicht, zugelassen haben und auch Verantwortung übernehmen? Also Herr Juncker, Herr Eichel nicht so bescheiden. Plaudert doch mal aus dem Nähkästchen.

    Wenn man die Köpfe und Ursachen kennt, sollte die Lösung des GRL-Problems auch einfacher fallen und man kann den ganzen euphemistisch-moarlisierenden Klimbim ("Rettung", "Solidarität" usw.) verbunden mit der Difffamierung des deutschen Retters (=Steuerzahler) als BILDblöd als Vertuschungs- und Ablenkungsmanöver entlarven und zum eigentlich Kernpunkt kommen: Schadensbegrenzung!

  • Griechenland zur Umschuldung zu zwingen wäre wie der Versuch eine Dynamitstange kontrolliert in einem Dynamitdepot im Abstand von 10cm zu den Anderen zu sprengen und zu hoffen unbeschadet aus der Sache heraus zu kommen.

  • Der Dummmichel braucht immer etwas länger.


    DIE BANKEN SEID IHR.
    BANK PLEITE, DEUTSCHAND PLEITE.

    SOO,
    und jetzt noch einmal versuchen,
    1+1 macht zwei,
    wenn ich Griechenland nicht helfe ist meine Bank pleite.
    Wenns, nicht geht, auswendig lernen.

  • Das ist leider unsere Schwäche. Wir können nicht unverschämt genug denken. Aber die deutsche Regierung sollte sich nicht täuschen, sie wird sich wundern, wie flexibel ihr Volk ist. Die nächste Wahl und Steuererklärung wird sicher einige Überraschungen bringen (neue Parteien, neue Zweitwohnsitze, Abschaffung von Propagandaverteiler wie TV und Radio usw.). So flexibel wie die deutsche Regierung Rechtsnormen wie z.B. Maastricht-Vertrag auslegt, sind wir schon lange.

  • Griechische Regierungen (konservative und linke zugleich) haben Brüssel jahrelang belogen und falsche Haushaltszahlen gemeldet. Den EURO hätte dieses Land NIE bekommen, wenn die wahre Finanzlage bekannt gewesen wäre.

    Nun sollen andere EU-Länder die Versäumnisse Griechenlands mit ihrem Steuergeld bezahlen. Meines Erachtens geht dies nicht, da dies neben Griechenland immer mehr dazu führen dürfte, dass sich europäische Politiker, insbesondere aus südeuropäischen Ländern, an den Finanzen anderer EU-Länder vergreifen. Das wäre das Ende der EU. Jedes Land muss weiterhin selbst mit dem Geld auskommen, das es auch selbst verdient. So ist dies bei jedem Bürger auch. Ich gebe auch nur das Geld aus, was ich habe und nicht das Geld anderer Leute.

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%